Dreisatz gegen Elektroautos

Auch wenn ich Elektroautos für einen Irrweg halte, habe ich mir doch mal eins ausgeliehen, als mein Dacia in der Werkstatt war. Obwohl ich mir mehr als Luft gelassen hatte, die Reichweite nicht auszureizen, kam ich am Ende doch recht ins Schwitzen, denn die garantierte Reichweite von 160 km schrumpfte am Ende auf 97 km.

Spaßeshalber habe ich mir mal die Mühe gemacht, welche zusätzliche Waldfläche grob notwendig wäre, um den derzeitigen CO2-Ausstoß durch alle Fahrzeuge in Deutschland zu absorbieren.

Eine alte Buche produziert 1,7kg O2 / Stunde.

Durch die Reaktionsgleichung der Photosynthese ergibt sich bei 1,7 kg Sauerstoff, dass durch das höhere Atomgewicht des CO2 eine Absorbtion von gut 2,2 kg Kohlendioxid entsteht.

Bei einer Tageslänge von durchschnittlich 12 Stunden und der Annahme, dass der Baum wegen der Jahreszeiten ein halbes Jahr diese Menge absorbieren kann, ergeben sich pro Baum

12h ● 2,3kg ● 182Tage = 5023,2 kg, also etwa 5000 kg absorbiertes CO2.

Dass der Baum in der Nacht ebenfalls Sauerstoff verbraucht, habe ich hier mal vernachlässigt.

Die Jahresfahrleistung aller Fahrzeuge beträgt 725 Milliarden Kilometer. Der CO2-Ausstoß pro Kilometer beträgt bei einem Verbrauch von 7,5l/kg etwa 174g CO2, also 0,174 kg.

Bei dieser Annahme entstehen 725 000 000 000 km ● 0,174 kg/km = 126 150 000 000 kg CO2.

Bei der Annahme, dass locker etwa 1000 dieser Bäume auf einem Hektar stehen können, ergibt sich folgende Rechnung:

126 150 000 000kg CO2 : 5000 kg absorbiertes CO2/Baum : 1000 Bäume/ha = 25230 ha.   Das sind also 252 Quadratkilometer, was einem Quadrat von rund 16km x 16 km entspricht.  Bei 13 Flächenländern müsste jedes Bundesland theoretisch also eine Fläche von 5km auf 5km von zusätzlichem Baumbestand pflanzen.

Bei einer Fläche von 2,5 Millionen ha, auf denen in Deutschland Mais angebaut wird, sicher auch zur Stromerzeugung, müsste nur auf 1% der Fläche der notwendige Wald stehen.

Sicher könnte man einwenden, dass das CO2 am Ende des Baumlebens wieder frei wird, doch dann gäbe es ja auch keine Kohle, die aus genau diesen Pflanzenresten entstanden ist. Allein, dass man bei dessen Verbrennung von „zusätzlichem“ CO2 spricht, ist ein Witz.

Ich gehöre natürlich zu den abgehängten Bürgern im Land, die den Gedankengängen der politischen Eliten nicht folgen können. Manchmal lässt sich die Welt aber allein mit Dreisatz und Grundrechenarten angemessen erklären. Doch wenn ich die ganzen Vollprofis so sehe, habe ich Zweifel, dass diese Grundkenntnisse dort auch angekommen sind.

 

Bevor ich nun verschieden Politikern mit dieser Überlegung auf die Nerven gehe, habe ich sie eben auch an eike geschickt, um das ganze überprüfen zu lassen. Vielleicht hat ja auch ein Leser berechtigte Einwände.

Bild:https://de.wikipedia.org/wiki/Rikscha#/media/File:Human.rickshaw.kolkata.india.JPG bzw. Von Arnaud-Victor Monteux – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27463188