Zurück in die Zukunft

Ich war heute im DDR-Museum in Berlin. Auf zwei fingierten Zeitungsständern waren etwa 10 Tageszeitungen der ehemaligen DDR, die alle oben auf der ersten Seite die gleiche Schlagzeile hatten.

Dazu gab es in einem Wohnzimmer im DDR-Style einen Fernseher, der dann den Fernsehbericht der aktuellen Kamera dazu zeigte. Junge Leute, die nach 1995 geboren sind, werden sich da wohl denken: Hmm. Was ist so besonders daran? Ist doch bei uns in der Bundesrepublik auch so.

Übrigens hatte man bei den Wahlen zur Volkskammer die Wahlzettel offen gefaltet und in die Urne geworfen. Wer die Wahlkabine nutze, war schon verdächtig.

Man stelle sich bei den kommenden Bundestagswahlen die Wahlhelfer vor, die unsere obrigkeitshörigen Wähler endsprechend „nudgen“.

„Aber Frau Müller! Wenn Sie Frau Merkel wollen, ist es egal wen Sie ankreuzen. Da brauchen Sie doch gar nicht in die Wahlkabine gehen.“

Bis 2021 wird sich dieses offene Verfahren wie in der DDR womöglich wieder durchgesetzt haben. Da bekommen die Wahlkabinenbesucher dann auch wieder wie damals netten Besuch, der dem Wähler entsprechend ins Gewissen redet. Manchmal ist dann auch wieder ein längerer Erziehungsaufenthalt nötig, um die alternativlose merkelsche Linie etwas genauer zu erklären.