Der Papst geht.

Er hatte sich seinen Abgang so schön geplant. Womöglich waren die Zimmer schon gebucht und die Hawaiihemden lagen schon verstaut im Koffer. Eigentlich wollte er spätestens an Fasching an den aperen Skihängen des Brocken stehen und uns noch live das Ende des Skitourismus in den deutschen Mittelgebirgen verkünden. Das Gegenteil war nur ein kleiner Ausreißer im Wetter, was am Klimawandel nichts ändert. Doch auch wenn nach seinen Computerdaten nächstes Jahr zu Fasching sicher 30 °Grad herrschen werden, wird er nicht mehr zum Team gehören. Hans Joachim Schellnhuber, der Chef des Instituts für Klimafolgeforschung, geht dieses Jahr in Pension.

Der Papst aus Niederbayern hat es allen gezeigt, vor allem seiner Mutter. Da kein Geld für ein Studium des 2. Sohnes vorhanden, musste er sich das Studium durch ein Stipendium verdienen. Und er hat es geschafft und mit theoretischer Physik auch wirklich etwas Brauchbares studiert. Doch er wollte allen zeigen, dass er nicht nur das Potential hat, durch seine Arbeit ein sicheres Auskommen zu haben, sondern dass man auch wirklich fett abgreifen kann und sogar noch der eigenen Frau einen passenden Posten verschaffen kann. Das IKP verfolgt ja einen interdisziplinären Ansatz, so wie die Genderforschung. Das heißt, wir forschen eigentlich nix, sondern mischen uns überall bei denen ein, die das können, und schaffen Posten für Qualifikationen, die in dieser Zusammensetzung, Geologin, Paläontologin, Lyrikerin und Publizistin, so niemand brauchen würde. Eine künstlerische Leiterin bei einem Klimainstitut ist wie ein Porzellanmaler bei der NASA.

Ab 1992 ging es steil bergauf. Al Gores Film “Eine unbequeme Wahrheit“ hatte die Bevölkerung traumatisiert und willenlos gemacht. Sie hatten Albträume mit auf Eisschollen treibenden Eisbären und endlosen Autoreihen auf deutschen Autobahnen, die durch die sengende Sonne augebleicht und ausgebrannt waren. Die Arktis würde 2013 eisfrei sein. Wir würden alle verbrennen. Und dann kamst Du. Hast Deine Augenbrauen gehoben, Deine Fotz gespitzt und ganz wissend verkündet, dass es Rettung gäbe. Während sich hinter Köln die Wassermassen des steigenden Meeresspiegels schon virtuell in den Köpfen auftürmten, bist Du ganz ruhig geblieben. Die von Angst vor der Selbstverbrennung ausgezehrten Gesichter hingen an deinen Lippen, als du verkündet hast, dass wir nur das 2°-Ziel erreichen müssten. Raus aus der Kohle, kein Individualverkehr mehr und Windräder, Windräder und nochmals Windräder und kreative Lösungen, sollte es mal am Strom fehlen.

Obwohl man die Daten immer wieder „angepasst“ hat, um die gewünschte Golfschlägerform der Temperaturentwicklung zu erhalten, war dann 2013 irgendwann da und der Nordpol immer noch nicht eisfrei. Aber Schellnhuber hatte vorgesorgt und die so genannten Kipppunkte „erfunden“. Sollte in bestimmten Bereichen ein „Kipppunkt“ überschritten werden, dann würde es plötzlich ganz schnell gehen; nicht mehr Veränderungen um 0,1° oder 0,2°, sondern 3°, 5°. Nein 30°, 40° oder gar 100°Grad, so dass man das Kartoffelgratin getrost auf’s Fensterbrett stellen kann, anstatt in den Heißluftherd.

