Ich bin ein weißer Mann. Und das ist auch gut so.

Heute hatte ich mal ntv als Hindergrundrauschen und kam in den Genuss von einem Werbeblock. Mir kam dabei in den Sinn, dass die grüne Feministengarde in Berlin gerade eine App herausgegeben hat, damit man angeblich sexistische Werbung melden kann, um die Urheber danach entsprechend anzuschwärzen. Werbung, bei der Frauen grundlos lächeln, Männer angezogen sind, während Frauen gleichzeitig nur spärlich bekleidet sind und Frauen am Herd oder vor der Waschmaschine sind ja inzwischen ohnehin nicht mehr erlaubt. Was dann als Werbung übrigbleibt, ist dann wie der Ruf aus einer Parallelwelt.

Eine Frau sitzt im Halbdunkel allein in einem schicken Büro mit schickem Zweiteiler am Schreibtisch. Modernes Ambiente und der Tisch ist fast leer. Ist also eher nicht die Sekretärin im gehobenen Management, die da Überstunden macht, sondern das Management selbst. Wie viele Frauen und vor allem Männer werden sich da von der Deutschen Bank angesprochen fühlen?

Danach irgendein Duft für Frauen, dazu Frauenstimme. Früher schnupperte am Ende des Spots wenigstens ein geiler Mann an ihrem Hals. Aber inzwischen reicht es den Frauen, wenn sie sich selber riechen können.

Eine Frau beißt genüsslich in eine lindor-Praline. Ein bisschen rinnendes Nougat, rote Lippen, ein kurzer Schwenk auf einen älteren Konditor ,der in der Schokosauce rührt. Mann arbeitet, Frau isst.

Dafür darf sich der weiße Mann im nächsten Spot gleich richtig lächerlich machen bei check24. Frau fährt mit SUV in die Einfahrt, steigt aus, roter kurzer Einteiler, aufgepeppt und mit Stöckelschuhen. Mann kommt mit Sohn auf die Veranda, während das Nummernschild abfällt. Der weiße Mann ist das abstoßende Gegenstück zur Frau: Typ Jogginghose, leicht untersetzt und redet wie ein Proll. Da er null Ahnung hat, muss die Frau sich selbst um die Versicherung kümmern.

„Ich war erfolgreiche Redakteurin in Berlin, bla bla, wollte was Anderes machen bla bla Südafrika, bin jetzt Ranger bla bla.“ Aufgestylt, als wäre sie gerade aus dem Badezimmer gekommen, fährt sie rasant im offenen Jeep über die Schlammstraße, Gut, dass die Pilotinnen von Lufthansa und die Ingenieurinnen und Mechanikerinnen von Airbus dafür gesorgt haben, dass sie ihren unverzichtbaren Job in Berlin mit einem ebensolchen in Südafrika tauschen konnte.

Ein Macho trägt in der Wüste eine Kiste Jeans von einem alten Flugzeug weg.

Alexa in Großaufnahme wird über eine weibliche Telefonstimme vollgelabert. Männerstimme labert das Gerät voll. Spritzer Spinat daneben. Dann die Totale. Frauenstimme am Telefon fragt, ob alles in Ordnung sei, während ein etwas untersetzter weißer Mann mit einem vormals weißen, jetzt mit Spinat vollgesabberten T-Shirt hinter einem grün-versifften Mixer steht.

Weißer Mann hat einen Tagtraum. Szenen neben seinem Sohn bzw. Tochter, wo diese irgendwas angestellt haben und der Vater es ausbaden muss, weil er anscheinend in der Erziehung versagt hat. Er wacht auf, sitzt neben seinem Sohn im VW-Polo. Der Sohn fährt ziemlich rasant, sodass der Vater sich fürchtet. Dann Vollbremsung. Frau steht mit in der Mitte der Straße (nur die Beine), Orangen rollen herum. Vater, zu blöd in der Erziehung, hat nun einen Sohn, zu blöd zum Autofahren, weshalb er einen Bremsassistenten mit Fußgängererkennung braucht. Gut, dass wieder Mechanikerinnen und Ingenieurinnen im VW-Werk dafür gesorgt haben, dass man diese Doofis auf die Straße lassen kann.

Zum Glück gibt es im nächsten Spot noch Hilfe für einen männlichen weißen Legastheniker der von zwei Männern und einer Frau drapiert wird. Frauen, die nicht lesen können, bilden ja die Ausnahme, weshalb sich dann zwei Frauen ein merci schenken, weil sie so gut im einander Zuhören sind.

Manchmal frage ich mich, was für Leute das sind, die sich so eine gequirlte Scheiße ausdenken. Man stelle sich eine Werbung vor, wo der Mann in der Dunkelheit mit dem Rennrad nach Hause kommt, die Akten im Rucksack, damit er sich wenigstens ein wenig fit hält. Die Frau, bei der ein dicker Hintern die versiffte Jogginghose füllt, ist am Telefonieren und mischt sich nebenher einen Diätshake. Offene Modezeitschriften und Kleidung sind auf dem Sofa verteilt. Gebrauchte Sektgläser, Snacks und Kaffeetassen auf dem Tisch. Der Mann packt noch schnell ihre ganzen stofflichen Hinterlassenschaften zusammen und stopft sie gekonnten in den neuen Waschautomaten von miele und fragt dann ganz locker: „Na, Schatz? Hattest du einen anstrengenden Tag?“

Die ganze Feministenbrut, die eine Beleidigung für jede normale Frau ist, bekäme Schnappatmung. Warum finden deren Vertreter es dagegen aber in Ordnung, dass Männer grundsätzlich entweder als grenzdebile, hilflose Volltrottel dargestellt werden oder als rücksichtslose, sexistische Arschlöcher?

Männer haben es nicht nötig sich darüber auszulassen, dass Frauenfußball so spannend ist wie Synchronschwimmen. Sie prahlen auch nicht wie viele Nobelpreise die Männer seit diesem Monat nun mehr haben als die Frauen. Und sie verschwenden auch keinen Gedanken daran, auf was Frauen alles an Bequemlichkeiten verzichten müssten, wenn es diese bösen weißen Männer nicht gäbe.

Ich denke, dass für viele Männer der Neid anderer Männer mehr zählt, als die Bewunderung durch Frauen. Darum arbeiten sie auch trotzdem wie blöde weiter bis sie frühzeitig in die Kiste fallen, auch wenn zu Hause schon eine eroberte Schönheit sitzt.

Feministen können es nicht ertragen, dass Frauen gewöhnlich nicht freiwillig die Gegnerschaft in Männerberufen suchen, weil sie eben andere Neigungen haben. Sie können nicht ertragen, wenn es Paare gut finden, wenn jeder seine natürliche Rolle einnimmt, und Frauen eine Mutterschaft sogar als Erfüllung sehen.

Aber am meisten stinkt es ihnen, dass man seit Jahren daran scheitert, die Männer mit dieser niveaulosen, männerfeindlichen Werbung aus der Reserve zu locken, damit sie diese dann noch zusätzlich als Winsler hinstellen können.

Sie zetern, weil sie sogar der gewöhnliche Malocher unter den Männern bei ihren Anstrengungen mit Missachtung straft. Weil sie etwas können, wozu die meisten Frauen nicht in der Lage sind:

Alleine in einen Biergarten zu gehen, bei einem kühlen Pils durch die Kastanie in die Sonne zu blinzeln und glücklich zu sein.

 

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