Mehr Fragen als Antworten.

Wenn man manche Statistiken zusammenführt, dann ergeben sich am Ende oft mehr Fragen als Antworten.

…Die Minister der neuen Bundesregierung sind vielen Deutschen weitgehend unbekannt. (…) Dabei wurden die Befragten gebeten, die Namen von Ministern im neuen Merkel-Kabinett zu nennen. 42 Prozent der Befragten fiel kein einziger Minister ein. Am wenigsten bekannt sind die Regierungsmitglieder (…) , bei Schülern und Studenten (58 Prozent) sowie bei den 18- bis 29-Jährigen (62 Prozent). Männer können eher Minister nennen als Frauen (64 Prozent gegenüber 53 Prozent).

Das ist nun keine Meldung mit der die ÖR-Medien und die großen Zeitungen hausieren gegangen wären. Da würde sich das Bild von der eigenen Wichtigkeit ziemlich schnell eintrüben. Zum Glück für sie gibt es ja Umfragen, die etwas ganz anderes aussagen. Auch, wenn die Statistik schon etwas älter ist, sollten nach dieser 100% der Befragten die wichtigsten 5 Bundespolitiker kennen und zumindest noch 9 von 10 die nächsten 7 Politiker. Das dürfte in heutigen Statistiken nicht anders sein. Jetzt kann man davon ausgehen, dass die natürlich nicht völlig unbedarfte Praktikanten losgeschickt haben, sondern die entsprechend instruiert haben, je nachdem welches Ergebnis man wollte. Die Frage nach einem Namen eines Ministers im neuen Merkel-Kabinett bringt natürlich das denkbar schlechteste Ergebnis. Man kann das Ergebnis am Telefon verbessern, wenn man fragt: Antworten Sie mit ja oder nein! Kennen Sie einen Minister im Merkel-Kabinett? Wer gibt schon gerne zu, dass er keine Ahnung hat.

In Wirklichkeit geht man mit Bildern von Politiker in die Fußgängerzone. Nun gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten.

Kennen Sie folgende Politiker? Wenn Sie nur nicken müssen, dann lügen Sie ja nicht, weil irgendwo haben Sie die ja schon mal gesehen. Wenn Sie den Namen sagen müssen, dann würden viele schon echt alt aussehen.

Nun könnte man ja fragen: Welcher gehört nicht zum neuen Merkel-Kabinett?

a) Franziska Giffey         b) Helge Braun     c) Old Shatterhand

Sehen Sie? Sie wissen genau, wer zum neuen Kabinett gehört, obwohl Sie die Namen noch nie gehört haben. Sie sind ein echter Tausendsassa!

Witzig wäre zu wissen, was in den Köpfen vorgeht, wenn man fragt, ob einem folgende Personen bekannt sind, ohne explizit zu sagen, dass es Politiker sind, und man nur nicken muss.

Kenn‘ ich! Denkt sich: Hat bei „Der Untergang“ mitgespielt.

Kenn‘ ich beide! Denkt sich: Kommen immer auf sport1 nach Mitternacht. „Geile Hausfrauen machen Dich heiß! Ruf mich an! 01904…“

Kenn‘ ich! Denkt sich: Hat bei der „Hamburg Mannheimer“ gearbeitet. War der nicht in Budapest dabei?

Nun kann man ja dem unterbezahlten Ferienjobber, der nach Anzahl der Befragten entlohnt wird, nicht übel nehmen, dass er nicht zuerst fragt, ob man den folgenden Politiker kennt, bevor man wissen will, ob man seine/ihre Arbeit gut findet, sondern einfach:

Macht Helge Braun einen guten Job? Oder das gleiche mit Gerd Müller.

Sicher kennt jemand einen mit dem Allerweltsnamen Helge Braun oder Gerd Müller, der einen schon mal schwarz das Bad ordentlich gefliest hat oder den alten OPEL-Manta noch durch den TÜV gebracht hat. Tolle Arbeit abgeliefert!

Jetzt heißt es in dem Artikel weiter,

Am wenigsten bekannt sind die Regierungsmitglieder bei Anhängern der AfD (48 Prozent), (…) Am bekanntesten sind die Regierungsmitglieder bei (…) Anhängern der FDP (76 Prozent) und der Grünen (79 Prozent).

Jetzt kann man natürlich sagen, „Mann, sind die von der AfD dämlich, wahrscheinlich kennen sie dann nicht mal ihre eigenen Abgeordneten!“, dabei muss man eher so ansetzen, dass man sagt: Wenn schon 8 von 10 Grünwähler einen Minister im Kabinett kennen, dann kennen die sicher ihre Vorzeigegrünen wie Göring-Eckert, Claudia Roth oder Anton Hofreiter. In dem Fall muss man eher annehmen, dass die AfD-Wähler die besonders gut kennen, neben den anderen Vollprofis wie Maas, Schwesig oder Hermann von den anderen Parteien, denn für die ist eine Weidel noch das kleinere Übel. Grüne würden aus Prinzip noch grün wählen, wenn die Kim Jong Un oder Darth Vader aufstellen, solange auf jeden zweiten Listenplatz eine Frau antritt.

