Ig·no·rạnz Substantiv [die]gehobenabwertend Dummheit; Unwissenheit

Das Wort „Ignoranz“ war für mich nie ein Wort, das ich mit „Dummheit“ gleichgesetzt hätte. Es ist eher ein aktiver Begriff, indem man etwas bewusst nicht zur Kenntnis nimmt. Ignoranz setzt auch voraus, dass man sich in der Lage befindet, bestimmte Dinge, als nicht wert oder notwendig erachtet, sich mit ihnen zu beschäftigen. Es schwingt in gewisser Weise auch Arroganz mit.

Sucht man nach einer Definition für das Wort „Ignoranz“, so werden die Wörter „Unwissenheit“ und „Dummheit“ genannt oder auch die „Unfähigkeit oder der Unwillen Akzeptanz zu äußern“.  In der ältesten Wikipedia-Version heißt es hier noch „Nicht-Akzeptanz“. Man war sich also damals einig darüber, dass manche Leute einen Missstand einfach nicht wahrnehmen und ihr Missfallen darüber nicht äußern wollten.

Missstände sind oft so gravierend, dass sie alle betreffen, und Ignoranz wäre hier schädlich. Dagegen etwas nicht „gutheißen“ zu wollen, weil es mich einfach nicht juckt, schränkt ja niemanden ein. Die neuere Version fordert dies aber unterschwellig ein, wenn man nicht als ignorant dastehen möchte. Man muss schon einen anmaßenden Hang zum Bessersein haben, um hier einen moralischen Standard für alle fest zu tackern, der mich dazu nötigt etwas gut zu finden, während man mich als dumm und unwissend hinstellt, wenn ich es nicht tue.

Der Zeitgeist in den Medien hat es so gewollt, dass sich Flüchtlings-, Homo-, und  Genderlobbyisten nun über die Ignoranz gegenüber den Problemen ihres Klientel beklagen können. Da kann man dann diverse steueralimentierte Aufklärungskampagnen auffahren, um die „Ignoranten“ entsprechend aufzuklären, damit sie dann durch „Wissen“ deren Belange endlich gutheißen.

Nachfolgend kann man sich natürlich nicht mehr rausreden man hätte es nicht gewusst. Wer immer noch nicht „akzeptiert“, der ist getrieben von „Hass und Hetze“ gegen Flüchtling, Homo und Gender und wird dann an die entsprechenden -wieder staatlich alimentierten- Programme des „Kampfes gegen Rechts“ weitergereicht.

Mich juckt aber nicht, ob jemand, der noch nicht so lange hier lebt, Probleme mit meiner Schweinshaxe hat, weil sie nicht halal ist. Mich juckt auch nicht, wo jemand seinen Schwanz hinsteckt und noch weniger, für welches Geschlecht sich jemand heute Morgen entschieden hat und welche Probleme er damit hat.

Wenn ich wieder mal einen Wutanfall bekomme, wenn ich ein Problem damit habe, weil meine Motorsäge nicht anspringt, dann hoffe ich doch, dass mein Nachbar „ignorant“ genug ist, mir nicht mit psychologischen Tricks zur Selbstbeherrschung kommt. Und wenn ich sie irgendwann mit dem Vorschlaghammer zerlege, hoffe ich dann auch für ihn, dass er nicht aufs Grundstück kommt. Und es ist mir auch völlig egal, wenn man mich dann unfähig, unbeherrscht oder durchgeknallt nennt, wenn ich mich danach wesentlich besser fühle. Und ich will auch kein staatliches Programm, dass dann alle mein Verhalten nicht nur tolerieren, sondern auch noch toll finden.

Wenn bestimmte Religionen, selbstgewählte Geschlechter oder linke Weltenretter ein Problem damit haben, dass ich ihre Belange ignoriere, weil sie mir völlig egal sind, dann sind sie in diesem Land verkehrt.

Wenn sich diese Gruppen aber aufmachen dies zu ändern, dann kann „Ignoranz“ am Ende nicht nur lästig, sondern tödlich sein.