Die etwas andere Karfreitagspredigt.

Jahrzehnte teilten die eigenen Kinder den gleichen Stolz für einen bestimmten Betrieb arbeiten zu dürfen wie die Eltern. Es gab die Opelianer, die Steiger bei der Amalie oder die Hüttenwerker bei Thyssen-Krupp und da wollten die Kinder auch hin. Hier im Bayerischen Wald galt das für die verschiedenen Glashütten. Besonders diejenigen, denen das frühe Arbeitsleben erspart blieb, überkam in der Spätpubertät im Übergang von Oberstufe zum Studium das Gefühl: Jetzt komm ich! Man wollte musikmäßig nicht so miefig sein, cooler sein und endlich für die bessere Welt kämpfen, wofür die Eltern in ihrer Wohlfühlwelt weder Zeit noch Mut hatten. Und später wollte man natürlich was Besonderes arbeiten; Goldschmied oder Geigenbauer musste es mindestens sein.

Den Anfang des Protests machte die Presley-Locke in den 50-igern mit der entsprechenden „Negamuse“, dann kam der Aufschrei gegen den Vietnamkrieg und der Kampf gegen überholte Moral- und Sexualvorstellungen. Immer war es gleichzeitig Auflehnung gegenüber den Vorstellungen der Eltern. Das betraf natürlich auch die politischen Vorstellungen. Junge und „gute“ Politik ist von Haus aus ökologisch und links. Wer erinnert sich nicht an die Stoppt-Strauß-Anstecker oder die mit der Kohl-Birne aus den 80-igern und Anfang Neuzigern? Kritik an der Regierung zu üben, war zu jeder Zeit in, während die Eltern gerade diese Parteien wählten. Am Tag nach der Tschernobyl-Katastrophe ging ich mit zwei anderen Schülern mit einem „radioaktiv“-Anstecker auf der Brust in die Schule. Trauten wir uns nur, weil wir zumindest mit dem Wohlwollen des einzigen grünen Lehrers (der war damals MdL) rechneten.

Bei Protesten konnte man dann von Polizeiseite noch eine über die Rübe kriegen oder ein Maulvoll Tränengas mitbekommen. Zumindest war es schon mutig und hatte Zivilcourage, sich in Wackersdorfs blicken zu lassen oder bei einer Anti-AKW-Demo in Bayern mitzumachen. Schließlich konnte man davon ausgehen, dass man sich die freiwillig preisgegebenen Unterschriften auf Protestnoten beim Staat etwas genauer anschaute, wenn man zum Beispiel als Lehrer in den Staatsdienst wollte. Die Eltern warnten natürlich, dass man sich mit bestimmten Aktionen die Zukunft verbauen würde.

Auch heute engagieren sich die jungen Leute für eine bessere Welt und kämpfen gegen „Hass“ und „Hetze“ und „Fremdenfeindlichkeit“. Marodierende rechte Horden wie in Kandel, Hamburg, Cottbus und vielen anderen Städten verhindern es natürlich, dass die jungen Leute alleine dorthin gehen können, um sich denen in den Weg zu stellen. Heute kämpfen Eltern mit ihren Sprösslingen meist Seit an Seit und wo es nicht möglich ist, können sie gegen antifeministische Demonstrationen wie „Demo für alle“ oder „Marsch für das Leben“ auch gefahrlos über das Internet genauso couragiert ein Zeichen setzen, so wie es Oliver Welke in seiner Sendung tut.

Während damals die jungen Leute mit Roller-Skates und Skateboards die Fußgängerzonen unsicher machten, gehen sie heute gemeinsam mit den Eltern zur Rückenschule. Auch das Opel-Manta-Gehabe junger Männer ist out. Heute fahren Männlein und Weiblein gemeinsam mit dem E-Bike und dokumentieren ihre CO2-Ersparnis.