Besorgniserregend ist aber folgende Stelle:

Am wenigsten bekannt sind die Regierungsmitglieder (…), bei Schülern und Studenten (58 Prozent) sowie bei den 18- bis 29-Jährigen (62 Prozent). Männer können eher Minister nennen als Frauen (64 Prozent gegenüber 53 Prozent). Am bekanntesten sind die Regierungsmitglieder bei Rentnern (75 Prozent), über 60-Jährigen (75 Prozent), (…)

Dazu kommt, dass weniger als ein Viertel überhaupt Heiko Maas oder Ursula von der Leyen kennen. Kein Wunder, dass vor allem junge Leute, die Zensur auf Facebook, die Abschaffung der Wehrpflicht, den Bau von Windkrafträdern wie ein Naturereignis hinnehmen. Für die ist wohl auch ganz normal, dass jetzt an jeder Ecke neue Moscheen gebaut werden, jüdische Schüler drangsaliert werden oder der frühere Bauernmarkt inzwischen aussieht wie ein Basar in Islamabad. Wenn drei Viertel schon keinen Politiker kennen, der das verbrochen hat, dann wissen wohl weniger als 10% überhaupt was Stickoxide sind. Bei so viel Hohlheit könnte man denen auch erzählen, dass man jetzt auch die Stickoxide in Lebensmittel senken will und man deshalb eine EEG-Umlage auf Waren erhebt, die den Grenzwert überschreiten. Da streicht man in den Gutachten einfach das Wort Diesel und ersetzt es durch Pizza oder Knäckebrot und schon könnte man die ganzen Studien recyceln. Nach einer Umfrage glauben nur 66% der Millennials schon immer, dass die Erde eine Kugelgestalt hat, der Rest ist sich nicht sicher bzw. glauben noch fast 10%, dass die Erde flach wäre. Wenn eine v.d. Leyen Verteidigungsministerin werden kann, dann kann es auch passieren, dass einer aus so einer Fraktion irgendwann mal ein solches Amt bekleidet. Wenn man der Leyen einräumen kann, dass wir schwangerengerechte Panzer bräuchten, dann ist bei dem Nachfolger für die Waffenlobby sicher kein Problem den zu überzeugen, dass alle Infanteristen mit Fallschirmen ausgestatten werden müssten, falls sie im Kampf mal ans Ende der Welt kommen.

Es kann einen angst und bange werden, wenn man sieht wie wenig die Bevölkerung in Deutschland überhaupt von der Entwicklung im Lande mitbekommt. Am Ende könnte sie nicht mal jemanden zur Verantwortung ziehen, wenn das ganze wie vermutet kommt. Andererseits muss man sich wundern, dass das politische Establishment so gereizt auf ein paar auf Anti-Merkel-Demonstrationen reagiert, anstatt sich auf den ganzen dummen Schlafschafen auszuruhen. Es dürfte ihnen nicht entgangen sein, dass nur eine überraschend geringe Anzahl an organisierten Widerständlern notwendig ist, um eine politische Führung unblutig zu stürzen. Dazu gibt es auch ziemlich genau Werte, finde ich aber gerade nicht. Allerdings waren in der ehemaligen DDR bei der Leipziger Montagsdemo vom 9.Oktober 1989, die als Wendepunkt gilt, weniger als 0,5%(!) der Bevölkerung nötig, um das System zu stürzen. Man denke, dass die schon bei 1200 Teilnehmern ins Schwimmen kamen, kann man verstehen, dass man im jetzigen Deutschland, mit der 5-fachen Bevölkerungszahl, Demos mit mehr als 7000 Teilnehmern schon als Bedrohung sieht.

Am Ende könnte es sich für die etablierten Politiker als positiv herausstellen, dass die meisten Deutschen sie gar nicht kennen. Nachdem Martin Schulz als Oberabgreifer bei der EU sogar als 100%-Kanzlerkandidat durchgekommen ist und auch NSDAP-, Stasi– oder SED-Mitgliedschaften keinen Karriereknick in neuen Systemen verursacht haben, könnten ja alle wieder antreten.

Wenn die Deutschen die dann aber wieder wählen, dann ist uns echt nicht mehr zu helfen.

5 Gedanken zu “Mehr Fragen als Antworten.

    1. Danke für den Hinweis. Ist allerdings auch superschlau, wenn man „weit über 100 „mitgeltende Unterlagen zum Entwicklungsvertrag des Schützenpanzers, dass auch die technischen Regeln für Gefahrstoffe einzuhalten sind“ mitliefert und die dann für das Fahrzeug teilweise gar nicht relevant sind. Allerdings besorgen sie Umstandsmode, was auch viel über die Verteidigungsfähigkeit aussagt, schließlich werden die immer stillschweigend zur kämpfenden Truppe gerechnet.

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    2. 1. Die Welt ist dafür bekannt, nur Wahres zu berichten.
      2. Im Weltartikel stehen Dementi, welche keine sind.

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  1. Also gut! Frau v.d. Leyen ist mit Abstand die beste Verteidigungsministerin, die wir je hatten, und die Bundeswehr ist zu 120% einsatzfähig. Hoch! Hoch! Hoch!

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