Links sein ist noch kein Argument.

Als 2014 das erste Rumoren in Form von PEGIDA begann, da geben die Initiatoren ihre 19 Punkte heraus und waren so naiv, dass jetzt Vertreter aus Medien und Politik begeistert vorbeikommen und ernsthaft mit ihnen diskutieren würden.  Doch stattdessen machten man sich die Mühe die Bewegung mit immer neuen Begriffen zu titulieren, angefangen von Pack, Dreck, Rassisten, Mischpoke bis man eine ganze Region unter dem Namen Dunkeldeutschland unter geistige Quarantäne stellte. Und jeder der es wage mit gleichem Namen in einer westlichen Stadt aufzutreten, spürt sofort die Macht der politischen und medialen Teufelsaustreiber. Von den 19 Punkten wissen die meisten nur, dass sie fremdenfeindlich, islamfeindlich, rassistisch und rechtsradikal sind.

Nun hatte man die Realität drei Jahre sacken lassen, bis sie sich unübersehbar nicht mehr nur in den Großstädten und sozial schwachen Gebieten etablieren konnte, sondern inzwischen auch diverse Kleinstädte von ihr bereichert werden. Überall, wo sich eine oder mehr Personen öffentlich zusammenfinden, um gegen die Merkel-Politik zu demonstrieren, passiert immer das gleiche: Schnell werden bunte Bündnisse aus Politik, Gewerkschaften, NGOs, und Kirchen geschmiedet, um ihnen zu sagen, was sie sind: Nazis! Die Teilnehmer sind nun langsam vom Glauben abgefallen, dass sie das wirklich sind, so dass die ANTIFA die Argumente zusätzlich ins Hirn prügeln muss.

Die linke Intelligentia in den Medien ist natürlich verunsichert und beschäftigt sich anstatt mit den Forderungen und Argumenten lieber mit der geistigen Verfassung von denen, die partout nicht bunt sein wollen. Sind es nicht die sozial Abgehängten, die einfach Gestrickten, die auf ebenso einfache populistische Lösungen hereinfallen, die Feindbilder für ihr eigenes Versagen suchen und vorgeben, als Unchristen die Christenheit zu verteidigen? Linke Fachleute beschäftigten sich ausschließlich mit der dunklen Psyche der vermeintlich Rechten und wollen auch die outen, die das noch nicht freiwillig getan haben oder noch nicht wissen, dass sie Nazis sind.

Mitleidig geben sich Politiker und Kirchenmänner und fordern die übrigen Bürger auf, auf diese Irregeleiteten zuzugehen und diese „Fremden“ wieder in die Gemeinschaft zu holen. Das erinnert etwas an die Inquisition. Man hat die Delinquenten mit Vorwürfen überhäuft, bis sie gestanden, um ihnen dann zu vergeben, damit sie wieder in die christliche Gemeinschaft zurückkehren, bevor man sie auf den Scheiterhaufen verbrannte.

Denen hat nun Vera Lengsfeld mit dieser initiierten Erklärung mal kurz die Luft rausgelassen.

Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.

Weil gerade ein Henryk M. Broder an der Spitze der Unterzeichner steht, ist schon mal mit einem vermeintlichen Antisemitismus dieser nicht zu punkten.

Das Gegenargument für die Islamdebatte ein kontrolliertes Messerverbot einzuführen, wie es der an Argumenten arme Peter Huth in der WELT vorschlägt, das kann man höchstens für den Geschenk-Abo-Leser anbieten. Da braucht es schon ein intellektuelles linkes Geschütz wie Thomas Assauer von der ZEIT, der die Unterzeichner bei den Neuen Rechten in Anlehnung an die Thule-Bewegung verortet. Da reicht kein Artikel für die belesene Mittelschichtshausfrau, sondern da muss man schon zeigen, dass man mehr als drei Bücher im Schrank hat oder zumindest Wikipedia kennt. Die Erklärung ist für ihn nur Mittel zum Zweck alles Rechte von den Rechtsradikalen bis zum enttäuschten Sozialdemokraten zu einen.

Aufschlussreich ist dann nur das Ende des Artikels, sein historisches Geschwurbel wird neterweise schon im Kommentarbereich auseinandergenommen.

Rechte sind Rechte und keine Konservativen; ihr Ziel ist nicht Bewahrung, sondern Zerstörung. Sie wollen die liberale Öffentlichkeit nicht meinungstechnisch erweitern, sie wollen sie abschaffen. Die Rechte träumt vom ethnisch homogenen Volk, vom organischen Staat und von seiner machtpolitischen Souveränität – ohne Rechtsgleichheit, ohne freie Gerichte, ohne Migranten, ohne „Vergangenheitsbewältigung“ und ohne Einbettung in die Europäische Union.