Mehr harmonischer Gleichklang von Geschlechtern, Generationen, Regierung und Föhrrer(in) war nicht mehr seit 1936. Und mit dieser geballten Macht gleich guter Gesinnung wird es auch möglich sein, den kläglichen Rest an Spaltern und Hetzern auszumerzen. Ihre perfiden Methoden machen es nötig, dass auch kleine Demos von der Polizei rigoros abgeriegelt und von den Demokratiefreunden unterbunden werden, denn anstatt, dass sie wie vor Jahren mit geschorenen Köpfen und Reichskriegsflagge martialisch auftreten, schickt man heute Frauen im Lodenmantel und reifere grauhaarige Herren vor. Das mindert aber nicht die Gefahr für unsere Demokratie, sodass wir alle aufgerufen sind, ihre Mittel des Tarnens und Täuschens zu entlarven. Jeder Schüler, Student, Arbeiter und staatliche Angestellte kann mithelfen und sie an die entsprechenden staatlichen Stellen melden.

Diese weisen dann auch die anderen Mitbürger auf die Gefahr hin wie es schon verschiedene NGOs und Zeitungen tun. Um das Engagement der Bürger in dieser Richtung zu unterstützen plant man von Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung diese bürgerlichen Antrengungen mit einem Insitut für gesellschaftlichen Zusammenhalt noch besser zu koordinieren.

Die wenigsten aus der Sex-Drugs-and-Rock-and-Roll-Zeit haben ihre Vorstellung aus der Jugend als Lebensmotto weitergeführt, sondern sind meist ganz bieder geworden. Alles hat seine Zeit. Der Rest mümmelt wohl als gescheiterte Existenz hinter dem Bahnhof Zoo herum. Ich kenne einen, der ist vom Wald nach Berlin gegangen; nur WG, Gelegenheitsjobs und Halligalli und das über 20 Jahre. Jetzt studiert er was mit „sozial“ und hat sich trotz Dauerbeschallung durch das entsprechende Milieu nicht beeinflussen lassen, wenn er meint: „Das ganze Gendergefasel von den Weibern hört bei denen immer dann auf, wenn sie das erste Kind haben.“

Was Sex-Drugs-and-Rock-and-Roll damals war, ist heute “Weltoffen, Vielfalt und Bunt“. Damals genügte es, wenn einer von den Freunden an einer Überdosis starb oder die angeblich so coolen Typen eben nach 10 Jahren nichts auf die Reihe gebracht hatten, als gescheit daherzureden und zu schnorren. Man lernte also als junger Mensch mit Hirn doch dazu.

Heute muss man sich fragen, ob wir heute nicht eine Generation von Vollhonks haben. Während man früher meist auf persönliche Erfahrungen angewiesen war um ein Aha-Erlebnis zu haben, kann man denen die Realität täglich medial um die Ohren hauen und merken es nicht.

Für die gibt es keinen Widerspruch, dass man am Münchner Marienplatz einen MLPD-Stand aufbauen, Schriften zur Weltrevolution verteilen und am Ende gemeinsam die Internationale singen darf (selbst gesehen), aber sich nirgends öffentlich alleine mit einem „Merkel-muss-weg“-Plakat hinstellen kann, ohne dass eine Horde gewaltbereiter Antifaschisten aufläuft und am Abend in den Medien von einer Zusammenrottung von Rechtsextremen gesprochen wird.

Da gibt es StudentInnendarsteller, die diskutieren darüber, ob die Zunahme von Messerattacken Fake-News sind. Denen gehört ein „Welcome“-Luftballon umgebunden und ein buntes „Fick-mich-nicht“-Armbändchen angelegt, dann können sie mal zum Selbstversuch eine Nacht lang eine Bahnhofsunterführung in Essen oder Offenbach rauf und runter laufen, um die Statistik ein wenig zu puschen, wenn es ihnen noch zu wenig sind. Wenn nun Frauen, die dieses Erlebnis unfreiwillig gemacht haben, gegen die Ursachen auf die Straße gehen, dann karren Politik, Gewerkschaften und der Restabschaum der Amtskirchen die Verteidiger der Regierungspolitik heran, um auch jedem klarzumachen, dass es sich hier um einen Nazi-Auflauf handelt.

