Les Brigandes in Helldeutschland unerwünscht.

Wir bedauern es außerordentlich, mitteilen zu müssen, daß das Konzert mit „Les Brigandes“ am 13. bzw. 14. April 2018 auf Grund höherer Gewalt nicht stattfinden wird.

So heißt es in einer kurzen Mitteilung des Veranstalters. Diejenigen, die jetzt schon Karten für Les Brigandes hatten, haben bei höherer Gewalt sicher nicht an die Folgen des Klimawandels gedacht, sondern dass es die Gesinnungswächter nicht hinnehmen können, dass hier eine vermeintlich singende Kampftruppe aus Frankreich sogar nach Dunkeldeutschland einziehen sollte.

Les Brigandes ist eine patriotische Musikgruppe aus Frankreich. Laut „Le Point 4“ und anderen Quellen leben die jungen Frauen in der Region Béziers.

Der Gruppenname „Brigandes“ bezieht sich auf die königstreuen Kämpfer in der Vendée, welche gegen den von der französischen Revolution verhängten blutigen Terror aufstanden.

so heißt es bei metapadia.

Bei den Yahoo-Nachrichten hört sich das ganz anders an:

Sie lehnen Multikulti, Globalisierung und Einwanderung ab – die reaktionären Musiker der fremdenfeindlichen Band Les Brigandes propagieren fernab der französischen Städte hinterwäldlerisches Gedankengut.

Ich seh sie direkt vor mir, die kahlgeschorenen Reichsdeutschen, die sich das Eiserne Kreuz auf den Oberarm tätowiert haben und mit rauer Stimme singen „Moslems ins Gas!“ (so einen ähnlichen Spruch kenn ich woher, ich komm grad nicht drauf)

In Eigenregie produzierte Videos sind nicht das einzige Mittel, um auf ihre fremdenfeindlichen Ansichten aufmerksam zu machen – auch auf Konzerten verbreitet die Kommune Hetze und Angst vor dem Untergang des christlichen Abendlandes. Erschreckend erfolgreich ist bisher ein Clip, der ganz offen Fremdenfeindlichkeit propagiert: „Wenn ihr Frankreich nicht liebt, hat das keine Bedeutung: Haut ab! Brigitte Bardot und die Scharia, das wird nie passen: Haut ab!….

Dass dafür kein Plattenlabel geradestehen will, dürfte klar sein, denn in Deutschland können Sie für die falschen Leute gewerblich nicht mal ne Pizza in den Ofen schieben, ohne dass nachher gleich der ganze Laden kross wird. Der Text ist zwar krass, kommt aber nur deswegen so rüber, weil wir noch in der Sülz- und Winselphase sind. Da heißen „Brigitte Bardot und die Scharia, das wird nie passen“ nochbleibende interkulturelle Differenzen“ und „hau ab! noch „bitte, bitte geh freiwillig! Du darfst auch die ganze Kohle mitnehmen!“

Und Yahoo zeigt auch ganz viel Mitleid wegen Hass und Hetze in den Texten, wo es heißt,

Die geschwätzigen Professoren, die Spezialisten und Experten, die Hüter des koscheren Denkens: Fahrt zur Hölle. Die gesamte Lügenpresse: Fahrt zur Hölle.

, denn jetzt singt man den ganzen Sternchen- und Unterstrichschwätzern und den ganzen Lohnschreiber der untergehenden Zunft sogar, dass sie völlig überflüssig sind und gleich zur Hölle fahren sollen. Ein Lied sagt schon immer mehr als tausend Worte. Und, weil die alle so geweint haben, hat sich nun der Verfassungsschutz eingemischt und den „Rat“ gegeben, das Konzert abzusagen. Wer weiß, was passiert wäre, wenn sich die nicht daran gehalten hätten und Les Brigandes plötzlich an der deutsch-französischen Grenze aufgetaucht wären und Frau Feldweblin das bestellte Camouflage-Lätzchen für ihren Sohnemann noch nicht erhalten hätte, um an die Front zu ziehen?