Für ihn treffen sich die Unterzeichner wöchentlich auf einem Schloss hinter Freital und diskutieren alles Völkisch-nationale, das sie an langen Abenden am Lagerfeuer von kahlgeschorenen Dödels aufgeschnappt haben, die vom Großdeutschen Reich träumen, alleine aber zu dämlich sind, eine Fahrkarte in den nächsten Ort zu lösen. Bei so einem Geschreibsel ist es kein Wunder, dass mich die ZEIT permanent mit E-mails belästigt, ich solle ihr Käseblatt wenigstens geschenkt nehmen.

Womöglich hat man dann nach den über 600 Kommentaren unter seinen Ergüssen bei den Tagesthemen (oder hier) festgestellt, dass sich einer vom gleichen linken Kaliber nicht auch noch live in der Sendung blamieren möchte. Da hat man dann ein Püppchen Liane Bednarz vorgelassen, die dann durch die Blume sagen durfte, dass die ganzen Unterzeichner zu dumm und zu naiv waren und nicht gemerkt haben, dass sie hier nicht im Namen des Konservatismus, sondern im Namen des Rechtsradikalismus auftreten.

Und im Deutschlandfunk Kultur hat die dann noch den entscheidenden Spruch gemacht.

Aber es gibt eben keine bindende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts darüber. Und so lange kann man das auch nicht per se als illegal bezeichnen.

Huch! hat sich die Vera dann gedacht. Da bin ich gar nicht drauf gekommen, dass man mich damals in der DDR nur deshalb verhaftet hat, weil ich Jahre zuvor gegen die Aufstellung der SS-20 Raketen in der DDR demonstriert hatte, obwohl das gar nicht illegal war. Die DDR könnte noch existieren, hätten wir nicht immer demonstriert, sondern dem Politbüro gehuldigt.

Da ist sie gleich zum Broder gelaufen und hat ihm gesagt, dass da eine „Publizistin“ herausgefunden hat, dass die Masseneinwanderung gar nicht illegal wäre und neben ihm lauter Nazis unterschrieben hätten. Und dann haben sie die Liane angerufen und sich ganz mächtig bedankt, dass sie allesamt so blöde waren.

Ich persönlich finde das erstaunlich, dass Menschen das so unterschreiben.

Sie solle gleich noch die Eltern von Mia und Maria anrufen und ihnen sagen, dass die ganzen Migranten zu Recht hier sind und sich deshalb wegen ihrer Kinder nicht so anstellen sollten. Im Vergleich zu denen, die im Mittelmeer ertrunken sind, wären das nur Einzelfälle.

Die Tagesthemen garnieren dann den Bericht über die Erklärung noch mit denen zur Diffamierung passenden Namen: Sarrazin, Lichtmesz und den neu hinzugekommenen Matussek.

In nur einem Satz hat dann Vera Lengsfeld die Gesetzmäßigkeit linken Denkens ausgehebelt. Auf die Frage, ob es kein Problem wäre, dass Lichtmesz als Rechter die Erklärung unterschrieben hätte, meinte sie sinngemäß, es wäre kein Problem für sie, weil er doch für die richtige Sache unterschrieben hätte.

Zeter und Mordio! Da erzittert das links-ideologische Denkgebäude! Sachliche Argumente ohne vorherige Gesinnungsprüfung? Da kommen ganze Argumentationslinien des linken Spektrums der letzten Jahre ins Wanken.

Vielleicht ist ja dem einen oder anderen Zuseher ein Licht aufgegangen, dass er nun Dingen nicht mehr zustimmt, nur, weil sie gut, bunt und weltoffen sind, sondern diese Dinge ablehnt, weil sie gleichzeitig eben praktisch scheiße sind. Die Leute mit diesem Aha-Erlebnis könnten das auch von den Medien und der Politik einfordern und wollen nicht weiter damit behelligt werden, ihre Meinung könnte vermeintlich rechts sein.

Das linksgedrehte Boot hat ohnehin schon erhebliche Schlagseite. Nun muss man nur noch warten bis es untergeht.

Ein Gedanke zu “Links sein ist noch kein Argument.

  1. Linker erklären….
    Heute: Was man als Nichtlinker für Meinungen haben darf, konservativ zu sein.
    Morgen: Was Christen gefälligst zu glauben haben.
    Übermorgen: Was zum Islam gefälligst gehört und was nicht.
    Bleibt brav, liebe Kinder!

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