InCoStrat & Co: Die Agenturen hinter den politisch gewünschten Nachrichten.

Der gewöhnliche Bürger ist der Meinung, dass Politik auf die Veränderungen in der Welt reagiert und auch präventiv gestaltend eingreift, wenn sie vom Bürger über Wahlen den Auftrag dazu erhalten. Das ist eine äußerst naive Vorstellung. Niemand glaubt ernsthaft, dass der Ausstieg aus der Atomenergie, die Energiewende, Euro- und Eurorettung und Deutschlands (militärisches) Engagement möglich wären, würden diese Themen vor dem Bürger objektiv und sachlich diskutiert. Reine Verlautbarungen aus den Ministerien haben eben im Grund nicht mehr Gewicht, als gut begründete Gegenmeinungen aus dem Volk.

Dies stellte zum Beispiel auch das britische Verteidigungsministerium fest, das natürlich immer eine Rechtfertigung braucht, sich irgendwo militärisch einzumischen. Dass es hier nicht um „Sicherheit“ und „Menschenrechte“ geht, sondern um wirtschaftliche Interessen, kann man dem Bürger nicht einfach so ins Gesicht sagen.

The UK regards information as a vital element of modern conflict. The MoD has drawn up a doctrine describing information as “so prevalent, potent and unavoidable that it forms as much a part of the strategic environment as the terrain or weather”, and saying how it should be managed through “strategic communications”. (hier)

Man betrachtet Informationen als Lebenselement eines modernen Konflikts. Sie gehören zur strategischen Umgebung wie das Terrain oder das Wetter. Da sie genauso unvermeidlich und wirkmächtig sind, sollte man diese auch aktiv gestalten. Man fährt in Großbritannien dazu zwei Schienen. Das MI6 gründete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und diverse Media Center in Syrien. Dazu kommen die Weißhelme, des britischen Ex-Söldner und Militärberater Le Mesurier.(hier)

Jeder kennt diese Namen, wenn man mit Meldungen aus dem Zivilbereich von Kriegsgebieten den Bürger emotional weichkochen will, jedes militärische Eingreifen des Westens gutzuheißen. Eine Verlautbarung eines deutschen Politikers hat nie die Glaubwürdigkeit oder Durchschlagskraft einer „unabhängigen“ Organisation, die das Wort „Menschenrechte“ im Namen führt, oder Männern, die mit Kindern auf dem Arm durchs Kriegsgebiet hecheln.

Einen anderen Weg geht man auf der militärischen Ebene. Man möchte, dass militärische und politische Gruppen möglichst positiv in den Nachrichten rüberkommen und dass deren Vorgehensweise und Unterstützung in jeder Hinsicht gebilligt wird. Sie bilden auch den passenden Resonanzboden bei false-flag-Aktionen des Westens. Dazu wurde eine Art Agentur mit Namen InCoStrat, Innovative Communication & Strategies, gegründet, die dies auf professionelle Art erledigt. So eine Agentur kommt natürlich nicht so farbenfroh daher wie andere und macht auch keine Werbung damit, für wen sie schon gearbeitet haben. Schon im ersten Absatz machen sie ihre Ziele deutlich:

We believe that the success of any given policy hinges on its communication: how we articulate our policy intent internally and externally, the actions we choose to realise that intent and the meaning we create around those actions. For a policy to achieve its desired effect, all three must be mutually consistent, harmonious and resonant

Man kreiert also Aktionen, mit denen eine bestimmte Bedeutung transportiert werden soll, welche dann entsprechend so kommuniziert werden (in Politik und Medien), dass sie sich sozusagen gegenseitig befeuern.

Wir spezialisieren uns auf strategische Kampagnenplanung, Berichtentwicklung, Nachrichtenvertrieb und Feedbackgeneration zur Unterstützung (von) policy making. (Übersetzung Autor)

Während die Syrische Beobachtungsstelle eigene Meldungen fabriziert und verbreitet, werden hier „Ereignisse“ fingiert und ein gewünschtes Feedback dazu vor Ort generiert, welche dann von Nachrichtenagenturen abgegriffen werden und auf diesem Umweg den gewünschten Effekt erzielen. Dabei wird dieses „Ereignis“ natürlich wieder entsprechend aufgewärmt und dient als politische Rechtfertigung vor dem Bürger.

Nun könnte man meinen, dass es gr0ßer Anstrengung bedarf, dass genau diese Aktionen passend beim Bürger ankommen, doch dem ist nicht so. Vier Nachrichtenagenturen teilen sich den Weltmarkt der Informationen. Reuters in London, AFP in Paris, AP in New York und die dpa in Berlin, die die Meldungen von AP verwerten darf. Es sagt viel über Vielfalt aus, wenn diese Agentur ihren Hauptsitz im Axel-Springer-Verlag hat. So ist es nicht verwunderlich, dass im Zusammenhang mit dem Syrienkrieg zwei Bilder jeweils europaweit am gleichen Tag die Titelseiten aller Zeitungen zierten. Die Hintergründe und die Entstehung werden wohlweislich verschwiegen. Ein weiteres Indiz, dass Ereignisse oft nur fingiert sind, erkennt man zum Beispiel an den angeblichen Giftgaseinsätzen Assads (runterscrawlen bis Fußnote 10) in Syrien. Die Sache wird zwei Tage hochgekocht, man zeigt Menschen in Krankenhäusern, Leute, die mit Masken rumlaufen und die empörten Reaktionen. Schon mal was von weiteren Untersuchungen oder gar von deren Ergebnissen gehört? Unwichtig und auch nicht notwendig. Man will nur, dass auf der gerade passenden emotionalen Welle politische Entscheidungen getroffen werden können.

