Die Zersetzung der menschlichen Festplatte

Gestern kam in Plusminus ein Beitrag über Online-Handel mit Lebensmittel und wie Einkaufen in der Zukunft aussehen wird. Ein Kühlschrank, der seinen Inhalt selbst erkennt oder ein Verkaufsregal, das beim Griff zu den Nudeln sogleich ein passendes Rezept und den passenden Wein dazu empfiehlt.

Ein Student hat das Ganze für Plusminus getestet. „Ich finde es toll, dass ich mir nicht groß Gedanken machen muss, was ich heute kochen will!“ Er findet auch gut, dass ihm der passende Wein vorgeschlagen wird und nicht erst einen Verkäufer oder einen Freund fragen muss, der sich damit auskennt.

Seit ich selbst studiert habe, hat sich doch einiges verändert. Wir haben Wein immer wegen des Alkohols getrunken und nicht ob er zum Essen passt und schon damals wollte ich in der WG-Küche im Studentenheim nicht so genau wissen wie der Inhalt aussieht, wenn sich langsam die Reste von Pizza und Nudeln der einzelnen Mitbewohner darin sammelten. Womöglich meldet der selberdenkende Kühlschrank bei entsprechendem Schimmelteppich: Kräuteraufstrich wieder vorhanden.

Dieser Darsteller von Student klingt so, als würde er sich täglich „Nahrungsaufnahme“ ins Smartphone tippen und darauf warten, dass nach einem errechneten Kalorienverbrauch der Alarm losgeht und ein Rezept ausspuckt, zu den Sachen, die zu Hause noch im Kühlschrank liegen. Nicht unwahrscheinlich, denn es gibt nachweislich auch Leute, die sich die Zeiten in den Terminkalender eingeben, wann sie zum Joggen gehen werden. Schlimm, wenn man vergessen würde, was man gerade wollte.

Es muss inzwischen eine Zersetzung der menschlichen Festplatte eingesetzt haben, wenn man es gut findet, dass man keinen Gedanken mehr daran verschwenden muss, was man eigentlich will.

In den USA ist man schon einen Schritt weiter. Man hat Studenten dazu gebracht, Dinge zu wollen und dafür auf die Straße zu gehen, wissen aber keine Begründung, warum sie es tun. Das Niveau ist soweit abgesunken, dass dazu nicht mal Englischkenntnisse notwendig sind, um sich dieses Elend anzusehen und zu verstehen. Kein Wunder, dass inzwischen ein Kühlschrank oder Toaster intelligenter erscheint als ganze Fachschaften in den Sozialwissenschaften.

https://www.infowars.com/the-dumbest-anti-trump-protesters-ever/