Und nun ist Ostern und die Hawaiihemden gammeln weiter zwischen Boxershorts und Sonnenbrille im Koffer dahin. Noch einmal zwischen den in der Sonne verdorrten Schneeglöckchen stehen und zum Frühstücksfernsehen eingeladen werden oder zu Klaus Kleber anlässlich der beginnenden Apfelblüte im März! Man war ja in den letzten Jahren schon flexibel geworden, weil man die Kipppunkte einfach nicht erreichen konnte und der Trend sogar vom Abgrund wegführt.(hier, hier, hier, hier, hier) Übergangsweise verkaufte man uns die Zunahme von Malaria und das Insektensterben auch als Folge des Klimawandels, obwohl es nur daran liegt, weil die Industrienationen den Afrikanern ein DDT-Verbot aufs Auge gedrückt haben und die Naturschützer jedes Brachland, das vielen Insekten als Brutstelle dient, in ein Naturschutzgebiet umgewandelt sehen möchten. Zum Glück hat Merkel 2015 die Grenzen für eine andere Flut geöffnet, so dass man sich im Hintergrund sammeln konnte und das Wort „Wetterextreme“ als Folge des Klimawandels aus dem Hut gezaubert hat. Nun kann man jedwedes Wetter und jedwedes Wetterereignis unter der Klimakatastrophe vermarkten. Zu kalt passt, zu warm passt und keine Änderung passt als die Ruhe vor dem Sturm.

Zu blöd, dass Du selbst beim IPCC warst und die zugeben mussten, dass sich die Zunahme von Wetterextremen nirgends belegen lässt (hier runterscrawlen) und Ihr das als mögliche Folge des Klimawandels seit 2012 nicht mehr angenommen habt. Hätte keiner gemerkt und keiner von den Angsthasen geprüft, wenn Ihr das weiter behauptet hättet. Aber egal, Ihr habt es einfach wieder ins Programm genommen; hat auch keiner gemerkt.

So wie das Waldsterben und das Ozonloch inzwischen nicht mehr sind, als der Nachhall vergangener Hysterie, so könnte auch der Klimawandel verschwinden. Doch du hast mitgeholfen, dass dieser Hype auch nachhaltigen Schaden angerichtet hat, denn der eigentliche Hammer kommt erst noch, wenn all die Windräder an ihr natürliches technisches Ende kommen. Tausende vertikale Schrottplätze, mit Werkstoffen, die sich nicht oder nur unter großem Aufwand wiederverwerten lassen. Windparks, die ohnehin nur durch staatliche Subventionen und Einspeisegarantien rentabel sind, weil sie im Schnitt nur etwa 17% der Nennleistung erbringen, wird die Entsorgung der Altanlagen das Genick brechen. Aber bis dahin sind dann auch alle Kohle- und Atomkraftwerke endgültig abgeschaltet, da ist dann überhaupt Strom zu bekommen das größere Problem.

Lieber Schelli! All das wird Deinen Ruf nicht schädigen. Du wirst wie Benedikt auf immer unser Papst bleiben. Wir werden in den nächsten Jahren Zustände bekommen, da würden wir uns freuen, wenn irgendwelche esoterischen Kipppunkte unser einziges Problem wären.

Die Schweden sind uns da immer ein paar Jahre voraus. Da entstehen hohe Temperaturen und CO2-Ausstoß eher durch das Abfackeln von Autos oder Mülltonnen durch einen Migrantenmob in den Vororten. Wenn Schweden 2030 nach UN-Prognose Entwicklungsland ist, dann fällt es echt nicht mehr ins Gewicht, ob noch ein paar Tausend angebliche Klimaflüchtlinge in diesen Slum einrücken, während der Frühlingsanfang um zwei Woche früher kommt als vor 30 Jahren.

So schnell kann kein Meeresspiegel steigen wie Europa nach Schwedens Vorbild untergeht. Nicht traurig sein Schelli! Es findet sich sicher noch ein warmer Tag bis zu Deinem Ausscheiden, an dem Dich Dunja ins Morgenmagazin einlädt.

Dann kannst Du ein letztes Mal wissend die Augenbrauen heben und Deinen Fotz spitzen und eine Predigt für Deine Klimakirche halten.