Der betreute Untertan.

Wir schaffen 30000 Betreuungsplätze für Kinder, damit die Eltern ungestört arbeiten können.  So hieß es heute in einer Meldung im Radiosender B5.

Für Alleinerziehende sind solche Betreuungsplätze eine tolle Sache, die bayerische Sozialministerin begründet die Schaffung dieser Plätze aber anders: Eltern sollen ungestört von den Kindern arbeiten können. Da muss man schon mal fragen, warum Eltern, wo beide an der Karriere arbeiten und an der Selbstentfaltung feilen, sich Kinder zulegen. Wegen des Kinderfreibetrages? Als Statussymbol?

Es ist nachgewiesen, dass Frauen, die Karriere machen wollen, relativ spät heiraten und Kinder bekommen oder kinderlos bleiben. Dabei heiraten sie dann meist Männer, die noch erfolgreicher sind als sie selbst, sodass die Frauen oft nicht mehr so hartnäckig in ihrem Beruf arbeiten wollen.

Nehmen wir mal den Normalfall, dann ist nämlich in den letzten 40 Jahren einiges schiefgelaufen. Eine Familie mit 3 Kindern und dem Mann als Alleinverdiener war damals zumindest auf dem Land in der Lage, ein Auto zu besitzen, einmal im Jahr gemeinsam Urlaub zu machen und, wenn er nach Feierabend mit angepackt hat, ein Eigenheim hinzustellen. Das war die Zeit, in der Deutschland zu einer der führenden Industrienationen aufstieg, obwohl man auf die Hälfte der potentiellen Steuerzahler verzichten musste. Heute müssen beide Elternteile mallochen, um über die Runden zu kommen, man wohnt zu horrender Miete und an Urlaub ist nicht zu denken. Und weil die Miete hoch ist und die Zinsen niedrig, kann man ja auch einen Kredit nehmen und stattdessen ein Haus abbezahlen.

Bingo! Genau so stellt sich das auch unsere Ministerin vor. Darum will sie auch genügend Betreuungsplätze zur Verfügung stellen, damit sie auch ganz gewiss dreißig Jahre weitermallochen, um den Kredit abzubezahlen. Aber was noch wichtiger ist: Da kommen sie dann nicht auf dumme Gedanken. Wer da auf jeden Euro angewiesen ist, der geht nicht gerne auf Demos, wo man Merkels Politik nicht so gut findet. Da lässt man auch nicht in Leserbriefen oder in Mails an den eigenen Abgeordneten mal richtig die Sau raus. Solchen Leuten kann man, vor allem wenn ihr Job direkt oder indirekt von Steuergeldern finanziert ist, auch ein Flüchtlingsheim oder eine Moschee vor die Nase pflanzen. Wer würde da schon mit Klarnamen dagegen unterschreiben, wenn man bei den Kirchen oder im Landratsamt im Büro arbeitet. Da wäre es unklug bei einer Bürgerinitiative persönlich aufzumarschieren. Von denen findet sich auch keiner von den Merkel-muss-weg-Schreiern am Straßenrand. Aber da kommst Du ohnehin nicht drauf, weil Du am Abend ja mit deinen Kindern beschäftigt bist und die Welt höchstens aus dem Munde von Klaus Kleber kennst und nicht aus irgendwelchen rechtspopulistischen alternativen Nachrichtenseiten. Und wenn Du noch zusätzlich putzen gehst, damit man auch die Raten bedienen kann, dann bist Du mit 60 so im Eimer, dass Du durch Dein frühzeitiges Ableben nicht unnötig die Rentenkasse belastest.

Und so soll es sein! Sei ein guter Untertan und glaub einfach daran, dass die Politiker das Beste für dich wollen. Glaub einfach daran, dass es uns in Deutschland noch nie besser gegangen ist, auch wenn wir inzwischen beim Median des Nettovermögens auf Rang 14 in Europa liegen und der Median in Europa über doppelt so hoch ist.

Heißt: Der Deutsche genau in der Mitte der deutschen Bevölkerung besitzt ein Vermögen von 51000 €. Der Europäer aller Europäer liegt jedoch bei 110000 €!

Deine Kinder wird man in Kita und Ganztagsschule in 20 Jahren so indoktriniert und weichgekocht haben, dass sie glauben, dass es ihnen in Zukunft genauso gut wie ihren Eltern gehen wird, wenn sie bereit sind noch länger und dafür für weniger Geld zu arbeiten. Aber ich bin sicher, sie schaffen es auch, so gute Untertanen zu werden wie Du.