Energiewende und der Irrsinn zu Weihnachten.

Unsere Medien bewegen sich immer zwischen Berichten über die zukünftigen Katastrophen wegen des Klimawandels und Erfolgsmeldungen über die deutsche Energiewende. Der Anteil an der Gesamtmenge des in Deutschland erzeugten Stroms steigt stetig an und alle freuen sich. Klickt man jedoch auf die Seite agora-energiewende.de, so kann man den realen Irrsinn in Echtzeit verfolgen, wenn man ein paar grundlegende Fakten kennt.

Obwohl wir nur 55%, der von Wind- und Solarenergie erzeugten Strommenge verwerten können, weil es in ein stabiles Netz eingespeist werden muss, liefern Wind- und Solar knapp 100GW Nettoleistung. Täglich werden in Deutschland an Werktagen zwischen 65 und 75GW benötigt. Durch die garantierte Abnahme und die EEG-Umlage, um einen festen Strompreis zu garantieren, kann man am Markt vorbei agieren. Und es werden immer noch mehr Windräder und Solaranlagen installiert. Die letzten zwei Wochen zeigten nun den Irrsinn dieser Politik.

Am 25.12. benötigte man um 5 Uhr morgens 48GW. Kein Wunder, dass es am 1.Weihnachtsfeiertag so wenig war, denn Geschäfte und die meisten Betriebe waren geschlossen. Die regenerativen Energien lieferten da etwa 35GW. Rechnet man ein, dass davon knapp 10GW auf Wasser und Biogas als Grundlast entfallen, so lieferten Wind und Solar etwa ein Viertel der installierten Leistung. (hier ca.28GW). Um den überflüssigen Strom an der Strombörse loszukriegen, musste man zu dieser Zeit pro MWh mehr als 61 € zu diesem Geschenk zuzahlen, damit es überhaupt jemand wollte. Über die Feiertage entstand insgesamt ein Verlust im dreistelligen Millionenbereich. Man stelle sich vor, dass bei optimaler Sonneneinstrahlung und Windverhältnissen theoretisch           mindestens nochmal die Doppelte Menge nicht verwertbaren Stroms geliefert werden könnte.

Das gegenteilige Extrem gab es einige Tage vor Weihnachten.

Am 17.12. um 10 Uhr lieferten die Offshore-Windanlagen von 4GW installierter Leistung nur 0,022GW.

Am 18.12. wurden zur Hochzeit 75GW Strom benötigt, Wind und Solar lieferten zusammen weniger als 1,5GW. Zwischen dem 18. Und 21.12. war der Beitrag von Wind und Solar nur marginal, so dass der Strompreis wirklich dem Angebot und der Nachfrage folgte. Die Kurven von Verbrauch und Preis sind dann fast Deckungsgleich. Was haben sich dann wohl die konventionellen Stromerzeuger über die Feiertage gedacht, als man zu zwei Drittel der Zeit sogar noch draufzahlen musste, um den Strom an den Mann zu kriegen?

Grob kann man anhand der sehr anschaulichen Schaubildern sagen, dass das Stromnetz nie mehr als 35GW erneuerbarer Energien verträgt. Zieht man dann noch das Biogas und die Wasserkraft ab, so bleiben für Wind- und Solarenergie nur gut 25GW, die man an die deutschen Verbraucher weitergeben kann. Der Rest muss exportiert werden. Man stelle sich vor, unsere Nachbarländer würden sich auch für eine Energiewende dieser Art entscheiden.

Bei diesen Zahlen muss man sich fragen, wie man dazu noch auf den Irrsinn kommen kann, Windstrom mit Kabeln in den Süden Deutschlands zu liefern, vor allem, weil an jeder beliebigen Grafik deutlich wird, dass der Stromertrag aller deutschen Wind- und Solaranlagen weitgehend synchron läuft. Eine Dunkelflaute betrifft immer ganz Deutschland, oft beinahe das ganze europäische Festland. Wer würde auf der anderen Seite ein Überangebot dieses Stroms abnehmen, wenn er den Anteil von 55% übersteigen sollte?

Man könnte nun vorschlagen, dass in jedem Gebiet nur der Anteil an Wind und Solar installiert wird, dass die installierte Leistung in etwa zu 55% des durchschnittlichen Verbrauchs entspricht. Doch auch diese Rechnung geht nicht auf. Als Beispiel soll hier der Monat Mai 2017 aufgeführt werden. Knapp 88 Prozent der Betriebsstunden verbrachten Windkraftanlagen in Deutschland in diesem Monat im Leistungsbereich unterhalb 30 Prozent.

Das würde bedeuten, dass man theoretisch über 150% installieren müsste, um diese Menge an 11 von 12 Monaten erbringen zu können. Das hat man aber inzwischen bei weitem schon erreicht, wenn man die Grundlast von Wasser und Solar mit einrechnet. Die Installierte Leistung von Wind und Solar muss jedoch zu 100% vorgehalten werden, denn es ist egal, ob sich ein Windrad oder 10000 Windräder nicht drehen.

Die Schwankungen sind so brachial, dass kein Land ernsthaft daran denken kann, mit Wind und Solar ein Industrieland zu versorgen.

Den Einwand, dass man nur entsprechende Speichermedien bräuchte, kann man getrost vergessen. Allein Pumpspeicherkraftwerke eigneten sich dazu. Batterien scheitern an den Kosten, der Größe, den verfügbaren Rohstoffen und der Energiedichte. Dazu nur einen Ausschnitt aus einem Artikel, der von der Unmöglichkeit dieses Vorhabens zeugt. Es wurde schnell offensichtlich, dass Jay Weatherills ‚Energieplan‘ darin besteht, rund 150 Millionen Dollar für eine 100 MW Tesla Batterie mit Infrastruktur hinaus zu werfen – Das würde Südaustralien für vier Minuten versorgen…

Power To Gas? Bei den Energieverlusten, die bei der Umwandlung in Gas und die Zurückverwandlung in Strom entstehen, kann keine dieser Anlagen auf dem Markt bestehen. (eingebettet in einem interessanten Artikel über den ganzen Themenbereich hier)

Die übrigen Daten in diesem Artikel lassen sich auf angora-energiewende.de leicht selbst erschließen, denn es lassen sich auch in der Rückschau einzelne Tage, Wochen oder andere beliebige Zeiträume eingeben.

Bleibt am Ende die Frage: Warum hält man trotzdem an der Energiewende fest, obwohl die Ziele offensichtlich utopisch sind?