bento mit Doktortitel.

Wenn mir diese Seite nicht durch einen Algorithmus ins Postfach gespült worden wäre, hätte ich glatt denken müssen, dass es sich bei dieser Seite von Frau Dr. Antje Schrupp um einen Fake-account handelt. Das Bild von der und die Aufmachung „Aus Liebe zur Freiheit“/“Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz“ (Da habe ich Goethe vor Augen, wie er sich am Stehpult zwischen Faust I und Faust II gerade noch ein paar Notizen macht) „Meine fünf schönsten Texte“, das ist einfach so Zucker und so Klischee, dass ich gleich an irgendwas mit Kirche und Frauengelaber denken musste. Und die hat das wirklich studiert.

Wie die so gestrickt ist, kann man hier lesen. Es geht in dem Artikel darum, dass man in der Öffentlichkeit bzw. öffentliche Person nicht einfach alles sagen kann, sondern es bestimmte Grenzen gibt, die man nicht überschreiten darf. Das alles klingt wie gutgemeinte Meinungspolizei.

Wobei das Lächerlichmachen derer, die eine „indiskutable“ Meinung vertreten, natürlich in den besten Familien vorkommt. Auch wenn ich mit meinen feministischen Freundinnen im kleinen Kreis zusammensitze, machen wir uns manchmal über andere lustig, sagen, dass ihre Meinungen blödsinnig oder Schnapsideen sind.

Allerdings funktioniert das bei uns eben nur im kleinen Kreis, in unserer eigenen Community, es funktioniert nicht mehr, wenn wir unsere Ansichten in einer größeren Öffentlichkeit vertreten möchten, zum Beispiel eben in der Zeit oder im Spiegel. Wer Meinungen vertritt, die nicht im Mainstream liegen, die den Bereich des Diskutablen also verlassen, ist darauf angewiesen, das Gespräch zu suchen und andere zu überzeugen. Es stehen ihr oder ihm gar keine anderen Mittel zur Verfügung. Polemisieren kann man nur, wenn man sicher sein kann, dass die Mehrheit applaudiert.

Hier liegt wohl ein Knick in der Wahrnehmung vor. Mainstream bedeutet nicht, dass es eine Mehrheit dafür in der Bevölkerung gibt, sondern, dass Medien und Politik eine bestimmte Sichtweise und bestimmte Narrative in fast propagandistischer Manier durchdrücken. Alles, was die sagt, ist so dermaßen Mainstream, dass man dafür über 200 Professuren eingerichtet hat, obwohl die keinerlei Mehrwert erzeugen. Da muss man schon größten Blödsinn abliefern, dass sogar SPIEGEL oder ZEIT sich weigern, das abzudrucken. Im Moment hockt sie ja noch wie sie sagt mit ihren feministischen Freundinnen zusammen, doch wenn anti-feministische Äußerungen nach den Wünschen der EU erst unter Strafe stehen, dann können sie auch raus aus ihrem persönlichen Schutzraum, weil sich dann keiner mehr traut sie lächerlich zu machen oder unsachliche Angriffe zu verbreiten.

Ich nehme da mal diesen Text von ihr: Sprache: Es geht nicht um das „Mitgemeintsein“ von Frauen. Nun ist diese Minderheit dem Rest jahrelang auf die Senkel gegangen, dass Frauen in der Sprache unsichtbar gemacht werden sollen. Der Machtanspruch der Männer hat es bisher verhindert, dass sich die ganzen Innen-Formen und Sternchen durchsetzen konnten. Deshalb findest Du es toll, dass jetzt eine Bankkundin für diesen Anspruch vor Gericht gegangen ist, aber leider verloren hat. Dabei finden auch die meisten Frauen das Ganze überflüssig und nicht praktikabel, weil eben im Gegensatz zu den Feministinnen eben niemand permanent an Sex und Geschlecht denkt, sobald er den Mund aufmacht. Nun hast Du aber eine Erleuchtung:

Was Leute (…) ärgert, ist nicht die Sichtbarmachung des Weiblichen, sondern die Sichtbarmachung des Männlichen als Sexus.

Das ist aber eine Erkenntnis, die viele Männer überhaupt nicht hören wollen, und die sie zuweilen auch gar nicht verstehen. Ich glaube tatsächlich, dass ihnen, gerade aufgrund der Struktur unserer Sprache, hierfür die Übung fehlt.

Die Statistik, die dieser Erkenntnis zu Grunde liegt, möchte ich sehen.

 Während Frauen aufgrund des generischen Maskulinums von klein auf üben (müssen), zu unterscheiden, ob sie gemeint sind oder nicht, werden Männer daran gewöhnt, dass sie immer gemeint sind, dass es prinzipiell immer um sie geht, es sei denn, es ist ausdrücklich von Frauen die Rede. Das sind dann diese „Frauenthemen“, die sie nichts angehen und nicht betreffen.

Auf so was kann man nur kommen, wenn die Welt ausschließlich aus feministischen Stuhlkreisen besteht und die Welt da draußen nur aus frauenhassenden, uneinsichtigen Männern besteht, wo sich Frauen von klein auf einarbeiten und üben müssen, um zu lernen, wann auch sie mal dort mitgemeint sind. Haben Sie schon mal eine Situation erlebt, wo das generische Maskulinum verwendet wird und dann die Frauen blöd rumstehen und überlegen, ob auch sie gemeint sind?

