Die Logik der Klimajünger

Seit Beginn der Klimakonferenz in Bonn ist das Sperrfeuer in den Medien über die drohende Klimakatastrophe so dicht, dass man sich trotz stichhaltiger Gegenargumente in einem aussichtslosen Kampf befindet. Keine Nachrichtensendung, kein Wetterbericht, kein Reisebericht, der nicht ohne plumpe bis unterschwellige Indoktrination auskommt. Die Kombination aus Unwissenheit, Unmündigkeit, Bequemlichkeit und Angst scheinen unseren Verstand vernebelt zu haben. Man wirbt mit den neusten Hotels direkt am Strand der Malediven, ohne im selben Atemzug zu behaupten, dass die Leute wegziehen, weil die Insel schon seit 30 Jahren demnächst im Meer versinkt. Grönland erlebte den kältesten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen, die Nordost-Passage war wegen Eises nicht schiffbar. Es sind Indizien, dass man uns veräppeln will, aber auch keine Beweise. Auch wenn man sich Argumenten bedient, die der IPCC selbst herausgibt oder die Mainstreammedien verbreiten, sie mutieren schnell von news zu fake-news, dann, wenn sie lebenswichtige Interessen des Staates verletzen. Egal. Hier sieht man nicht seinen Verstand, sondern die eigenen Kräfte schwinden, sich dieser Esoterik zu widersetzen.

Doch heute kam eine Meldung, die mir half, ein Krankheitsbild nachzuempfinden; Sie befinden sich unter vielen Leuten und hören Stimmen, die die anderen offensichtlich nicht hören können. Und es ist ihnen unbegreiflich, dass dies möglich ist, während sie sich hilfesuchend umschauen. So ging es mir heute.

40 Unternehmen fordern Ausstieg aus der Kohleverstromung.

Kein Laden für Biotomaten oder Profiteure für Solar- und Windkraft. Nein. Die Bahn, Telekom und ALDI an erster Stelle. Keine Ökogestalten im Strickpulli, sondern Vorstände im Zweireiher. Und von keiner Seite ein Widerspruch. Mit der Logik von 5-jährigen, die glauben, dass man mit Steckdosen den Strom aus der Wand abzapft, nehmen die meisten diese Forderung hin.

„Experten“ wie Latif oder Schellnhuber begrüßen sicher diesen überfälligen Schritt, ebenso die Kirchen. In den Talkshows stellt niemand die Frage, wie man dazu noch die zukünftigen Elektroautos der dann nicht mehr vorhandenen Grundlast aufbürden will. Kein Widerspruch eines Journalisten oder eines Politikers hinauf bis zur UN. Die Physik wird außer Kraft gesetzt und wo man vorher vor begrenzten Ressourcen warnte, sorgt nun allein der gute Wille dafür, dass nun auf der anderen Seite plötzlich kein Mangel mehr besteht. Natürlich sind Gegenmeinungen erlaubt, solange sie nicht wirkmächtig sind. Spätestens dann wird man aber lächerlich gemacht oder als Klimaleugner gebrandmarkt.

Dröhnt nur mir der Kopf ob dieses Irrsinns? Zuletzt sollten doch wenigstens Autohersteller oder Aktionäre dagegen sturmlaufen. Wenn es ums Geld geht, ist normalerweise Ende mit Esoterik. Für viel weniger musste schon Klinsmann damals beim FC Bayern seine Buddhas wieder abbauen. Aber nix.

Inzwischen denke ich, dass wir nur nicht genau hingehört haben. Hat nicht Merkel selbst gesagt, dass in 20 Jahren das eigene Auto ein Privileg von wenigen sein würde. Retten wir die Welt mit dem chinesischen Modell? Eine Horde fleißiger und genügsamer Arbeitsbienen mit einer verordneten Einheitsmeinung fühlen sich diesmal nicht dem Kommunismus verpflichtet, sondern einem Humanismus, der sich die Erlösung durch die Rettung der Welt auf die Fahnen geschrieben hat. Der Mangel an Strom bringt uns zurück zur Natur in sauberer Luft und Birkenstocksandalen.

Natürlich gibt es die Privilegierten, die uns den Weg zur Erleuchtung gezeigt haben. Und wir werden ihnen zujubeln, wie diejenigen, die wir für das gleiche Verhalten vor 30 Jahren noch ausgelacht haben. Wie damals haben die Jünger die Stimme des Meisters (heute Meisterin) vernommen und folgen ihr. Spätestens dann ist Strom ohnehin nur mehr ein spirituelles Erlebnis. Da braucht es keine Kohleverstromung mehr. Also alles ganz logisch mit dieser Meldung.

 

 

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