Hat sich schon mal jemand von den bunten Schülern und Studierfähigen die Frage gestellt, warum es keine Gegenmeinung mehr zur verlautbarten Merkel-Politik gibt außer von Rechtsextremisten?

Da kommt eine Malu Dreyer und sagt, dass sich in Kandel der braune Mob aus ganz Deutschland trifft und von den Einheimischen eh keiner mitgeht.  Dazu haben sich alle Gewerbetreibenden bereiterklärt, auf Nachfrage freiwillig das offizielle Plakat der Stadt „Kandel ist bunt“ aufzuhängen. Na, wenn das mal kein Beweis für Dreyers Behauptung ist und jeder, der das zu Hause am Fernsehen sieht, kann aus Solidarität noch ein paar bunte Luftballons aufblasen. Das geistige Schülerprekariat hört im Geschichtsunterricht täglich was von Bespitzelung, Drangsalierung und Denunzierungen wegen abweichender Meinungen in der DDR und im 3.Reich und ernennt sich dann zur „Schule mit Courage“, um den damaligen Kampf gegen „Volkschädlinge“, nun unter dem Namen gegen „Rechtpopulisten“ und „Hetzer“ wieder aufzunehmen. Zumindest lernen sie im Geschichtsunterricht wie das effektiv geht. Das heißt sich dann heute offiziell „Demokratie leben“.

Die Macher von solch infantilen Aktionen wie Doppeleinhorn rekrutieren sich genau aus dieser geistigen Tieffliegerschaft mit der Intelligenz von drei Quadratmeter gemähter Wiese. Jeder, der zu Hause noch Eltern oder Großeltern hat, die den 2.Weltkrieg oder die DDR miterlebt haben, wird deren buntes Gesülze durch seine eigenen Erlebnisse in wenigen Sätzen als das entlarven, was es ist: Plumpe staatliche Propaganda und Einschüchterung.

Wenn die jungen, angeblich gebildeten, Vielfaltspinsel ihr Hirn noch nicht sulzig gewatsappt haben, dann könnten sie sich mal zum Erkenntnisgewinn ein paar Fragen stellen:

Warum geht man als Kandler oder einer aus der Umgebung nicht gleich dort auf die Straße, sondern fährt lieber nach Dresden oder Cottbus, um gegen Merkels Politik zu demonstrieren, und lädt dazu nicht seine ganzen Arbeitskollegen zum Winken an den Bahnhof ein?

Warum gehen vor allem Bürger im Alter zwischen 45 und 70 auf die Straße? Ewiggestrige?

Na? Klingelt‘s?

Mein Mitleid für Junkies, die dann als versifftes Etwas nach dem Goldenen Schuss auf einem Bahnhofsklo enden, hat sich immer in Grenzen gehalten. Ewige Party und gut drauf sein war eben Selbstbetrug. Nix gelernt, obwohl man es ihnen oft genug gesagt hat.

Wenn nun eine Willkommenstussi mit ihrem bunten Luftballon auf einem dunklen Bahnhofsgelände als durchgeficktes Etwas endet, weil sie die Realität nicht wahrhaben, sondern sich lieber wegen ihrer toleranten, weltoffenen Gesinnung einfach nur gut fühlen wollte, dann dürfte mich das ebensowenig berühren. Doch, wer von Schule, Politik, Kirchen und Medien so penetrant indokriniert wurde, dass er meint, er lebe in einem friedlichen multikulti LaLa-Land, wo die einzige Gefahr von Rechtspopulisten ausgeht, der kann eigentlich nichts dafür und hat Mitleid verdient, ins besondere, wenn die eigenen Eltern noch wesentlich an diesem Weltbild mitgearbeitet haben.

Die vielfältigen Demokratieabschaffer und ihre kunterbunten Mitläufer sollten darauf hoffen, dass man später nicht ebenso gnadenlos urteilt, wie sie selbst über die Mitläufer im 3.Reich oder der DDR.

 

Ein Gedanke zu “Die etwas andere Karfreitagspredigt.

  1. Ja, ja – „das 3. Reich und die DDR“ – da hat die Hirnwäsche ja richtig gut funktioniert.

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