Schüler spielen Bundestagswahl.

In der Ausgabe des Bayerwald-Boten gab es heute einen Bericht über eine Realschule, die in einem Projekt die Bundestagswahl nachstellte mit selbst kreierten Parteien und Programmen.

Die eine Gruppe suchte ihr Profil im Tierschutz (MUT, Menschen, Umwelt, Tiere), die andere sprach eine Berufsgruppe an (Soziale Landwirtschaftspartei Bayern, SLB). Da gibt es die Demokratische Partei Deutschlands (DPD) und die Liberale Partei Deutschlands (LPD), die Ökologische Wirtschaftspartei (ÖWD) und die Gruppierung „Gerechtigkeit für alle“ (GfA).

Ein Lehrer meinte, dass die Vorgabe allein war, dass die Partei verfassungskonform sein müsste, die Schüler sich aber an die rechten und linken Ränder nicht so rangetraut hätten. Den Satz muss man sich mal genauer anschauen.

Zu meiner Zeit wurden die Wahlen in der Schule auch nachgestellt, allerdings mit den echten Parteien. Da musste auch kein Lehrer Angst haben, dass einer der Schüler die NPD wählt, denn wenn schon ein Helmut Schmidt von der SPD solche Aussagen machte, dann war im tiefschwarzen Bayern im CSU-Parteiprogramm auch sicher für jeden Nazi was dabei. Die CSU war bei der ersten Asylkrise so flink, sofort für ein deutlich verschärftes Asylgesetz zu sorgen, sodass sich die Republikaner schon wieder überflüssig gemacht hatten, bevor sie sich überhaupt richtig aufgestellt hatten.

Man kann nur spekulieren, warum man das heute nicht mehr mit echten Parteien macht. Der Lehrer meint, dass in den Parteiprogrammen der Schüler auch viel Allgemeinplätze stehen wie

„Schaffung von Arbeitsplätzen“, „mehr Gerechtigkeit“, „bessere Schulbildung“

, aber auch klare Botschaften, wie die Legalisierung von Cannabis, die Verstaatlichung kirchlicher Schulen und freie Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln für die Frauen, die Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut haben. Und nun meint der gleiche Lehrer, dass sich keiner an die politischen Ränder herangetraut hätte, wenn eine Partei Gerechtigkeit für Alle auftritt und solche Forderungen gestellt werden? Selten so gelacht! Geht eigentlich noch weiter links?

Da setzen sich also Schüler für freies Cannabis ein, damit sie vor der Schule nicht mehr den persönlichen Dealer am Bahnhofsklo treffen müssen, sondern das Zeug gleich beim Hausmeister kaufen können. Und wenn man ohnehin schon zu viel raucht, dann kommt man auch auf die Idee, für eine bessere Welt die christlichen Konfessionsschulen abzuschaffen, weil die Berliner Schulen vormachen, wie eine echte religionsintegrative Schule in Zukunft auszusehen hat.

Nun fordern die auch noch freie Fahrt für die Trümmerfrauen, denn schließlich haben die Männer wie immer alles kaputtgemacht und die Frauen mussten es ausbaden. Verstehe ich zwar nicht, warum diese Frauen umsonst fahren, wenn sie vorher bei denen dabei waren und die Männer für auch deren Fanatismus am Ende des Krieges auch ganz schön weit zu Fuß gehen mussten. Klingt eher nach dem linken Märchen von der ewigen Unterdrückung und Heiligkeit der Frau.

Aber vielleicht verstehe ich es ja falsch und die DPD ist eine Anlehnung an die echte ADD, die Allianz Deutscher Demokraten, das ist die Türkenpartei (erkennt man schon am Namen), die jetzt die Essener Tafel angezeigt hat. Und die haben jetzt diese Forderungen für die Trümmerfrauen gestellt. Dass die jetzt nur die türkischen Frauen belohnen wollen, obwohl doch alle Türken allein Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut haben, verstehe ich allerdings auch nicht. Da muss wohl noch nachgebessert werden.

Es fällt bei den jungen Leuten auf -und das sei ihnen zugestanden-, dass sie den Zustand der Welt, so wie sie ihn vorfinden, nicht ganz zufriedenstellend finden und diesen verbessern wollen. Es ist leicht, Dinge zu fordern, gegen die man im Grunde nicht sein kann. Junge Leute sind Gesinnungsethiker. Mit dem ersten Kind und dem ersten selbst verdienten Geld wird man dann (meist) zu einem Verantwortungsethiker, dass man Dinge einfach nicht hinnehmen kann, auch wenn sie mich unmittelbar nicht betreffen und, wer das Gute will, auch oft das Böse schafft.

Auch im hinteren Bayerischen Wald gibt es Veränderungen, die die älteren Leute so nicht hinnehmen wollen, auch im Blick auf ihre eigenen Kinder. Wenn im selben Ort bei ALDI ein Schwarzafrikaner seine Sachen aufs Band legt und sich dann kurzfristig umentscheidet und all die Sachen bis auf zwei Flaschen einfach in seinen Rucksack stopft und dann nur die bezahlt (echt gesehen), dann dürfte sich manche Rentnerfaust in der Tasche ballen. Da kann man das nicht durchgehen lassen, nur weil er nicht noch zusätzlich einen Pfandbon eingelöst hat.

Auch empfinden es die meisten Bewohner nicht als kulturelle Bereicherung, wenn im offenen Bach auf dem Stadtplatz die Fleischabfälle von der Halalschlachtung schwimmen. Die Polizei ermittelte zwar in alle Richtungen und das Ergebnis wurde nie bekannt gegeben. Das war aber allbekannt von einer arabischen Hochzeit und der Witz war, dass die Braut dabei noch in der Heimat hockte. Die haben wegen der vielen Gäste auch die Möbel ins Freie gestellt, wo dann der ganze Pressspan aufgeweicht ist. Das hat mir alles der erzählt, der mit der Entsorgung von dem Zeug zu tun hatte. Die haben aber dann dafür neue Möbel bekommen.

Die Lehrer, die diese Wahl iniziiert haben, werden wohl eine dunkle Ahnung gehabt haben, dass die Schüler wie früher auch politisch doch recht von den Eltern beeinflusst werden. Nun gilt aber inzwischen aus gutem Grund zu Hause wieder das Motto: Was bei Tische gesagt wird, bleibt auch bei Tische. Die Eltern werden das ihren Kindern auch mit dem entsprechenden Nachdruck gesagt haben. In Gymnasien mag es anders sein, doch in Mittel- und Realschulen im Wald weiß ich aus erster Hand, dass grün und links angehauchte Schüler von den anderen der Einfachheit halber nur Spinner genannt werden. So eine Wahl mit echten Parteien wäre da durchaus ein Risiko gewesen, wenn die Schüler, die nicht richtig eingenordet sind in geheimer Wahl die Sau rausgelassen hätten. Vor allem, wenn man am Ende einen Bericht im Bayerwald-Kampfblatt für die linke Einheitsmeinung platzieren will. Dann würde aus dem bloßen Spiel einer Bundestagswahl mal ganz schnell Ernst.

Da wäre das nächste Projekt wohl irgendwas mit „bunt“, „breites Bündnis“, „Zivilcourage“ und „nazifrei“ gewesen, um sich von der Schuld eines solchen Wahlergebnisses reinzuwaschen.