Da wird bei der Schiffshavarie gerufen: Alle Passagiere in die Boote! Und die Weiber verschränken die Arme, schmollen und warten, während die Männer rücksichtslos in die Boote springen. Und, wenn einer der Bootsleute nett ist, dann ruft er noch: „Frauen und Kinder zuerst!“, um zu überspielen, dass er eigentlich sagen wollte: Ihr blöden Weiber seid auch gemeint. Feministinnen meinen immer, dass sie andere Frauen wie Behinderte behandeln müssten. „Die Teilnehmer des Kurses können nun ans kalte Buffet“ und die Frauen bleiben vor den leeren Tellern an den Tischen sitzen und diskutieren über das noch immer herrschende Patriarchat? Man muss wirklich einen Doktortitel haben, um zu seinen Erkenntnissen gleich noch die Welt dazu zu konstruieren, wo die dann gelten sollen.

Und für das Nichtproblem wird dann die Lösung präsentiert:

Ich glaube, von Luise Pusch, die ja Pionierin in diesen Dingen ist, stammt bereits der  Vorschlag, neben der weiblichen Endung „-in“ zusätzlich eine männliche Endung, zum Beispiel „-ich“ einzuführen und die neutrale Variante konsequenterweise zum Neutrum zu machen: Das Lehrer, die Lehrerin, der Lehrerich.

Und noch besser:

Der Charme dabei wäre, dass die Diskussionen dann tatsächlich einmal sich um Männlichkeit drehen würden, die nämlich das eigentliche Problem darstellt (nicht nur bei diesem Thema, sondern meistens), anstatt dass immer über Weiblichkeit diskutiert wird, die ja sprachlich gesehen überhaupt nicht problematisch ist.

Ich mach jetzt mal einen auf polemisch. Wenn jetzt der Mann, mit seiner ganz typischen Männlichkeit, die immer so Probleme macht,  kommt und Dir deine Spülmaschine abklemmt, dann könntest Du auch mal einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen. Menschen, Männer wie Frauen, machen sinnvolle Dinge. Bauen Brücken, pflegen Leute, bekommen Kinder, usw. und beschäftigen sich nicht mit der Illusion, dass sie ihre persönlichen Probleme auch für den Rest der Welt lösen müssten. Dass man die dafür lächerlich macht und anfeindet, weil sie anderen auf die Nerven gehen und sinnlos Steuergeld veschleudern, sehen sie dabei noch als Bestätigung für ihre Arbeit.

Du schreibst:

Aber das Recht auf Meinungsfreiheit umfasst eben nicht das Recht, die eigene Meinung jederzeit und überall ohne jegliche Konsequenz sagen zu dürfen. Das ist es in Wahrheit, was viele Kritiker und Kritikerinnen einer angeblich grassierenden Political Correctness einklagen. Meinungsfreiheit umfasst nicht das Recht, dass alle einem zuhören müssen, sie umfasst nicht das Recht, dass alle einen ernst nehmen müssen, und sie umfasst nicht das Recht, von niemandem kritisiert zu werden.

Stimmt! Ich muss Dir nicht zuhören, muss Dich nicht ernst nehmen und darf Dich kritisieren. Wenn man Euch nicht mit Steuergeldern und mit Doktor- und Professorentitel aufblasen würde, dann würdet ihr für Frauen mit dem gleichen Schaden Kurse auf eigene Rechnung abhalten, wo ihr Euch gegenseitig bemitleidet, dass ihr wegen der bösen Männer nichts Sinnvolles im Leben auf die Reihe gebracht habt, weil sie Euch nicht immer brav mitgemeint haben. Damit Ihr das nie vergesst, lasst Ihr Euch die Binnen-Is und Sternchen auf den Arsch tätowieren.

Meinungsfreiheit wie Du sie verstehst, ist eine tolle Sache. Ich seh‘ die nämlich auch so. Allerdings hältst Du es privat nicht so damit, denn,

wenn ich antifeministische Kommentare lösche, dann nicht deshalb, weil ich Zensur ausübe und die Meinungsfreiheit einschränke, wie mir dann manchmal entgegengehalten wird, sondern um eine bestimmte Gesellschaft zu umreißen. Denn würde ich diese Grenze nicht ziehen, würde ich andere Leserinnen und Kommentatorinnen verlieren, nämlich die, die auf „so eine Gesellschaft“ keinen Wert legen. Deren Beiträge sind mir aber wichtiger. Im Übrigen wird ja auch niemand daran gehindert, seinen von mir gelöschten Kommentator gleich nebenan in seinem eigenen Blog doch noch zu veröffentlichen.

Finde ich eigentlich schade, denn Du dürftest bei mir in den Kommentarbereich schreiben was du willst und Du dürftest mich auch Scheiße finden. Ich bin aber kein Wissenschaftler wie Du und kann mir eine eigene Meinung leisten. Ich kann sogar Korrelation und Kausalität auseinanderhalten und habe sogar Argumente für meine Meinung. „Wissenschaftler“ wie du, die einen Schutzraum bieten, damit man ihre Theorien nicht kritisiert, sind eben keine Wissenschaftler, sondern betreiben einen esoterischen Zirkel.

Wenn mir nix mehr einfällt und was Schräges lesen will, schaue ich immer bei bento vorbei. Ab jetzt bist Du mein bento mit Doktortitel.

 

 

 

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