Aber da kommt dann die höhere Gewalt ins Spiel. Schließlich war Honecker so naiv und hat 1988 Bruce Springsteen in der DDR auftreten lassen und da haben die blöderweise USA-Fahnen geschwenkt und „Die Mauer muss weg“ gerufen. Das war der Anfang vom Ende. Da hat dann die Angela kurz angerufen, dass das jetzt echt nicht so gut wäre, wenn die Zuschauer dann alle bei dem da mitsingen.

Ich habe mir nun einige Lieder von denen angehört und den deutschen Untertitel gelesen. Ich kann da jetzt nichts wirklich Gefährliches finden, muss aber auch nicht jedem gefallen. Aber die Angela hat schon recht. In diesen Zeiten kann man nicht vorsichtig genug sein. Bei Honni hat es ab dem Bruce bloß noch ein Jahr gedauert und zu der Zeit sind noch nicht mal welche auf die Straße gegangen wie jetzt in der BRD.

 

5 Gedanken zu “Les Brigandes in Helldeutschland unerwünscht.

  1. Vielen Dank für Ihre Darstellung, die schon einige wesentliche Aspekte behandelt, die ich als Kenner der Gruppe noch um einige Punkte erweitern möchte.

    Zunächst einmal ist es unabdingbar, sich mit den Originalquellen zu befassen, möchte man sich einen umfassenden Eindruck verschaffen. Auch die bestgesinnte Sekundärquelle kann Fehler und Lücken aufweisen.
    In ihren Chansons, die thematisch vielfach aufeinander aufgebaut sind, drücken sie ihre Ansichten aus, welche sie wiederum in ihrem „Manifest“ ausführlich beschrieben haben.
    Auf ihrem Blog kann man sich stets auf dem Laufenden halten, man erfährt dann z.B. auch, mit welchen Tricks die Medien immer wieder mal versuchen, die Gruppe in ein schlechtes Licht zu rücken: http://le-clan-des-brigandes.fr/

    Sie sind Nonkonformisten par excellence und daher werden sie von Dogmatikern verschiedenster Richtungen gehasst, welche ihre Partei, ihre Bewegung oder ihre alleinseligmachende Kirche als ultima Ratio ansehen. Dazu hoch gebildet in verschiedensten Disziplinen, kultiviert, mit einer gehörigen Portion Esprit. Kurz gesagt: Leute, die wissen was sie wollen, die keine hohlen Phrasen dreschen sondern zu dem stehen was sie sagen.
    Da sie so ziemlich alle Klischees durchkreuzen, die in rot-grünen Kreisen über die so genannten „Rechten“ kolportiert werden (abgehängt, primitiv, frauenfeindlich, fremdenfeindlich…), müssen sie auf diese Kreise zwangsläufig wie ein rotes Tuch wirken.
    Dass die Gegner dem sachlich nichts entgegen setzen können erkennt man indirekt an ihren wütenden Ausfällen oder – wie aktuell – administrativen Maßnahmen.

    Tatsächlich vertreten Les Brigandes die Idee eines friedlichen Miteinanders, eines Wettstreites der Ideen, ohne ideologische Zwänge.
    Siehe z.B. in „La valse de La Salvetat“: „Die Linken, die Frontisten, hier sind sie alle Pazifisten“
    Grundsätzlich sehen sie sich keiner Partei, keiner Bewegung verpflichtet. Stattdessen bauen sie auf die Tatkraft eines jeden Einzelnen von uns, um in einer Art Graswurzelbewegung eine Art Kontrakultur zu gestalten, an der Gestaltung einer Alternative zum herrschenden System mitzuwirken. Mit „Clan“ bezeichnen sie diese ihre Form der Gemeinschaft eines lockeren Verbundes ähnlich gesinnter Menschen. (das französische „Clan“ ist nicht deckungsgleich mit dem deutschen Begriff „Klan“)

