Israel unplugged

Jeder aufgeschlossene Bürger, der sich auch informieren will, bevor er ein Urteil fällt, muss feststellen, dass es im Falle Israels schwierig ist einen festen Stadtpunkt einzunehmen. Zu viel Sichtweisen konkurrieren und der Blick wird vernebelt durch uneingeschränkte Solidarität und völliger Abneigung. Für die arabischen Länder gilt Israel als Hort des Terrorismus, als Kindermörder und Unterdrückerstaat, der das ursprünglich arabische Palästina besetzt hält. Die schiere Anzahl muslimischer Vertreter in der UNO sorgt dafür, dass Israel das am häufigsten verurteilte Land der Welt ist. Für die anderen ist Israel das einzige demokratische, rechtsstaatliche Land im Nahen Osten, wodurch auch die arabische Bevölkerung profitiert. Gleichzeitig ist es sozusagen der amerikanische „Flugzeugträger“ in dieser Region. Der im Verhältnis zur amerikanischen Gesamtbevölkerung relativ hohe Anteil und Einfluss von Juden im kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Establishment der USA sorgen dafür, dass kein Präsident eine offen antiisraelische Politik betreiben kann. Manche meinen sogar, dass in diesen Kreisen eine jüdische Weltverschwörung betrieben wird.

Ins besondere dem deutschen Laien, der einen unverstellten Blick über Israel bekommen will, wird dauernd etwas von unserer Schuld und Verantwortung gegenüber Juden und Israel erzählt und einer permanenten Gesinnungskontrolle unterzogen, während sich kritiklose Israelfreunde der Atlantikbrücke und Antisemiten und Palästinenserfreunde aus dem linken Lager unverbrüderlich gegenüberstehen.

Dabei muss man sich wundern. Die wenigsten haben noch fundierte Kenntnisse über die eigenen christlichen Wurzeln. Der Anlass von Ostern, Weihnachten und besonders Pfingsten sind vielen weitgehend unbekannt. Jeder Kritiker an den links ausgerichteten Blockparteien wird aber als rechtspopulistisch, also rechtsextrem, also antisemitisch und judenfeindlich bezeichnet. Da erscheint es wie ein Witz, wenn PEGIDA als antisemitisch gebrandmarkt wird, während dort aus Sympathie Israelfahnen gezeigt werden, gleichzeitig Muslime in Deutschland „Juden ins Gas“ rufen und Israelfahnen verbrennen dürfen und weder Politik noch Medien ein großes Aufheben darüber machen. Um sich Israel zu nähern, muss man die Heuchler beider Seiten einfach ignorieren, denn sie instrumentalisieren vermeintlichen Antisemitismus und den Holocaust nur dazu, die Bevölkerung gefügig zu machen und, wenn nötig, Kritiker zu diskreditieren. Man mag mir meine Gedankengänge als laienhaft vorwerfen, doch welche Informationen über Israel sind von Medien und Politik denn noch glaubwürdig?

Mein Wissen über Israel und die Juden ist deshalb zwar vielfältig aber auch lückenhaft. Das hindert mich aber nicht, eine Meinung zu haben, und die sollte sich jeder leisten, egal wie sie ausfällt.

Unbestritten ist für mich, dass nach der Bibel das Land Israel die Heimstadt des jüdischen Volkes ist und Jerusalem seine Hauptstadt. Unbestritten ist, dass die Babylonier und später die Römer dieses Gebiet besetzt hielten und es Palästina nannten, die Moslems es eroberten und Jerusalem von den Franken zurückerobert wurde. Die Juden wurden zu allen Zeiten ermordet, viele von ihnen verschleppt, unter anderem in Persien Zuflucht fanden oder in alle Welt verstreut wurden.

Die Juden galten überall als religiöse Minderheit, Jude konnte sich nennen, der eine jüdische Mutter hatte, andernfalls musste er konvertieren. Das ganze Mittelalter hinweg war es den Juden in Europa verboten in einen der Berufsstände zu arbeiten. So verdingten sich die meisten als Händler oder Geldwechsler und so hatte man bei einem Ortswechsel immer auch schnell Anschluss an jüdische Gemeinden. Anfang des 19. Jahrhunderts waren die meisten deutschen Banken in jüdischer Hand und in den USA waren es die ersten, die so genannte „Finanzprodukte“ auf den Markt brachten. Oft genug wurden in diesen Jahrhunderten Juden aus ihren angestammten Gebieten vertrieben und ihr Besitz geraubt und konfisziert, weil sie eben wirtschaftlich erfolgreicher waren. Zum letzten Mal während der Nazizeit.

