Bana und die running Gags.

Wenn die erste Meldung morgens im Radio etwas über Diesel-Fahrverbote ist und der Tag ziemlich zugestopft sein wird, dann wird man bis zum Abend nicht so viel recherchiert haben, ein paar Zeilen zu schreiben. Doch nach den Worten des Medienwissenschaftlers Norbert Bolz ist der Irrsinn im Moment schon so groß, dass ihn oft keine Satire mehr toppen kann. So hatte sich als Beweis dafür bei mir bis zum Abend doch noch alles zusammengefügt, was zusammengehört. Am Ende passte sogar der Diesel.

Unfreiwillig hatte ich heute das Vergnügen einer beruflichen Fortbildung. Der Inhalt war Altes unter neuem Namen, also nicht erwähnenswert. Allerdings fiel mir auf, dass ins besondere einige der anwesenden Frauen, einschließlich der Referentinnen, wirklich genau dem Klischee entsprachen wie man es z.B. von der Zeitschrift BRIGITTE verbreitet sieht. Bussi hier, Bussi dort und im Auftreten der akademischen All-Kompetenz, obwohl man hier sagen kann; wennst da nix kannst, is aa ned vui hi. Zumindest wesentlich weniger, als bei einem Piloten oder Automechaniker. In dem Umfeld kann man auch gefahrlos äußern, dass man schon in der Schule keine Ahnung von Mathe hatte. Bei dem Gekicher und Getue kann man da irgendwie verstehen, dass manche Männer Single bleiben und das nicht, weil sie keine abgekriegt hätten.

Nun hat gestern web.de gemeldet, dass Bana aus Aleppo bei der Oscar-Verleihung aufgetaucht ist. Das ist das Mädchen, deren Vater sich kritisch gegen Assad geäußert hat, gefoltert wurde, dann nach Ost-Aleppo geflüchtet ist, wo Russen und syrische Regierung sie und ihren Vater längst mit Fassbomben ausgeräuchert hätte, hätte Bana nicht täglich mutig über Twitter an die Weltgemeinschaft appelliert und so ihre Befreiung durch die…. Na, ja. Hier müsste sich nun der Stuhlkreis der Hollywood-Leute noch Mal zusammensetzen, um einen halbwegs glaubwürdigen Plot für das zukünftige oscarreife Märchen zu erfinden.

Bana aus Aleppo ist sozusagen der running Gag der Alternativmedien. Das Kindergesicht plumper westlicher Kriegspropaganda, wo selbst der Laie den Machern wichtige Tipps geben könnte, damit das etwas glaubwürdiger rüberkommt. Doch bei der doch recht beschränkten Allkompetenz der oben genannten Fortbildungsteilnehmer durch die täglichen Tagesthemen und der Tagesschau, kann man diese Göre unter anderer Aufmachung immer wieder auflaufen lassen, ohne dass es mal wenigstens unter Akademikern auffallen würde, dass man hier völlig vergackeiert wird. Die Dschungelcamp- und DSDS-Zuschauer dürften hinter Bana ohnehin einen Energy-Drink vermuten.

Da macht es auch Sinn, dass der Klimaalarmist Schellnhuber seit heute aus dem Winterquartier zurück ist, weil das Thermometer nun knapp über Null steht und er mit seinen klammen Fingern vom Februar noch schnell die alten Daten überarbeitet hat, damit man 2017 zu den global wärmsten Jahren zählen kann. Da macht es auch nix, dass die Nordwest-Passage letzten Sommer nicht schiffbar war, Grönland den kältesten Juni aller Zeiten erlebte und die Eisfläche in der Arktis und der Antarktis wieder zunimmt.

Ist ihnen aufgefallen, dass in den Nachrichten zwar immer wieder Experten auflaufen, die über die Folgen der angeblichen Erwärmung schwadronieren, aber nie einen, der uns sagt, wo da eigentlich gemessen wurde oder wie die Daten zustande kommen? Nach einem Tag ist die Meldung wieder weg, denn so genau sollen wir das ja nicht wissen. Es soll nur irgendwie was hängenbleiben und diffuse Ängste schüren. Für die allkompetenten Damen und Herren ist es aber kein Problem, die Mechanismen die zur Erwärmung durch menschengemachtes CO2 führen, an denen sich die Klimaforscher seit Jahren die Zähne ausbeißen, in wenigen Worten zu erklären. Nur fragt sie eben keiner.

Wenn man faktenfreie Propagandisten wie Bana und Schellnhuber auflaufen lassen kann, ohne dass das irgendwie Widersprüche erzeugt, dann macht auch die Dieselmeldung Sinn. Je öfter man das widerholt, desto dringender sehen die Menschen ein Diesel-Fahrverbot. Wer möchte schon beim Wochenendausflug zum Shoppen nach München oder Stuttgart über die Leichenberge steigen, die die erhöhten Stickoxid-Konzentrationen täglich hinterlassen.

Wenn die Leute – und das dürften nicht die dümmsten sein- ihren SUV lieber zum Schrottplatz fahren, um einen Euro-6-Diesel zu kaufen, anstatt den Politikern den Arsch aufzureißen, dann ist ihnen nicht mehr zu helfen. Wer glaubt, dass die Leute bei 40 µg/m³ Stickoxid im Freien wie die Fliegen sterben, während man die Grenzwerte am Arbeitsplatz auf 950 µg/m³ festsetzt, der glaubt auch an die Story von Bana aus Aleppo und die von Schellnhuber prognostizierte Selbstverbrennung.

Am Ende des Tages komplettiert sich dann doch immer wieder der gegenwärtige Irrsinn. Man muss es nur erwarten können.