    Die von Ihnen zitierte „Yahoo“-Passage offenbart ja gerade eine bestimmte Taktik der Qualitätsmedien, um „missliebige“ Personen in eine bestimmte Ecke zu drängen: Selektives Zitieren

    Tatsächlich kritisieren sie all jene, die sich über die bestehenden Gesetze hinweg setzen, egal ob viele Politiker oder ob manche(!) Migranten, und fordern diese zum Rückzug auf. Eine Alternative kann aber auch der eigene Rückzug sein, wenn die Gesetzlosigkeit überhand nimmt. Letzteres bringen sie im zweiten Teil des von Ihnen erwähnten Stückes zum Ausdruck, was natürlich von den Qualitätsmedien verschwiegen wird. Statt „Foutez le camp“ (Haut ab) kann die Alternative dann auch „Foutons le camp“ lauten (Hauen wir ab).
    Darüber hinaus wenden sie sie sich nicht pauschal gegen Migranten sondern kritisieren all diejenigen, die erstens für Chaos und Krieg in vielen Ländern gesorgt haben und zweitens den Menschen falsche Versprechungen von einem goldenem Dasein in Europa gemacht haben.

    Das alles wird natürlich nur erfahren, der sich mit der Gruppe selber näher befasst und sich womöglich selber die eine oder Anregung daraus holt. Jeder, der sich offen und ehrlich für sie interessiert, ist herzlich eingeladen, sie zu kontaktieren. (Seine mögliche Sprachbarriere ist kein Problem, zwei von ihnen sprechen auch deutsch)

    Und zuletzt: Ein Konzert mit ihnen ist ein Erlebnis, das man nicht missen möchte und gerne wiederholen möchte.
    (und man kann anschließend das selber gerade Erlebte mit dem vergleichen, was die Medien anschließend kolportieren)

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  2. Jörg B. Danke für den informativen Kommentar. Habe mich mühsam durch die oft verschlüsselten ( ohne Verschlüsslung keine Kunst) Texte gearbeitet und wurde immer reich belohnt. Mir wurde die Gruppe erst durch den vom “ Staatsschutz“ verbotenen Auftritt in Thüringen bekannt. Wie erbärmlich und widerlich solch ein Auftrittsverbot auch ist, so ging der Schuss nach hinten los und bewirkte eine verstärkte Medienpräsenz, die bis heute anhält.

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  3. 1. Der Auftritt der Les Brigandes soll und muss in Deutschland unbedingt nachgeholt werden.
    2. Dies sollte nicht irgendwo auf dem flachen Land oder auf einem Privatgrundstück, sondern in einem Ballungszentrum – Berlin, Hamburhg, München, Frankfurt, Köln…stattfinden.
    3. Dafür ist von Beginn an eine fundierte juristische Begleitung erforderlich. Verträge mit öffentlichen oder privaten Hallenvermietern müssen wasserdicht sein und dürfen bei politischer oder behördlicher Einflussnahme keine Schlupflöcher zulassen.
    4. Vor, während und nach der Veranstaltung müssen Juristen bereitstehen, die durch Anträge auf einstweilige Anordnungen bei den (Verwaltungs-)Gerichten bis hin zum Bundesverfassungsgericht jeden Stör- oder Verhinderungsversuch abwehren. Es gibt mittlerweile eine umfassende Rechtsprechung zur Versammlungs- und Kunstfreiheit.

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  4. Hallo !

    Ich habe mir in der letzten Zeit viele Lieder von LES BRIGANDES angeschaut und muß sagen, daß sie mir gefallen. Inhaltlich zwar nicht ALLE, aber das ist ja erlaubt.
    Es sind, soweit ich das beurteilen kann, erstklassige Arrangements, gute und attraktive Sängerinnen, die sich zu präsentieren wissen usw.

    Fazit: es ist schade, daß es so eine Gruppe in Deutschland nicht gibt.Denn die Zeit der kuscheligen Lieder a la Reinhard Mey ist doch wohl nun vorbei….

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