75 Jahre Giftgas

Man wartet eigentlich nur noch darauf, dass ein VW-Fanclub trotz Fahrverbot in Stuttgart nachts einen Autokorso mit ihrem Diesel durch die Innenstadt veranstaltet. Die Schlagzeile würde wohl lauten: Giftgasangriff auf Stuttgart!

(Dieser Text war noch nicht fertig, da gab es nun wirklich einen Dödel, der sogar diesen Scherz im Ernst noch toppte: Deutsche Automafia vergast jedes Jahr 10000 Unschuldige.)

Der Schwiegervater, Jahrgang 1933, besitzt einen Traktor, Cormick, mit 16 PS und er leistet immer noch gute Dienste. Nach der Arbeit in der Glashütte, Arbeitsbeginn um 5 Uhr an 6 Tagen die Woche, spannte man zwei Ochsen ein, um zum Brennholzmachen in den Wald zu fahren. Man brauchte für die 3 km etwa 1 Stunde. Dazu wurde im Sommer auch noch mit der Sense gemäht.

Der Traktor war schon eine Erleichterung, meint er. Ab 1956 stand er im Schuppen und hat den Fahrer beinahe täglich beim Starten mit schwarzem Rauch eingenebelt, dass man meinte, die Hütte brennt. Diese Dosis an Feinstaub erreicht ein Anwohner in Stuttgart in einem ganzen Monat nicht. Seit 15 Jahren nebelt nun zusätzlich auch ein Fendt Baujahr 1986. Vorglühen bei Minustemperaturen, bevor man durch eine schwarze Wand aus der Garage kommt.

65 000 Menschen sterben angeblich frühzeitig wegen Feinstaub. Der Schwiegervater hat das Glück inzwischen 84 und bei bester Gesundheit zu sein, trotz täglicher Feinstaubdosis. Er teilt nicht das Schicksal derer, die das Heu mangels Dieselross mit bloßen Händen aufgeladen haben und dann wegen einer einzigen Dorne qualvoll an Tetanus starben. Oder an Lungenentzündung starben, nicht nur, weil es kein Penicillin gab, sondern weil man verschwitzt im eisigen Wind per Hand den Hof vom Schnee befreien musste.

Vielleicht liegt das Problem womöglich nicht beim Feinstaub, wenn Menschen in Stuttgart früher sterben. Eine Stadt, die von grünen Weltverbesserern gekapert wurde und durch Umweltauflagen über Gebühr gegängelt wird, verbindet man ohnehin nicht mit Lebensqualität.

Vielleicht erreichen die meisten nicht wegen des Feinstaubs kein Alter von 84 Jahren, sondern weil linke Sozialingenieure und diejenigen, die sie gängeln, kein sinnvolles Tagwerk mehr vollbringen.

Die Gefahr, dass Leute krank werden, weil sie irgendwann feststellen, dass sie nur nutzlose ahnungslose Fresser sind, scheint größer zu sein, als dass Feinstaub die Ursache ist.

 

PS: Übrigens hat diese „Dreckschleuder“ den Vorteil, dass sie wegen der geringen Verbrennungstemperatur keine Stickoxide produziert.