Um das gewünschte Bild in den Köpfen der Bürger auch fest zu verankern, kommen in den Medien dann besondere politische „Experten“ zu Wort, wie Norbert Röttgen oder Elmar Brok oder andere, die über das Netzwerk des Council of Foreign Relations mit einer USA- und NATO-freundlichen Linie verbunden sind. Auch bei den Moderatoren überlässt man es nicht dem Zufall, ob jemand linientreu ist.

Mit den obigen Mitteln, die die deutsche Politik eher als Konsument abgreift, will man dem Bürger eine Zustimmung aus moralischen Gründen abringen. Wer kann schon große Kinderaugen in Kriegsgebieten ertragen. Da muss die NATO ran.

Doch Moral ist nur eine schwache Triebfeder für menschliches Handeln. Die stärkste ist Angst. Um ein Thema passend in Szene zu setzen, läuft dies immer auf die gleiche Art ab. Ein Politiker bringt ein Thema auf die Agenda und es dauert nicht lange, da liefert eine „unabhängige“ Organisation oder Stiftung die passende Studie, die ihn bestätigt. Man kocht die Sache emotional (Angst!) durch Einzelfälle etwas hoch, um sich dann über passende Umfragen die Zustimmung zum politischen Handeln zu holen. Eigentlich das gleiche Schema wie oben, nur auf nationaler Ebene, denn die Medien greifen auch hier nur das „Futter“ ab.

Das gilt für alle großen und kleinen Themen. Nach den offiziellen Aussagen ist es zum Beispiel völlig unwichtig, ob eine angebliche Klimaerwärmung durch menschengemachtes CO2 überhaupt stattfindet:

Egal, ob die Wissenschaft der globalen Erwärmung falsch ist … der Klimawandel stellt die größte Chance dar Gerechtigkeit und Gleichheit in die Welt zu bringen. – Christine Stewart (ehemalige kanadische Umweltministerin)

Wir müssen dieses Thema der globalen Erwärmung nutzen. Auch wenn die Theorie der globalen Erwärmung falsch ist, werden wir das Richtige in Bezug auf die Wirtschafts- und Umweltpolitik tun. – Timothy Wirth (Präsident der UN Foundation)

Es ist egal, was wahr ist. Es ist nur wichtig, was die Leute glauben, was wahr ist. – Paul Watson (Mitbegründer von Greenpeace) (hier zitiert)

Es gehört in meinen Augen zu einer großen Errungenschaft von Strategen erkannt zu haben, dass man Menschen auch durch nicht sichtbare oder völlig unspezifische oder belanglose Bedrohungen so desorientieren kann, dass sie wie die Lemminge und völlig irrational handeln. Man nehme nur Feinstaub und NOx.

Die Feinstaub-Produktion von drei Zigaretten ist zehnmal so hoch wie jene, die am Auspuff eines alten Ford Mondeo Euro-3 Diesel eine halbe Stunde lang gemessen wurde. Ein Adventskranz mit vier brennenden Kerzen kann bereits die Grenzwerte für NOx überschreiten. (hier)

Die Hystherie mancher Bürger im Bezug auf Feinstaub und NOx grenzt mit dieser Erkenntnis fast schon an Wahn.

Bis in die feinsten Verästelungen der Sprache will man das gewünschte Bild in die Hirne bringen. In Berichten über einen Sturm, Dürre, Ernte, Grundwasser usw. wird regelmäßig ein Satz mit Klimawandel angehängt. Negative Ereignisse werden grundsätzlich irgendwie mit Russland in Verbindung gebracht. Was auf der einen Seite Rebellen, Oppositionelle und Aktivisten sind, sind auf der anderen Seite Terroristen. Was dem einen seine Regierung oder Monarchie ist, ist auf der anderen Seite das Regime.

Dass Regierungen einer professionellen Führung bedürfen, sieht man daran, dass Politiker so unpassende Marken setzen wie „Armlänge Abstand“ oder „wir brauchen Menschen, die in unser Sozialsystem einwandern“. Allerdings ist die professionelle „Informationsmodellierung“ oft so penetrant und passt einfach zu gut, dass man nicht mit der gegenteiligen Wirkung unter der Bevölkerung gerechnet hat. Man denke an die Vielzahl von hohen Bargeldfunden von Flüchtlingen, die die dann ehrlicherweise alle bei der Polizei abgegeben haben und keinen Finderlohn wollten. Glaubt jeder.

