Max Moors Privatfernsehen.

Die ARD brachte in der letzten titel-thesen-tempramente-Sendung einen Bericht über die Erklärung 2018.

Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.

Wer es bisher noch schaffte eine ganze Sendung mit der Propaganda eines Klaus Kleber oder einer Karin Miosga zu ertragen, der ist hier wohl an seine Grenzen gestoßen. Schon bei der Anmoderation von Max Moor kann man verstehen, dass bei Gewaltdelikten inzwischen besonders ins Gesicht getreten wird.

…bisher ließen Schnürstiefelträger Nationalismus, Rassismus und Herrenmenschendenken wiederaufleben, mit einer selbstherrlichen gemeinsamen Erklärung melden sich Intellektuelle zu Wort und behaupten Deutschland würde durch illegale Masseneinwanderung beschädigt. Die Leute wissen selbst, dass das absurd ist. Es geht nicht um Tatsachen, sondern um Suggestion alternativer Fakten. Die werden einfach penetrant behauptet bis sich immer mehr Menschen bedroht fühlen. Das ist ein Despotenrezept. Höchste Zeit, dass die die Stimme erheben, die für die wirkliche Freiheit stehen…

Was die meisten Leute von der Machart des Berichtes halten, kann man im Kommentarbereich nachlesen. Mir scheint aber etwas Anderes nicht unwichtig. Schon am Gesichtsausdruck eines Max Moor erkennt man, dass man die Gegenmeinung nicht mehr einfach in den braunen, minderbemittelten Sumpf von Dunkeldeutschland abschieben kann, sondern die kommt aus einer Richtung, wo er mit seinem bisschen Schauspieldiplom und seiner eigenen Büffelzucht eher den selbsternannten Intellektuellen geben muss und sein Gezeter offensichtlich daher rührt, dass seine Titellosigkeit an der Eitelkeit kratzt. Da würde er besser zu den Unterzeichnern der Gegenerklärung passen. Da treffen sich alle, die wie er, Medienmacher, Kulturschaffende und Soziologen für den Gipfel der Evolution halten.

Jetzt dürfen die auftreten, die für die echte Freiheit aufstehen. Michel Friedmann darf meiner Meinung nur, weil Moor sich dachte, nach dieser Anmoderation brauche er einen Blitzableiter, der noch unsympathischer rüberkommt als er selbst. Und das ist die einzige Stelle in dem Bericht, wo er recht hat.

Dann darf eine Julia Ebner, Extremismusforscherin. Die wirkt ganz angenehm und sachlich aber es lohnt sich einmal auf ihren stichwortgebenden Hintergrund zu schauen. Sie arbeitet derzeit beim ISD (Institute for Strategic Dialogue), die unter anderem mit der Open Society von Soros verbunden ist und von den anderen übrigen Verdächtigen durchsetzt ist, wenn es darum geht, die Globalisierung mit allen Mitteln auch gegen den Widerstand der Bevölkerung durchzudrücken. Dort wo sie studierte und vorher arbeitete, hat Soros‘ Organisation ebenfalls seine Finger im Spiel, und sei es nur, wenn Open Society nicht wenige von der London School of Economics and Political Science rekrutiert. