Karnevalistische Tretminen.

Karnevalsumzüge sind mir ein Graus, besonders im Fernsehen. Fasching in der Provinz geht noch, denn da maßt sich niemand an, den ultimativen Witz über Trump, AfD oder Putin zu machen, nachdem das Thema weitgehend permanent von Comedians ausgelutscht wurde und wird. Da geht es eher ums Verkleiden.

Ein eher unbedeutendes Ereignis zeigt aber wie sich die großen Karnevalsgesellschaften positionieren, wie sie scheinbar provozieren, ohne aber anzuecken.

Ein Wagen in Saarbrücken zeigt eine Badewanne mit einigen südländischen Gestalten im Turban, außen dran steht: Die Wanne ist voll. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Wie blöd ist denn das! Nicht, dass der Staatsschutz ermittelt, sondern, dass die Erbauer meinten, sie könnten heutzutage ungestraft mit so einem Wagen durch eine größere Stadt fahren. Dass der Staatschutz ermittelt ist natürlich auch bescheuert, der ist aber weisungsgebunden und so ist das keine Überraschung.

Ist ja nett, dass die Wagenerbauer erkannt haben, dass sie damit keine Minderheitenmeinung mehr vertreten, auch wenn es keiner laut zu sagen wagt, und so im Gegensatz zu 2015 auf ein wohl gesonnenes Publikum treffen würden. Wenn die in der DDR die ungesagte Mehrheitsmeinung auf einem Wagen präsentiert hätten, wäre das sicher auch der Brüller für die Leute am Straßenrand gewesen. Den Rest, was dann folgt, kann man sich dann dazudenken.

Die Amateure in der Karnevalsbewegung und unter den Comedians ticken da recht eindimensional. Die Politiker, Kirchenmänner und Gewerkschaftler können sie für ihre persönlichen Verfehlungen und Charakterzüge jederzeit durch den Kakao ziehen und in den Dreck treten; wenn man einen schon abgeschossen hat, darf man sogar dessen Lokalpolitik und die Folgen kritisieren. Die große Politik der westlichen Strippenzieher dahinter ist Tabu.

Schon mal einen Themenwagen mit Juncker und Schulz unter Hammer und Sichel gesehen? Schon mal einen Röttgen, einen Brok und einen Özdemir als Marionette unter dem Logo der Atlantikbrücke gesehen? Ein paar Südländer, die aus einem Sozialamt laufen mit Geldsäcken auf dem Rücken, wären das gleiche Kaliber.

Die echten Profis der Karnevalisten in Köln und Mainz machen keine solchen Anfängerfehler: Da kann man einen nackten Trump von einem russischen Bären vögeln lassen. Das ist kein Problem. Schon mal einen Obama auf einem Haufen Waffen thronen sehen, garniert mit massakrierten und zerschmetterten Kindern? In der Hand eine Tafel mit der Zahl 8 und darüber einen Friedensengel.

Nicht mal einen Wagen mit 30 Gender-Geschlechtern hab‘ ich da jemals gesehen, obwohl der echt was hergeben würde. Ein Sammelsurium aus Aliens von der Love-Parade. Aber wer traut sich schon, einen weltweiten Konsens und Schlachtplan der NWO-Vordenker bei der UN zu kritisieren? Darum versteht sich der Kölner Karneval- und Politklüngel ja so gut, weil da nix kommt, was für die Eliten wirklich gefährlich wäre. Die Karnevalisten machen sich zum Sprachrohr der Mächtigen, wenn sie inzwischen auf jegliche Opposition einprügeln und sie lächerlich machen.

Wie lustig! Eine Guillotine, wo Höcke, Bachmann und Le Pen geköpft werden. Was haben wir gelacht! Und so originell! Merken Sie was?

Jetzt mal einen Schritt zurück der Tipp für den Anfänger: Ein Themenwagen mit Teddybärenwerferinnen; nicht auf grimmige Männer, sondern auf Familien mit Kindern mit riesigen Kulleraugen. Und eine Aufschrift: Große Führerin! Wir danken dir!

Und jetzt denken sie an die zwei superlustigen und sonst so geschwätzigen Live-Dödel in der Moderatorenbox von Köln oder Mainz.

Sehen Sie wie schnell sie lernen? Das alles wird kommen. Nicht so krass wie hier beschrieben, aber es wird sicher etwas für Nostalgiker.