Eigentlich ist es keine Bringschuld alternativer Medien, die Menschen aufzuklären, wenn sie von den Mainstream Medien entsprechend „geführt“ oder „genugged“ werden. Ein mündiger Bürger sollte immer misstrauisch sein, seinen eigenen Verstand gebrauchen und auch andere Quellen benutzen, um sich ein Bild zu machen. Das wissen auch diejenigen, die für ein einheitliches Informationsumfeld in der Bevölkerung sorgen wollen. Deshalb werden alternative Medien als Fake-News-Produzenten, als „Leugner“ und unglaubwürdig dargestellt. Anderen Medien hängt grundsätzlich das Label „rechts“, „rechtspopulistisch“ oder gar „rechtsradikal an, den vertretenen Meinungen „Hetze“, „Hass“ und „Menschenfeindlichkeit“. Die Löschung von Facebook- oder Twitteraccounts oder die Anwendung des NetzDG ist ein weiteres Mittel, das gleichgeschaltete Umfeld zu erhalten.

Vor Kurzem hat Dorothee Bär (CSU), die jetzt für Digitales zuständig ist, in einem Interview moniert, dass Vorkommnisse oder Äußerungen aus der Vergangenheit durch das Netz immer wieder in die Gegenwart gezogen würden. Inzwischen hat man anscheinend erkannt, dass die Gefahr nicht hauptsächlich davon ausgeht, dass zusätzliche oder andere Informationen zu einem Ereignis geliefert werden (obwohl das von äußerster Wichtigkeit ist, wenn es zum Beispiel um Demonstrationen geht), sondern, dass sich Menschen die Mühe machen, offizielle Informationen zu einem Gesamtbild zusammenzuführen. Die Besetzung eines Postens erscheint schnell in einem anderen Licht, wenn man einen Politiker mit seinem Lebenslauf, seinen Nebeneinkünften, Freunden, Gönnern und früheren Äußerungen zusammenführt und öffentlich macht. Dasselbe gilt für NGOs, die sich für besondere Belange stark machen.

Das Internet bietet inzwischen eine Art Crowdfunding für Informationen und Vorgehensweisen, dass es für den einzelnen immer schneller möglich ist auch die richtigen Fragen zu stellen. Schon so banale wie: Wer bezahlt eigentlich die Winkelemente und wer hat sie für die „spontane“ Demonstration schon vorbestellt? bringen einen erhellenden Moment.

Früher kam ich nie auf die Idee, den Namen eines interviewten Experten in der Tagesschau zu googeln. Heute erscheint es schon allgemeiner Standard aller alternativen Medien, die Hintermänner von Experten, Gerichtsverfahren, NGOs oder Aktionen abzugrasen, um die echten Zusammenhänge zu erkennen.

Das gleichgeschaltete Informationsfeld wird auch dadurch gestört, dass man die Redebeiträge und Interviews von Abgeordneten leicht zugänglich macht und bewirbt. Ein besonderes Übel ist es da, wenn dies bis hinunter in Landes- und Stadtparlamente passiert und sogar einzelne Entscheidungen deutschlandweit publik werden.

Das Schwinden der Leserschaft bei den großen Nachrichtenmagazinen und Tageszeitungen zeigt, dass sie die Deutungshoheit verlieren und in den Gästebüchern unter den gesteuerten Talkshows erkennt man, dass sich die Bürger langsam nicht mehr für dumm verkaufen lassen. Im Moment reagieren die Akteure noch planlos darauf.

Schwer zu sagen, was die nächsten Schritte sein werden, damit die Eliten auch ihre Haut retten können. Ein erster Schritt könnte sein, dass Blogs und Kommentare nur noch unter Klarnamen mit Adresse möglich sind. Da viele direkt oder indirekt von staatlichen Geldern abhängig sind oder eine soziale Ächtung das Ende eines Geschäfts bedeuten würde, könnte dies viele abschrecken. Man könnte auch das Recht auf Zitation und die Verwertung von Artikeln einschränken.

Es könnte jedoch etwas geschehen wie zu Beginn von PEGIDA in Dresden. Ich kann mich erinnern, dass man am Anfang staatliche Bedienstete mehr oder weniger zwangsverpflichtet hat, auf die Gegendemonstration zu gehen. In den Ämtern waren die Sympathisanten äußerst vorsichtig und haben nur geflüstert. Nach einigen Wochen hatte man aber keine Scheu mehr bei offener Tür und mit lauter Stimme seine Meinung zu sagen. Man hatte nach einiger Zeit gemerkt, dass sie die Mehrheit bilden und die schlecht alle entlassen können. Wenn alle geschwiegen hätten?

Niemand muss den ganzen Tag Nachrichten lesen und sich unabhängig informieren. Fast jeder hat in letzter Zeit persönliche Erfahrungen gemacht, die den offiziellen Meldungen der ÖR-Medien zuwiderlaufen, vor allem, wenn man als Polizist, im Krankenhaus, als Zugbegleiter oder Lehrer tätig ist. Man kann dies als persönlichen Einzelfall abtun und bestimmte Dinge für sich behalten, weil man nicht als rassistisch oder fremdenfeindlich gelten will. Doch auch im Kleinen gilt:

In Zeiten universeller Täuschung ist das Aussprechen von Wahrheit ein revolutionärer Akt.

 

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