Die Tagesschau auf Roy Blacks Spuren.

Sie kennen sicher die Bata Ilics und Roy Blacks, die das Ende ihrer Karriere erst kurz vor der Bodenberührung bemerkten. Da waren sie dann gezwungen bei jeder Möbelhauseröffnung zu singen und von der Bühne zum tausendsten Mal von der ersten Liebe zu schmachten, um sich hinterher mit dem Publikum über Rheumadecken zu unterhalten. Irgendwann war der Tod für sie und auch für das Publikum wohl eine Erlösung.

Was hat das mit der Tagesschau zu tun? Ich denke, sie hat wie das Informationsradio von BR5, wo ich das gehört habe, zumindest heute Morgen noch den kompletten Datensatz verwendet, den man für die passende Syrienmeldung braucht:

Assad, Fassbombe, Giftgas, Frauen und Kinder, Weißhelme, syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die ÖR-Medien sind so klamm, weil sie das meiste Geld der Zwangsgebührenzahler schon für das fürstliche Altersruhegeld ihrer Mitarbeiter verbraten, sodass der „ARD-Korrespondent vor Ort“ tausende Kilometer entfernt vom eigentlichen Geschehen hocken muss, wo er dann die dpa-Meldung aus Deutschland vorliest.

Nachdem nun die Ressentiments gegenüber Assad bedenklich abgenommen haben, haben sie dann beim „Vor-Ort-Korrespondenten“ nachgefragt, ob man da nicht wo eine passende Meldung herbekommt.

Der meinte dann, dass ja die Weißhelme eh gerade in Idlib hocken und die hätten immer ’ne Kamera dabei und ein paar Gasmasken und dazu einige Dschihadisten, die auch ohne Giftgaseinwirkung ziemlich bescheuert dreinschauen. Da kann man sicher ein paar gute Bilder drehen.

Die Weißhelme waren ja vorher schon in Ost-Aleppo und haben vom Leiden der Zivilbevölkerung unter Assad berichtet. Dass dann die Russen den Kampf beendet haben, indem sie die IS-Terroristen in dem Stadtteil besiegt haben und die Weißhelme den russischen Befreiern nicht wie die Bewohner jubelnd entgegengelaufen sind, erscheint dann hinterher etwas unlogisch. Den Terroristen und deren Unterstützer aus der Bevölkerung hat man dann mit Bussen freien Abzug nach Idlib gewährt. Berechtigterweise wird sich der informierte Zuschauer fragen, wo denn die „Weißhelden“ nach der Befreiung abgeblieben sind. Weil der gewöhnliche Tagesschau-Konsument aber nicht informiert ist, stellt auch keiner diese Frage.

Die Bana aus Aleppo, die uns immer angeblich von dort über den bösen Assad vorgeheult hat, ist dann leider auf halbem Weg in die Türkei abgebogen, um sich dann von Erdogan persönlich dafür loben zu lassen. Vielleicht ist ja auch eine Ayshe aus Idlib dort, die das dann übernehmen kann.

Da hat der ARD-Vor-Ort bei Rami Abdul Rahman in London angerufen, ob man da was machen könnte. Das ist der mit der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Er meinte, der Stoltenberg von der NATO hätte auch schon angerufen, weil der Assad inzwischen so wenig bedrohlich rüberkommt. Kann nicht sein, dass die Leute da schon freiwillig mit Pro-Assad-Plakaten rumlaufen! Das habe mit westlicher Demokratievorstellung schließlich nix zu tun! Er müsse noch ein paar Mottenkugeln in der Kleiderkammer verteilen, aber dann würde er sich gleich darum kümmern.

Dann hat es wieder etwas länger gedauert, bis die Tagesschau die passende Meldung bringen konnten. Die Weißhelme mussten ein paar Szenen mehrmals drehen und den Rest passend zusammenschneiden, weil immer einige Dödels von den Dschihadistendarstellern grinsen oder entspannt miteinander labern sobald sie glauben, sie wären nicht im Bild.

Bei der Konferenz der Tagesschau gab es zwar ein paar kritische Stimmen, weil allein bei der Erwähnung der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, der Kommentarbereich kocht, weil man immer noch diesen Londoner Kleiderständer und NATO-Durchlauferhitzer als Quelle benennt. Der Chef vom Dienst meinte aber, das letzte Mal wäre eh schon länger her, da könnte man das locker nochmal bringen. Weder habe man die Kohle schnell was Passendes zu drehen, noch gibt die Realität im Moment das von der NATO geforderte Ereignis her.

Einer der Redakteure, der mal in England war, meinte, er kenne einen Mohammed, der habe früher beim IS in Syrien gearbeitet und hat jetzt einen Dönerstand in Manchester. Der kann Arabisch und einen Laptop mit Internet hätte er auch. Vielleicht kennt den ja der Norbert von der Atlantikbrücke, dann braucht der Stoltenberg dort nicht extra vorbeischauen.

Inzwischen muss ja auch jedes Möbelhaus ohne Fernseher GEZ-Gebühren bezahlen. Da muss der Kai Gniffke für diese Meldung nicht persönlich erscheinen oder sich hinterher über Rheumadecken unterhalten. Würde aber nicht schaden, denn dann würde er merken, dass auch die Tagesschau schon im Sterben liegt.

 

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