Bayerwald-Bote: Merkels Ende sicher!

Wenn man etwas über den Bayerwald-Boten sicher sagen kann, dann, dass sie sozusagen die Zuletztmerker sind, bzw. die Oberhuren des Mainstream. Ich hab ja schon mal geschrieben, wie penetrant hier die transatlantische Sichtweise neben den Zeitgeistthemen Klimawandel, Gender oder Migration usw. alternativlos durchgedrückt werden. Allerdings ist die Zeitung dann ein guter Gradmesser, wenn sich wirklich was real oder in der Berichterstattung insgesamt ändert. Als PEGIDA schon gut zwei Monate auf die Straße ging, wurde sie von der PNP völlig totgeschwiegen bis sie von einem Tag auf den anderen die Zeitung voll davon hatten, Experten zu Wort kamen und die hauseigenen Kommentatoren auftraten, als wären sie schon immer die vollen Insider zu dem Thema und wüssten über vermeintliche rechtsradikale Hintergründe bescheid.

Genauso war die Zeitung täglich voll mit Flüchtlingsfamilien mit Kindern und großen Kulleraugen und Flüchtlingsrührstücken über gefundene Geldbeträge und den 120% Integrierten, auf den die Waidler schon Jahrhunderte gewartet haben. Die Passauer Neue Presse (PNP) brachte immer noch eine Geschichte mehr davon als die anderen. Da fällt das besonders auf, wenn das von einen Tag auf den anderen plötzlich endet, wie in diesen Fällen.

So konnte man davon ausgehen, dass Merkel noch fest im Sattel sitzt, wenn sich Kritiker zu Wort melden oder Seehofer den Islam als nicht zu Deutschland gehörend erklärt. Immer hieß es dann in der PNP, dass eine Äußerung „umstritten“ wäre oder man lässt einen „Experten“ oder einen der PNP-Meinungsschreiberlinge ran, um die Sache mit den Worten „populistisch“, „nicht hilfreich“ oder „Öl ins Feuer gießen“ sofort in die rechte Tonne zu treten.

Natürlich durfte jetzt Jens Spahn sich mit ein paar rohen Sprüchen profilieren, doch allein das Bild in der PNP dazu zeigte, wo sich dieser Knilch trotz seiner großen Klappe positionieren darf. Man hat fast das Gefühl, als würde ihm Merkel gleich sanft mit der Hand über den Kopf streicheln.

Doch nun scheint im Hintergrund eine Wende eingeleitet. Schon die Sendung von Maybrit Illner zeigte den deutlichen Umschwung. Zwar durfte der bekehrte Einser-Moslem auftreten, der mit Hilfe eines Imams auf den rechten Weg zurückfand, doch der Rest der Sendung war einseitiges Moslembashing. Nix „man muss differenzieren“ oder „Rechtsradikale sind genauso schlimm“ usw. Die Giffey durfte sich als SPD-Frau noch was wünschen und der Herrmann machte einen auf Law-and-order-keinen-Schritt-zurück-Typen und das war‘s dann.

Und jetzt? Heureka! Die Druckausgabe des Bayerwald-Boten bringt einen halbseitigen Bericht über die „Werte-Union freiheitlich konservativer Aufbruch“, nachdem man die Gründung fast zwei Wochen lang totgeschwiegen hatte. Sie wollen zurück zum Markenkern der CDU. Die treten für ein Ende der Energiewende, die Abschaffung der Ehe für alle, ein Ende der doppelten Staatsbürgerschaft und der Vater-Mutter-Kind-Familie als Leitbild ein. Noch vor einem Monat hätte man so einen Artikel mit „rechtspopulistisch“, „am rechten Rand fischen“ oder „rückwärtsgewandt“ garniert. Dazu hätte eine Claudia Roth oder eine Barley in einem Exclusiv-Interview etwas vom Ende der Demokratie und Nazi! Nazi! faseln dürfen und dann wäre alles wieder gut gewesen. Und diesmal? Nix ist daran „umstritten“, was die WerteUnion fordert. Kein Schwall an Gegenpositionen oder Kritiken von einem Hofreiter oder einer Nahles kränzen diesen Bericht. Und die Kommentarschreiberlinge, die immer an vorderster Front nach den Latenznazis in den Parteien suchen? Ach was! Ein Kommentar über den Diesel! Gibt es was, was die PNP noch Wichtiges dazu zu sagen hätte? Diese Welle ist ja schon mehr als abgeebbt, als dass das noch jemanden interessieren könnte.

Vor drei Tage war das Bayerwaldblatt noch voll auf Linie und es dufte bei ihnen noch ein Politikwissenschaftler ran mit den Worten:

Ich glaube nicht, dass eine Rückkehr zu vermeintlich konservativen Wertvorstellungen verfangen kann. Dazu ist der Modernisierungskurs in Deutschland mittlerweile zu sehr mehrheitsfähig oder akzeptiert.

Und gestern hat wohl einer bei denen angerufen und der Praktikantin gesagt: Mädel! Jetzt säuber mal schön deinen Gesinnungs-Wortbaukasten, ich geb‘ dir mal gleich die neuen Begriffe durch! Die Party ist vorbei!

Es ist also soweit! Das Ende von Merkel ist schon abgesegnet und das Hinterwald-Käseblatt der PNP ist der Indikator dafür.

3 Gedanken zu “Bayerwald-Bote: Merkels Ende sicher!

  1. Nein, wir sehen mit Seehofer, Spahn, und der plötzlichen Sorge um muslimischen Antisemitismus das, was Noam Chomsky als „Controlled Opposition“ bezeichnet hat. Eine faktische Änderung mit konkreten Maßnahmen wird es nicht geben.

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    1. Man kann ja nicht ausschließen, dass man Merkel absägt, um die gleiche Politik mit anderen Gesichtern weiter zu machen, weil niemand mehr diese Visage sehen mag. Ich gehe ebenfalls nicht davon aus, dass es dabei „eine faktische Änderung mit konkreten Maßnahmen“ in der jetzigen Politik gibt.

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  2. Ich glaube einfach IM Erika hat Honeckers letzten Befehl erfolgreich abgeschlossen. Die Karre steckt so tief im Dreck da gibt’s keine Rettung mehr.
    Am schlimmsten ist aber, dass die meisten Bürger es immer noch nicht begriffen haben.

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