Sektenhafte jüdische Vereinigungen betrieben bis ins 19. Jahrhundert die Opferung geraubter Kinder. Unter anderem in Österreich und Russland, wo dies auch auf Fotos dokumentiert ist. In Österreich gibt es eine Kapelle, die nach so einen Vorfall benannt ist. (so viel ich mich erinnern kann „Heilige Agnes“) So litten auch wenig religiöse Juden an Vertreibung und Verfolgung. So wie hunderte Jahre früher unbescholtene Christen unter dem Hexenhammer litten.

Mit Theodor Herzl entstand die zionistische Bewegung und sie forderten eine Heimstadt in Israel, einem zu dieser Zeit britischen Protektorat. Über mehrere Schritte an internationalen Übereinkommen wurde der neue Staat Israel 1948 gegründet. Mit dem Beginn der Idee der Staatsgründung und deren Umsetzung beginnt auch die Geschichte der Gegenwart. Man musste mächtige Mitstreiter und Begründungen für einen eigenen jüdischen Staat finden. Schon in den 1910er Jahren finden sich Zeitungberichte, über die ominöse Zahl von 6 Millionen Juden, die in Russland verfolgt werden. Bis in die dreißiger Jahre finden sich diese. Jüdische Weltorganisationen waren sich uneins, als es darum ging Hitler-Deutschland wirtschaftlich zu boykottieren. Die Rassegesetze stimmten weitgehend mit den jüdischen Bestrebungen überein, das Blut ethnisch rein zu halten. Die Zionisten biederten sich bei den Nationalsozialisten an, da sie mit deren Hilfe auf die Umsetzung eines eigenen Staates hofften. Als es darum ging, Deutschland judenrein zu bringen, mussten entsprechende hohe Gebühren bezahlt werden, um nach Palästina ausreisen zu dürfen. Man wollte vor allem „blutreine“, gesunde und junge Juden dorthin übersiedeln. Sozusagen Alte und Kranke und nicht Blutreine zuletzt. Die Deutschen halfen sogar, diese Gelder einzuziehen und nach England zu überweisen; es sollte zum Aufbau des neuen Staates Israel dienen. Noch während des Krieges konnte zionistische Literatur in Berliner Buchhandlungen vertrieben werden. Die Ungleichbehandlung führte zu entsprechenden Spannungen unter den jüdischen Weltorganisationen bis dahin, als man sich von den Nationalsozialisten abwandte und nun mit Britischer Hilfe versuchte einen eigenen Staat zu bekommen. Mit dem Holocaust hatten sie sich diesen Staat vor den Augen der anderen Kriegsbeteiligten „verdient“, weil sie entsprechende Opfer gebracht hatten.

Diese Fakten zu benennen gilt schon als antisemitisch. Warum eigentlich? Ein derart kleines Staatsgebiet musste Prioritäten setzen und einen verlässlichen starken Partner suchen, um zu überleben. Das Verhalten der Zionisten mag heute rassistisch erscheinen, doch es ist rational nachvollziehbar. Karl der Große hat die Sachsen mit dem Schwert und nicht mit Stuhlkreis und Integrationshelfern christianisiert und wurde trotzdem heiliggesprochen.

Sofort nach der Staatsgründung wurde Israel von mehreren arabischen Ländern angegriffen. In Einklang mit der UN verlor Israel dadurch einen Teil seines Territoriums, gewann aber einen wesentlich größeren Teil hinzu. Im Sechs-Tage-Krieg 1967 erweiterte Israel wiederum sein Staatsgebiet; laut Verfassung zählt das Gebiet zu Israel, welches militärisch kontrolliert wird. So ist auch der Staat Israel bezüglich seines Staatsgebietes veränderlich. (Video zur Staatsgründung hier)

Springt man in die Gegenwart, so wird zwar immer eine Zwei-Staaten-Lösung propagiert, aber auch die Palästinenser- der Begriff eines Kunstvolkes aus den 70igern- können kein Interesse daran haben. Korruption und Vetternwirtschaft hemmen jede Entwicklung in den Autonomiegebieten, wo Milliarden an EU-Fördergeldern versickern, und man kann die Schuld auf Israel schieben. Man kann gegebenenfalls mit einem Raketenbeschuss auf israelisches Gebiet eine entsprechende Reaktion provozieren. Sobald Palästina ein eigener Staat wäre, dürfte Israel völkerrechtlich diese Gebiete dann bombardieren und besetzen. Die arabischen Eliten brauchen das Feindbild Israel für ihr eigenes Versagen. Doch auch Israel braucht dieses Feindbild. Wie ließen sich Männer und Frauen ohne entsprechendes Feindbild zu einem zweijährigen Wehrdienst verpflichten, immer mit der Gefahr ein Opfer radikaler Muslime zu werden? So lassen vor allem höhere Dienstgrade ihren Hass und ihre Verachtung an den Arabern aus. Menschenunwürdige und willkürliche Verhaftungen und Hausdurchsuchungen prägen das Bild und steigern die gegenseitige Abneigung. Das Leben für junge Israelis ist kein Zuckerschlecken, denn es fehlt vor allem an bezahlbaren Wohnraum. In den nächsten Jahren wird sich Israel von einer Demokratie zu einem totalitären Staat entwickeln müssen, so will er denn überleben. Die Geburtenraten von über 3 Kindern pro Frau rekrutiert sich vor allem aus Antidemokraten: Muslime die Israel zu Gunsten eines Gottesstaates beseitigen wollen und orthodoxe Juden, die mit Demokratie ebenfalls nicht viel am Hut haben. Nur mit einer Einschränkung deren Mitsprache ist dies möglich.

