Wahnsinn mit Watson.

Wir leben in einem Land, wo eine revolutionäre Willensbildung eher wenig ausgeprägt ist. Da haben wir uns 100 Jahre nicht weiterentwickelt, den schon dort hieß es, dass wir uns vorher eine Bahnsteigkarte kaufen würden. Dresden 89 war da eine Ausnahme. Richtige Einpeitscher gibt es weder auf der rechten, noch auf der linken Seite, denn die Medien berichten nicht darüber- im Sinne von berichten-, sondern sie ordnen das für uns ein. Kritische Statements, in denen zweimal Schäferhund und dazu Autobahn vorkommt, rufen sofort die Vordenker der deutschen Mitte auf den Plan. Die sagen dann, dass dadurch die Spaltung Deutschlands weiter vorangetrieben würde.

Auf Youtube finden sich eher biedere Versuche, linke oder rechte Sichtweisen an den Mann zu bringen. Der Reaktionär ist wie der Faktencheck für den Einwanderungskritiker. Weiß jeder, findet man auch Scheiße und der sagt es auch. Dafür muss er sich auch mit Maske und Stimme unkenntlich machen. Sagt eigentlich schon viel über unser Land.

Der Dr. Pröbstl war wirklich gut. Man muss sich nicht wundern, dass sich das linke Establishment so angestrengt hat, seine Identität aufzudecken. Die haben sich dann gefreut, dass er dem Bösen entsagt hat, um nicht sozial gekreuzigt zu werden. Dafür gibt es jetzt „Laut gedacht“. Das ist nett. Dieter Bohlen hat gesagt, die Steigerung von „nett“ ist „scheiße“. Nein, es ist wirklich nett, aber auch nicht mehr.

Auf der linken Seite gibt es auch so einen Vogel, den Namen habe ich leider vergessen. Da habe ich auch ein Paar Clips gesehen, das ist wie „Telekolleg Sozialkunde“ auf hipp.

Wenn man den Gradmesser der deutschen Politwinsler ansetzt, müssten die USA nicht nur gespalten, sondern schon lange zerbröselt sein. Ich möchte voranschicken, warum das nicht so ist. Egal ob links oder rechts, Demokrat oder Republikaner, über ihr Land lassen sie nichts kommen. Schließlich sterben in den Kriegen des Establishments sowohl Demokraten, als auch Republikaner.  Die Fronten sind natürlich verhärtet, doch unsere Medien trennen ein Jahr nach der Wahl immer noch in „Clinton gut“, „Trump böse“.

Den Haupt-Stimmenanteil hat Clinton ja im Nordosten bekommen, die Hochburg staatsfinanzierter Posten und der Universitäten. Von den Trumpwählern gibt es ja ganz neutrale Berichte: Malocher, die durchs Land ziehen, jede Drecksarbeit annehmen und nicht wollen, dass Chinesen den Job für noch weniger Geld machen. Dazu Farmer mit Knarre in der Hand, die USA sind die besten, malochen auch wie blöd, wollen mit ihren Steuern keine Illegalen durchfüttern. Die Leute kann man mögen oder auch nicht.

Kennen sie typische junge Clinton-Wähler? Nicht? Zum Glück gibt es

Paul Joseph Watson.

Alle, die auch nur rudimentär Englisch können, werden begeistert sein. Seine Mimik und sein Tonfall sagen schon alles, wer’s versteht, umso besser.

Die Einspieler, Twitter- und facebook-Kommentare von Prominenten, linken Studenten, Weltverbesserern und Feministen wirken wie von einem anderen Planeten.

Während man bei uns diese Hohlköpfe auf bento, puls oder bei der Grünen Jugend findet, wenn man nicht weiß, wo man suchen soll, bewegen sich diese Leute epidemisch in potenzierter Macht auf offener Straße. Entweder hat Watson ein großes Team von Zuträgern oder man weiß, wo man hingehen muss. Anscheinend reicht es schon, dass man sich mit einem nicht polit-korrektem Plakat wo hinstellt, sodass sich diese Klientel sammelt wie die Fliegen auf einem großen Kuhfladen.

