Die Wahrheit über Netzreporter.

Lange genug waren die Mainstreammedien wehrlos den Lügenpresse-Vorwürfen aus der Pöbelecke ausgeliefert, bevor sie ein Mittel der permanenten Rechtfertigung und Selbstvergewisserung gefunden haben, das dazu noch glaubwürdig und unverfänglich daherkommt: Die Netzreporter. Nach relevanten Meldungen bietet das Grid-Girl für das Moderatorenpult meist drei Tweets an, die die durchschnittliche Meinung der Bevölkerung dazu widerspiegeln soll.

Der einfach gestrickte Zuseher, der auch Klebers Sendung für seriös hält, könnte nun meinen, dass ein Algorithmus Twitter und Facebook abgrast und dann nach bestimmten Stichworten drei zufällige, repräsentative Tweets ausspuckt, zu denen dann das Praktikantenhäschen live seinen Senf dazugibt. Zu der Behauptung Seehofers, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, berichteten ja auch die Netzreporter. Weil nach Untersuchungen relativ wenige Kommentatoren die Meinung im Netz bestimmen, könnten die zufälligen Tweets ja dann so aussehen.

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Reichsadler

#heilseehofer #stopbrülltürme endlich klare Worte!!! Kümmelfresser zurück hinter den Bosporus!!!

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Bis sich das Häschen für die ersten Worte gesammelt hätte, stünden Erdogans Panzer für diesen Tweet schon vor Wien.

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Ali-Ali-Al-Baghdadi

#GroßeFührerin.Religionsfreiheit in den Vereinigten Staaten von Europa!#StoptSeehofer Toleranz für die Religion des Friedens!#Islam#Scharia für alle.

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Passt als Durchschnittsmeinung vielleicht in zwei, drei Jahren, wäre aber jetzt wohl noch zu früh.

Gehen wir also davon aus, dass die Entscheidergremien nicht nur aus gequoteten Frauen mit dem Ich-mach-was-mit-Medien-Traum sitzen, die meinen, dass ihre persönliche Meinung wirklich Relevanz hätte. Sondern, dass hier Leute sitzen, die wissen, dass solche Träumer für diesen Traum quasi umsonst arbeiten würden. Ein paar von denen könnte man eine Vita verpassen und entsprechend hypen, doch billiger ist es natürlich gleich ein paar von denen anzustellen, um das Netz zu durchforsten, doch, wenn man am Ende ohnehin die Tweets auswählt, die das von den ÖR-Medien verbreitete Narrativ weitgehend stützen bzw. das gegenteilige Narrativ lächerlich erscheinen lassen sollen, dann kann man die ja auch gleich selber schreiben. Um dem Ganzen einen seriösen Anstrich zu geben, würde ich einfach nebenher Unmengen Fake-accounts laufen lassen, um die Tweets ins Netz zu stellen, die man dann ohnehin auswählt. Das macht einer allein und den könnte man sich aus Kostengründen dann gleich noch mit den anderen privaten Sendern teilen, denn schließlich berichten die ja ohnehin alle das Gleiche.

So habe ich mir das gedacht und erst dann habe ich mal kurz recherchiert. Dabei muss ich jetzt sogar noch davon ausgehen, dass unter Netzreporter sogar die laufen, die nur Meldungen produzieren, die auch nur für das Netz bestimmt sind. Und bei der Recherche zeigte sich wirklich genau dieses Elend. Der einzige Netzreporter, der dem Gesichtsausdruck auf den Bildern nach, mit Namen und diesem Traum angetreten ist, heißt Daniel Schüler von n-tv. Der hat sogar eine eigene Internetseite mit blog. Was soll man von jemanden halten, der das professionell betreibt und auf ein halbes Jahr weniger Artikel produziert als ich in einer Woche und dabei mit insgesamt 0 shares weniger oft auf facebook und twitter geteilt wurde, als ich selbst, obwohl ich weder auf facebook noch auf twitter bin, noch jemanden dazu aufgefordert habe?

Witzig, dass sich dieses Nichts aus Netzreportern sogar noch organisiert und gemeinsam auftritt. Einige dieser Netzreporter treten nämlich im Gegensatz zu Schlüter nicht mit eigener Seite auf, sondern haben sich unter hfmanetzreporter.wordpress.com zusammengetan. Sieht man sich unter about us die Leute an, dann sind das die Taxifahrer von Morgen. Die betreiben also 2017 einen gemeinsamen Blog und schaffen es mit mehr als zehn Leuten nur eine Handvoll Beiträge zu veröffentlichen? Dabei beschränken sie sich darauf, dass sie davon berichten, wo sie ohnehin unter sich sind. (Startseite rechts am Rand) Und es betreut sie ein Professor Rüdiger, verantwortlich für „Chefredaktion und Gesamtleitung“, der auf die Steckbrieffrage Wenn du dich für eine Superkraft entscheiden müsstest, welche wäre es? antwortet „Überzeugungskraft gegen Dummheit in der Welt.“ Dabei greifen die noch von überall Fördergelder und Zuwendungen ab.

Wau. Wenn man Unproduktivität und Nutzlosigkeit studieren kann, dann ist es dort und ein Professor hat die Gesamtleitung. Da müsste man die Steuergelder als Scheine besser gleich direkt in die Müllverbrennungsanlage zur Stromerzeugung fahren und mit den vermeintlichen Superkräften die ganzen Studenten in die Produktion bringen, damit sie mal eine Fabrik von innen sehen und raffen, dass der Geldautomat nicht automatisch Geld druckt, wenn man oben eine Lala-Qualifikation reinschiebt.

Und die sind so nutzlos, dass man für deren Kompetenzen anscheinend nicht mal etwas von den GEZ-Gebühren abgeben will, weil jede Metzgereifachverkäuferin mit etwas nettem Charme als Netzreporterin im Studio besser geeignet ist, als diese Weiber mit dem Blick feministischer Kampftruppen.

Wenn Sie also nächstes Mal den Moderator sagen hören, dass die Netzreporter die Meinung im Netz recherchiert und dazu drei repräsentative Tweets ausgewählt haben, dann wissen Sie, dass jeder, der seine Biotonne rechtzeitig an die Straße gestellt hat, schon mehr geleistet hat als jeder Netzreporter.