Der gewöhnliche Jude, dem sein Glaube Privatsache ist, leidet seit 100 Jahren an dieser Entwicklung. Die Menschen jüdischer Abstammung, die mit Eifer für Deutschland im 1.Weltkrieg gekämpft hatten, wurden in die Konzentrationslager gesteckt, während die jüdischen Eliten sich meist absetzen konnten. Unter dem Holocaust litten genau nicht diese Familien, die sich später aufschwangen, von anderen Ländern Entschädigung für die Überlebenden zu fordern. Auf Kosten gewöhnlicher Juden, bedienten sich Lobbyisten einer Holocaustindustrie, deren größtes Problem es war, möglichst hohe Opferzahlen zu beklagen, bei möglichst hoher Anzahl von zu entschädigenden Überlebenden oder Zwangsarbeitern. Die Gelder sollten der Arbeit jüdischer Organisationen dienen, während an die wirklich Berechtigten von Milliarden Dollar nur Minimalbeträge weitergereicht wurden. Das gleiche galt für zurückgeforderte Liegenschaften in Polen und Österreich.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Vertreter des Zentralrates der Juden, Knobloch und Schuster in meinen Augen wie Heuchler. In Frankreich verlassen die Juden Paris Seine-Saint-Denis wegen der Anfeindungen und Übergriffen von Muslimen. Schon mal davor gewarnt worden, dass sich das in Deutschland wiederholen könnte? Nix gehört. Die deutschen Judenvertreter sehen die Gefahr im Rechtspopulismus und beteiligen sich an einer interreligiösen Gedenkfeier mit ihren Todfeinden anlässlich des islamistischen Anschlages am Breitscheidplatz. Was haben wir gelacht. Schlechter Charakter macht sich nicht an der Religionszugehörigkeit fest. Opfer sein oder sich als Opfer gebieren ist ein großer Unterschied und in Deutschland ist es die Feigheit vor dem Feind bzw. Opportunismus, dass man vor vereinzelten, minderintelligenten, judenfeindlichen Glatzköpfen warnt, während Muslime hinter dem Brandenburger Tor Israelflaggen verbrennen.

Meine Meinung zu Israel? Die Staatsgründung brauchte bzw. der Fortbestand Israels braucht skrupellose, wenn meiner, auch korrupte und kriminelle, politische Vertreter, die bei allem Eigennutz aber nicht gegen israelische oder jüdische Interessen agieren. Das Gegenteil sieht man bei deutschen Politikern, wenn sie vermeintlich deutsche oder christlich-europäische Interessen vertreten.

Es kristallisiert sich jedoch heraus, dass der jüdisch-amerikanische Arm auf die Existenz Israels und sogar der USA als Imperium verzichten kann. Die weltumspannenden Strukturen von ehemals jüdischen Banken und Kartellen haben sich inzwischen soweit etabliert, dass sie ohne Staatsgebiet auskommen und die letzte Bedrohung in Form souveräner Nationalstaaten durch die Zersetzung der homogenen Staatsvölker beseitigen wollen.

Die geschichtlichen Umstände haben es gewollt, dass im weltumspannenden Establishment zufällig viele Juden sind, doch sie sind die größte Bedrohung für die Juden selbst und den Staat Israel. Die Kritik an dieser Kaste und seinen willigen Vasallen der etablierten deutschen und europäischen Politik wird vor allem den Deutschen als Antisemitismus ausgelegt. Dabei ist der Kampf gegen Internationalismus und unbegrenzte Einwanderung aus muslimischen Ländern erst der Garant für den Fortbestand jüdischen Lebens in Deutschland und Europa.

Meine Meinung zu Israel? Nur diejenigen politischen Gruppen in Europa, die für den Fortbestand christlich geprägter Nationalstaaten sind und sich rechtspopulistisch und somit antisemitisch nennen lassen müssen, garantieren das Überleben der Juden in Israel. Würde ein muslimisch dominiertes Europa oder Amerika als Schutzmacht Israels und der dort lebenden Juden auftreten?

Wohl eher nicht.

Auch wenn es paradox klingt: Allein die vermeintlichen Antisemiten treten in Europa aktiv für jüdische Interessen ein.

 

Bild:https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flag_of_Israel.svg