Eizellen in den Müll = Lebensschutz.

Drei Vorstände des Netzwerkes Embryonenspende sind heute vor dem Dillinger Amtsgericht freigesprochen worden. Ihnen war vorgeworfen worden, nicht fertig befruchtete Eizellen vermittelt zu haben. Witzig, wenn dann die Höchststrafe von 3 Jahren für eine Übertragung unbefruchteter Eizellen ebenso hoch ist wie für eine Abtreibung. Die Angeklagten sind aber nur deshalb nicht freigesprochen worden, weil sie sich beim Ethikrat erkundigt haben, ob ihr Handeln strafbar wäre und dieser das verneint hatte. Das Zitat von Hans Peter Eiden zeigt, dass dieser Verein nicht vorherrschend kommerziell handelt, sondern wirklich Interesse daran hat, kinderlosen Paaren zu Nachwuchs zu verhelfen.

Wir haben 25 Kindern zum Leben verholfen, deren Zellen sonst im Mülleimer gelandet wären.“

Wenn ich das Gesetz richtig gelesen habe, dann darf eine Frau ihre überzähligen Eizellen nicht mal verschenken. Sicher gibt es immer welche, die die Notlage der Frauen als potentielle Spender und Empfänger ausnutzen, doch es geht ja ohnehin niemand davon aus, dass es auf der Welt irgendwas umsonst gibt. Ein Mediziner beklagt in der Nachrichtensendung um 18.30 im BR, dass man in der Fortpflanzungsdiagnostik super aufgestellt sei und diverse Techniken beherrsche, doch das veraltete Gesetz es einfach verbiete diese entsprechend anzuwenden. Das alles wäre nicht wirklich berichtenswert, wenn dann nicht am Ende des Beitrags noch ein katholischer Kirchenfuzzi seinen Senf dazugegeben hätte.

Das Gesetz dürfe keinesfalls aufgeweicht werden, denn eine Aufweichung richte sich gegen den Schutz des ungeborenen Lebens und es gehe um die Würde des Lebens im Moment der Entstehung. (sinngemäß, ca. bei 19:00 min, obiger Link)

Ach was. Katholische Kirche. Das sind doch die, wo die meisten Geistlichen peinlich berührt sind, wenn einer der ihren sich beim „Marsch für das Leben“ oder bei der „Demo für alle“ blicken lässt. Dabei wollen beide nur ein positives Bild von Mutterschaft und Ehe als eine mögliche Frauenrolle etablieren, was unter den Augen besonders der Evangelischen mit ihrem ganzen neomarxistischen Genderkrimskrams schon als rechtsradikal gilt.

Da ist es verpönt, dass man in Afrika Werbung für Verhütungsmittel macht, um die Übervölkerung in den Griff zu kriegen, während die Kirchen in den westlichen Ländern den Frauen wegen irgendeinem Würdegelaber nicht zugesteht, ein einzelnes Wunschkind auf diesem künstlichen Weg zu bekommen.

Da ist es vollkommen unproblematisch für Kirche und Staat, wenn der Vatikan eine Abtreibungslobbyistin mit einem Preis auszeichnet und pro familia als Vorfeldorganisation der Eugeniker staatlich gefördert in die Schulen geschickt wird, wo es dann nicht mehr um Liebe, Ehe und Verantwortung für Kinder geht, sondern nur noch darum wie man gefahrlos möglichst phantasievoll kreuz und quer vögeln kann.

Gesetze gegen Abtreibung und gegen diese Form künstlicher Befruchtung zu machen, ist einfach nur heuchlerisch. Ausgehend vom BMFSFJ haben die ganzen linken Feministinnen die Deutungshoheit, wie Ehe und Mutterschaft in den Medien dargestellt werden soll. Man braucht sich nur die Jugendseite bento anzusehen. Durchgehend finden sich Artikel, warum man keine Kinder bekommen sollte, Ehe für die meisten nichts ist und vielerlei Beispiele wie Partnertausch, Gruppensex und Homosexualität als zeitlich begrenztes Kurzevent am besten funktionieren.

Niemand will Frauen wieder an den Herd zerren, doch, wenn man sich diverse Frauenblogs ansieht, dann geht es immer um Beziehung und Aussehen und das dauernde Gewinsel, weil weder das noch Karriere richtig funktionieren. Da habe ich heute eine gute Zeile in so einem Blog gelesen:

Nur weil wir einen weiblichen Körper haben, bedeutet das noch lange nicht, dass wir unsere Weiblichkeit auch wirklich leben. Denn viele Frauen wurden von einem überwiegend männlich geprägten Erziehungssystem geformt und leben in einer Welt, in der Wettbewerb, Kampf, Streben, Macht oder Leistungsdruck an der Tagesordnung stehen.

Wollen wir das wirklich?

Ich bin begeistert und fasziniert von dem Gedanken, gemeinsam mit dir tief in unser weibliches Kollektiv einzutauchen, um uns unsere weibliche Weisheit, unsere natürliche Kraft und unsere angeborene Intuition noch mehr als bisher bewusst zu machen und zu nutzen.

Wer hätte das gedacht. Die Männer sind also daran schuld. Erst hat man ihnen vorgeworfen, dass Mädchen in die spätere Frauenrolle gepresst werden und nun beschwert man sich, dass sie jetzt genau das Gegenteil gemacht haben. Und jetzt wollen sie sich ihre natürlichen Kräfte und ihre angeborenen Intuitionen mehr als bisher bewusstmachen und nutzen. Wenn man dann weiterliest, dann ist das so wie der „Prager Frühling“ der Frauenemanzipation.

Die merken irgendwann, dass sie gar kein Bedürfnis haben, sich für die Karriere zu Tode zu malochen wie die Männer und am Ende total unbefriedigt sind, weil sie später weder Karriere, noch Mann, noch Kinder haben. Wäre ja jetzt zu peinlich, wenn man zugeben müsste, dass der Drang nach der Weiblichkeit, eigentlich der Drang nach der zugedachten biologischen Rolle ist. Jetzt suchen sie Dubček-mäßig nach dem „Dritten Weg“. Viel Spaß dabei.

Würde die Rolle von Mutter, Ehe und Familie in Medien und Politik positiv vermittelt und hätte man prekäre Arbeitsverhältnisse sich nicht derart breitmachen lassen, dann würde sich die Frage gar nicht stellen. Die gesellschaftliche Wertschätzung der Mutterschaft würde viel weniger Frauen dazu nötigen abzutreiben, während wohl niemand etwas dagegen hätte, dass jemand jede Möglichkeit wahrnimmt eigene Kinder zu haben.

Es gründet auf das „erzieherische Wirken“ des Staates, das erst zur Akzeptanz bestimmter Gesetze führt.

 

Nachtrag zu „Münchens letztes Aufgebot“