Ehe für alle

Der Bundesstaat Oregon hat für ihre Fahrerlaubnis ein drittes Geschlecht als Option eingeführt. In einem Kinderbuch für ab 2-jährige wird Papas Schwangerschaft erklärt und schon vor 10 Jahren freuten sich manche Amerikaner über das Eheglück mit Hund und Katz. Bei den Forderungen der Grünen für die Ehe für alle denkt man dann in diesem Zusammenhang dann eher nicht daran, dass es sich um die Ehe zwischen allen beliebigen menschlichen Geschlechter gehen soll.

Im arabischen Raum heuchelt man wie hoch die traditionelle Ehe steht, während man weder kleinen Jungs, der eigenen Schwester, Ziegen, Esel und Kamelen abgeneigt ist. Der Unterschied zum Westen ist allein, dass wir das Ganze institutionalisiert und kommerzialisiert haben. Die Sozial- und Genderingenieure träumen den feuchten Traum, dass nach Jahren des bloßen Diskurses endlich auch der biologische Durchbruch gelingt. Im Moment müssen wir nur präventiv dafür sorgen, dass nicht irgendein Mischgeschlecht oder persönlich gewähltes Geschlecht benachteiligt wird, sollten wir je einem begegnen. Aber wir erwarten den großen Tag, wenn sich die lesbische Boxerhündin und ihre transgender Herrin zusammen mit ihrem Onkel Heinrich das Ja-Wort geben, während er für ihr gemeinsames nigerianisches Adoptivkind Ogolo den Goldhamster austrägt.

Die Gender-Tussis sind von der göttlichen Macht beseelt, die Evolution nach ihrem Willen zu gestalten. Diesen Traum hat Herbert Rosendorfer in seinem Buch „Großes Solo für Anton“ schon zu Ende gedacht. Anton wacht eines Morgens allein auf der Welt auf. Mit der Zeit entwickelt er göttliche Fähigkeiten und entscheidet sich die Menschheit neu zu erschaffen und ihr das ganze Leid der Evolution zu ersparen.

„Gib ihnen keine Gewehre mehr.“ (Anton spricht mit einem Hasen)

„Nicht nur keine Gewehre. Der Zugang zu allen Naturkräften, die ihr schädlich waren, soll ihr verwehrt werden.“  (….)

„Auch das habe ich durchdacht. Ich werde die vollkommene Menschheit rematerialisieren. Ich werde alle schmerzlichen Entwicklungsstufen überspringen, ich werde der Menschheit die harte Schule der Fehler, die sie eigentlich noch machen müßten, schenken. Ich werde die letzte reine Menschheit wiedererwecken.“ (…)

(Der Hase rät ihm, statt die ganze Menschheit neu zu erschaffen, erst mal ein paar Muster kommen zu lassen. Worauf sich Anton einlässt.)

(…) Die Erde öffnete sich. Aus einer Spalte, die sich längs der Mitte der Straße hinzog, stieg ein Mensch, dessen Füße direkt ans Knie angewachsen waren, dafür hatte er Arme von der Länge einer Riesenschlange. Er patschte mit den Händen um sich her und torkelte gleich wieder in den Spalt, denn offensichtlich war er blind.

„Halt, er fällt wieder hinein, rief Anton L. Er fiel aber nicht weiter hinein, denn ein anderer stieg aus dem Spalt und schob den ersten weg. Der Zweite war durchsichtig, hatte keine Haare und einen Schädel goß wie ein Wasserschaff, in dem ein bräunliches Gehirn pulsierte. Das Gehirn schied ständig einen Saft ab, der in den Körper herniedertropfte und an den Füßen abgesondert wurde. Der zweite Mensch ergriff den ersten an einem Arm und begann daran zu saugen.

Ein dritter Mensch entstieg dem Spalt. Er war groß und gewaltig und ging auf Haaren wie eine Raupe; als er sich wendete, sah man, daß er dünn wie Papier war. Der vierte war ein Zwerg, hatte aber ein männliches Geschlecht, so groß wie eine Kanone, dreimal größer als er selbst. Er hatte Mühe, sein Geschlecht mit den Armen zu umfassen, nur dadurch daß er sich zurückbeugte, konnte er das Gleichgewicht halten. Als der Zwerg den gloriosen Körper von Sonja ansichtig wurde, stieg das Glied steil in die Höhe zur Baumesgröße. Der Zwerg fiel vorüber. (…)

Im Sinne von Anton wünsche ich mir, deren Experimente mögen auch biologisch gelingen und sie könnten selbst für den ihnen angemessenen Nachwuchs sorgen, denn bis jetzt rekrutiert jede kinderlose Genderforscherin  für ihren Lehrstuhl mindestens drei Nachkommen nur aus dem studentischen Prekariat. So könnte man deren direkten schleimigen unförmigen Nachkommen endlich begegnen und sie fachgerecht entsorgen.