Volksvertreter kaufen oder mieten.

Da freut man sich, dass sich die Volksvertreter verschiedener Parteien einmal nicht bekriegen, sondern im Sinne aller Bürger die Stimme erheben! In einem Artikel in der Deutschen Wirtschaftsnachrichten heißt es nämlich:

Europäische Energiepolitik und Solidarität mit unseren Nachbarn sprechen gegen Nord Stream 2“, heißt es weiter in dem Beitrag der EU-Abgeordneten Manfred Weber (CSU), Reinhard Bütikofer (Grüne), Nadja Hirsch (FDP) und Elmar Brok (CDU) sowie der Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen (CDU), Oliver Krischer (Grüne) und Michael Link (FDP). Sonst werde „die EU gespalten und Vertrauen geht verloren“.

Wenn man sich die Namen ansieht, haben sich hier nicht irgendwelche besorgten Europafreunde zusammengefunden, sondern die Sprechroboter für transatlantische Interessen.

Norbert Röttgen und Reinhardt Bütikhofer sind Mitglieder der Atlantik-Brücke, beide sogar im Vorstand. Elmar Brok ist ebenfalls in dem Verein und taucht immer da auf, wo es dann um die Drecksarbeit geht, die Westinteressen auch mit gewaltsamen Mitteln durchzudrücken. Er kennt da keinerlei Berührungsängste. Das Blondchen Nadja Hirsch von der FDP ist die Nachrückerin für Otto Graf Lamsdorff und der hat seine Unterlagen, die er von der Atlantik-Brücke bekommen hat, wohl gleich für sie auf dem Schreibtisch liegen lassen.

Zu Oliver Kirscher ist man dann nur hingegangen und hat gesagt: He Olli! Du hast nix gelernt und wärst in einem Leben ohne Partei völlig überflüssig und ein Sozialfall. Wir bräuchten noch einen von eurer Partei, denn, wenn wir die Kathi oder den Cem nehmen, dann fällt es doch zu stark auf, dass es uns persönlich eigentlich scheißegal ist, ob da eine Pipeline gebaut wird oder nicht und wir nur ein bisschen Lobbyarbeit betreiben. Ist aber ganz freiwillig! Der Olli war dann schnell überzeugt, auch ohne dass man ihm noch Fotos von seiner Frau, seinem Auto und seinem Haus gezeigt hätte.

Die Merkel von der Atlantik-Brücke hat dann bei Manfred Weber angerufen und hat vielleicht gemeint, dass es nicht gut rüberkäme, wenn sie sagt, die Deutschen bräuchten jetzt doch kein russisches Gas, weil man die anderen Europäer nicht übergehen will. Da würden die Rechtspopulisten wieder sagen, dass wir der EU, den Polen und baltischen Ländern in den Arsch kriechen und deutsche Interessen verraten, weil die die Pipeline nicht wollen. Schließlich wollen die Polen am Gastransit durch ihr Land verdienen und wollen sogar ein Drehkreuz für Europa werden und haben auch die Infrastruktur für Flüssiggasimporte für US-Anbieter ausgebaut. Da würde Europa gespalten und Vertrauen ginge verloren. Ist zwar völliger Blödsinn, klingt aber gut.

Aber der Manfred wusste schon vorher, was er sagen musste, denn schließlich war er zur diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen und durfte sogar eine Rede halten. Ein Jochen Bittner oder Vertreter diverser transatlantischer Stiftungen hatten wie damals beim Herrn Gauck sicher die Zeit, ihm die richtigen Worte in den Mund zu legen. Und überhaupt gibt es auf solchen Veranstaltungen genügend Möglichkeiten zwischen Pinkeln und Händewaschen, dass einen die richtigen Leute anquatschen.

Michael Link von der FDP ist zwar nicht bei der Atlantik-Brücke, sondern nur bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, die durch ihre beiden Gründer schon einen tadellosen Ruf hat, weil die für die „Arisierung“ geraubten jüdischen Vermögens zuständig waren. Das ist also derselbe Teig wie vor 45, nur unter anderem Namen.

Der Haufen, der sich hier gegen Nordstream 2 ausspricht, ist etwa so glaubwürdig wie Simone Peter von den GRÜNEN. Die treibt aber zum Beispiel die Energiewende mit den ganzen zu erwartenden Subventionen für sinnlose Windräder in eigener Sache voran. Schließlich würde ich als Präsident des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien das Gleiche tun.

Warum lassen sich eigentlich diese Politiker noch wählen und von Steuergeldern bezahlen und nicht wie in diesem Fall von Santos Ltd, Linde AG oder Eni S.p.A.?

Gut. Dann würde man es nicht mehr Demokratie nennen, weil dann hätten wir sozusagen ein unterschiedliches Stimmengewicht, weil sich nicht jeder einen Abgeordneten leisten könnte.

Die EU nennt man aber trotzdem Demokratie, obwohl die dort auch ein unterschiedliches Stimmengewicht haben, die EU-Kommission von keinem Bürger gewählt ist und ich nicht zu den 20000 Lobbyisten in Brüssel gehöre, die sich einen eigenen Abgeordneten kaufen können.