Bei uns dürfen heute zwei Schwule zur besten Fernsehzeit im Tatort vögeln, das Kindswohl sieht man aber eher gefährdet, wenn jemand öffentlich ein politisches Statement abgibt, wo mehr als drei Mal deutsch oder Heimat vorkommt. Comedien wie Welke sorgen hier für die sprachpolizeiliche Sensibilisierung wie wir Kritiker an den Blockparteien einzuordnen haben; nur eben auf lustig. Muss ein Brüller sein, weil er nachweislich seinen Applaus vom Band bekommt.

Wo ist die deutsche Entsprechung zu Paul Joseph Watson?

Wer reiht einmal kommentarlos die Floskeln von Lanz in Dauerschleife aneinander oder die Moralposen eines Till Schweiger, einer Uschi Glass oder eines Campino und kontrastiert sie mit einer uns inzwischen bereichernden Unkultur?

Warum sendet man nicht geballt und ungeschnitten aus Helferkreisen, wo man Trommelkurse und Theaterworkshops für Migranten ausbaldowert, um diese besser zu integrieren, und kontrastiert dann mit Bildern, die zeigen, wo wirklich noch Lernbedarf bestünde?

Warum liest man nicht aus Elisabeth Truiders Sexualität der Vielfalt oder mal einen Reißer aus der Gender-Ecke wie der nachhaltige Gender-Wald? Kein Witz und keine Satire reicht an diese kranken Gedankengänge heran. Die geballte Ladung an komprimierter Realität kann kein Witz von Welke, Barth oder Mittelmeier toppen.

Warum erreicht die Anstalt Niveau? Weil sie in Spielszenen genau das tut, wo die Thematik sehr komplex ist.

Deutsche Comedian machen sich über den einfachen Mann auf der Straße lustig. Ein dankbares und wehrloses Opfer. Paul Joseph Watson lässt dagegen die angebliche Intelligentia und moralische Elite der USA und des UK zu Wort kommen: Schauspieler, SJWs, Feministinnen, Studenten aus den Sozialwissenschaften, Snowflakes.

Wortgewaltig zerlegt er dann die ganzen Heuchler aus der Pop-Kultur und dieser neomarxistischen Studentenschaft und Feministengilde. Informativ, kurzweilig und immer mit der Quelle unterlegt.

Schon mal einen Klaus Kleber und seinen ZDF-Prostituiertenverein so verarscht, indem man eine Überdosis von ihm zeigt? Oder einen Extremismusforscher wie Hajo Funke, dessen Wissenschaft darin besteht in einem 30-Sekunden-Interview möglichst oft „rechts“, „rechtsextrem“, „Rassismus“, AfD usw. unterzubringen, um den Mangel an echten Faschisten wenigstens herbeizureden?

Das ist so, als würde man einen Teilnehmer von PEGIDA fragen, warum er den hier sei, und er antwortet: „Ich bin nur hier, um diese ganzen rechtspopulistischen, rechtsextremen, völkisch-nationalen, rassistischen, homophoben und islamfeindlichen abgehängten Modernisierungsverlierer  des dunkeldeutschen Packs einmal mit eigenen Augen zu sehen, die leugnen, dass wir ein vielfältiges, buntes und weltoffenes Land ohne eigene Kultur jenseits der gemeinsamen Sprache sind, das nun endlich vom friedlichen Islam und den hochqualifizierten arabischen Fachkräften zu Zivilisation und Fortschritt geführt werden!“

Die Dosis zeigt den Schwachsinn (z.B. hier, hier). Bei Paul Joseph Watson gibt es in seinen kurzen Videosequenzen die tägliche Überdosis Realität aus den USA.

Deutschland wäre dafür auch ein gutes Pflaster.

Bild: Youtube screenshots, Collage