Vorsorge unerwünscht

Vor einigen Tagen habe ich gelesen, dass bei jemanden eine Hausdurchsuchung stattgefunden hat. Heute muss man da keine Marihuana-Plantage mehr im Garten haben oder vor der eigenen Imbissbude mit dem Zweitporsche vorfahren. Heute genügt es, im Netz die Lage in Deutschland etwas überspitzt darzustellen und der Blogger auf seinen staatlich alimentierten Denunzianten trifft. Ist also nix besonderes, wenn heute Freunde und Helfer im Morgengrauen klingeln.

Nun hat man bei dem Mann, soviel ich mich erinnern kann, eine Menge an Vorräten und Hilfsmittel für längere Notzeiten gefunden und ihm vorgeworfen, er würde irgendwie am Fortbestand der Bundesrepublik zweifeln, was mit seinem Beamtenberuf nicht in Einklang zu bringen wäre.

Irgendwie muss man sich wundern, denn im Notfall wäre es ja für den Fortbestand eher abträglich, wenn ausgerechnet die Beamten als erstes wegsterben.

Vor gut 30 Jahren haben die Leute Atombunker gebaut oder im Keller Vorräte gelagert. Da hat man den Kopf geschüttelt und dann war es gut, denn das ist ja jedem sein Bier.

Nun hat man in diesem Fall eher das Gefühl, unser Staat und seine Institutionen fühlten sich ertappt, weil sich die Bürger nicht damit abspeisen lassen, dass de Maiziere davon spricht, die Wahrheit würde die Bevölkerung beunruhigen. Im Geiste hakt der eine oder andere dann doch nach, was uns denn da beunruhigen könnte.

Sind es die inzwischen 50000 Dschihadisten, die in Europa eingewandert sind, oder die Transporter mit Kriegswaffen, die immer wieder aufgebracht werden? Könnte ja sein, dass so mancher Transporter unentdeckt geblieben ist und es nicht so abwegig ist, dass der IS Stadtteile oder kleinere Städte unter seine Kontrolle bringt wie sie es im Netz bereits angekündigt haben.

Für die Regierung ergibt sich nämlich in diesem Krisenfall eine eher „unpassende“ Konstellation: Ausgerechnet die loyalen und gutgläubigen Bürger mit einem ausgeprägten Staatsvertrauen, trifft es materiell völlig unvorbereitet, wenn sie nicht allein schon durch ihre Panik und Planlosigkeit die ersten Opfer werden.

Oder doch gewollt, weil sie sich dem Staat als vermeintlichem Retter an den Hals werfen und jedwede Einschränkung ihrer Freiheit und Freizügigkeit hinnehmen würden, nur um ihr Leben zu retten.

Ich meine, dass manche Skeptiker Vorräte anlegen, sich auch mal kundig machen, welche Wildpflanzen essbar sind, nicht vorrangig, weil sie damit zumindest theoretisch länger überleben.

Man will sich im Falle des Falles nicht dazu nötigen lassen, dass man Freiheit und Selbstbestimmung womöglich gleich für einen Teller Tütensuppe fahren lassen muss.

Vorräte und die mentale Vorbereitung dienen nur dazu, genügend Zeit zu haben, um herauszufinden, ob man wirklich vom Brot alleine lebt oder man für seine Freiheit und Selbstbestimmung doch bereit ist, auf Vieles zu verzichten.