Die Zeit der Aufklärung ist uns inzwischen voraus.

Fast während der gesamten Menschheitsgeschichte war sie eng mit gottgefälligem Handeln verbunden, um entweder Hilfe von den Göttern zu erbitten oder ihren Zorn zu besänftigen. Die Urchristen waren durch Jesus für kurze Zeit von dem Joch befreit, ihre Gottgefälligkeit durch das Abarbeiten der jüdischen Regeln zu beweisen. Die katholische Amtskirche erkannte aber schnell, dass so ein System eine tolle Sache wäre und jochte dann die Christen bis über die Aufklärung hinaus für weitere 1500 Jahre unter.

Im Mittelalter wurden Frauen mit krummen Nasen oder Muttermal an der falschen Stelle für Missernten, Hagel oder Dürren verantwortlich gemacht und auf die Scheiterhaufen gezerrt. Die Kirchen und Adelshäuser haben da gerne mitgemacht irgendwelche Sündenböcke zu suchen, waren sie doch am wenigsten betroffen. Irgendwann waren einige Bürger doch so schlau, sie dafür verantwortlich zu machen und nötigten sie Lagerhäuser zu bauen und Vorräte anzulegen, um die schlimmsten Auswirkungen von Hungersnöten zu mildern. Das taten die dann auch, schließlich sind leere Mägen die größte Gefahr für den Herrscher. So trieb auch Friedrich der Große die Einführung der relativ unempfindlichen Kartoffel voran.

Die christlichen Werte und Regeln hatten aber auch ihr Gutes. Die Barmherzigkeit und Hilfe war nicht nur mehr dem eigenen Stamm oder Familienclan vorbehalten, sondern erstreckte sich theoretisch auf alle Mitmenschen. Das stand aber nicht im Widerspruch dazu, dass Bürgerspitale und Armenhäuser nur den Bewohnern der eigenen Stadt vorbehalten waren. Nicht nur deshalb wurde das Stadttor bewacht und nicht jeder eingelassen. Bettler, Schnorrer und Kleinkriminelle von außerhalb machen eben einfach Stress und sorgen dafür, dass am Ende insgesamt weniger etwas von der Hilfe haben. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, den armen Klosterschwestern deshalb Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit vorzuwerfen. Es war eine rein rationale Entscheidung: Die Schwestern und Mönche konnten ungestört ihre Arbeit verrichten, die Kranken und Bedürftigen waren vor eventuellen Übergriffen geschützt.

Und wo sind wir heute? Die „Wir-retten-die-Welt“-Ideologie hat schon wieder solch religiöse Züge angenommen, dass wir es glatt mit dem Mittelalter aufnehmen können. An verschiedenen Tafeln hat man einen Aufnahmestopp für Migranten verhängt, weil sich viele von denen schlichtweg nicht benehmen können. Sie drängeln, raffen und sind einfach aggressiv und unhöflich. Es ist auch einfach unökonomisch, wenn Lebensmittel von ihnen weggeworfen werden, weil sie nicht halal sind oder nicht der gewünschten Geschmacksrichtung entsprechen. Es ist unökonomisch, wenn ich Leute dazu abstellen muss, um für Ordnung zu sorgen, wenn es vorher ohne ging. Dazu verprellt man auch viele Helfer. Es ist eine rein rationale und sinnvolle Entscheidung.

Man muss nicht mal die Ansicht von BBF-Stadtverordneten Wolfgang Hübner teilen, dass es unbedingt eine Bevorzugung von Deutschen geben muss:

…Für Barley existiert zudem aus ideologischer Sicht kein Unterschied zwischen den Eigenen und den Fremden. Im Gegenteil: In ihrer universalistischen Gesinnungsethik rangieren die armen oder für arm gewähnten Fremden womöglich noch vor armen Deutschen, die sowieso längst nicht mehr wählen gehen, schon gar nicht mehr die SPD…

Denn die verquere Gesinnungsethik einer Frau Barley (SPD) ist allein schon daran schuld, dass ehrenamtliche Helfer nicht mal mehr die Freiheit haben sollen, nur denen Hilfe zu gewähren, die ihnen nicht auf den Senkel gehen. Es ist ja glatt unverschämt, wenn ausgerechnet Linke, die für Wohltaten grundsätzlich nur fremdes Geld ausgeben, sich darüber aufregen. Es gibt eben Helfer, für die die Hilfe eben auch etwas „kostet“: Nämlich Geld, Zeit und Nerven. Da haben sich dann keine gutmenschlichen Moralapostel einzumischen, die die Betreiber am liebsten wieder auf einem Scheiterhaufen sehen würden.

Ich gehöre zu denen, die es den Sammlern ins Gesicht sagt, dass ich für Tierschützer oder Flüchtlinge grundsätzlich nicht spende. Wenn ich spende, dann nicht, weil ich mich gut oder besonders moralisch fühlen will, sondern, weil es nicht richtig ist, wenn manche bei uns wie Hunde leben müssen.

Es gibt anscheinend genügend, die nur helfen, wenn’s ihnen persönlich nichts kostet. Ich hatte mal gebrauchte, wirklich hochwertige Kleidung gewaschen, gebügelt und verpackt und rief dann in einer Obdachloseneinrichtung an, ob sie das brauchen könnten. Die meinte schon, aber ich müsste das Porto selber zahlen. Als ich meinte, davon ginge ich aus, sagte sie, dass viele dann nichts schickten, weil es ihnen was kosten würde. Das charakterisiert sehr gut das Gutmenschentum, das das Helfen gerne an andere delegiert und es sich dann auf die eigenen Fahnen schreibt.

Die gleiche mittelalterliche Esoterik findet sich in Bezug auf das Klima. Heute sind es nicht mehr Hexen, sondern Klimaleugner, und um sich von „der Menschheit“ die Absolution zu holen und von jeglicher historischen Schuld freisprechen zu lassen, bauen wir ohne Sinn und Verstand Windräder und Solaranlagen, holzen Regenwälder für den Anbau von Palmöl als Treibstoff ab und gefährden die Nahrungsmittelproduktion durch den Anbau von Energiemais. Am Ende schadet dieses Verhalten mehr Menschen als es nützt, nur zum Preis eigener göttlicher Selbsterhöhung. Im Laufe der mittelalterlichen Kaltzeit stellten sich die Menschen auf die Folgen ein und haben eben nicht noch mehr Hexen verbrannte, um das Klima zu ändern.

Heute sind wir in unserem Verhalten wieder vor der Zeit der Aufklärung angekommen. Wie wir damals durch Opfer und Beten ganz fest wünschten, den Lauf der Dinge ändern zu können, glauben wir das gleiche jetzt durch Dekarbonisierung zu erreichen. Und da spielt es keine Rolle, dass sich trotz unserer Anstrengungen seit 26 Jahren rein gar nichts geändert hat, wohl, weil ohnehin kein direkter Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration und Temperatur zu erkennen war und ist.

Die Hexenverbrennungen, als Folge und Vorbeugung wegen bestimmter Wetterereignissen, endeten erst, als genügend Bürger erkannten, dass Kirche und Adel diesen esoterischen Quatsch nur deshalb veranstalteten, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Erst wenn die Stimmen zu laut werden und genügend Leuten die Augen aufgehen, dann endet auch das ganze moralische Gesülze zum Beispiel um die Tafeln und den menschengemachten Klimawandel.

Hoffen wir, dass der Spuk, der unser Gehirn nun schon länger vernebelt, bald ein Ende hat.

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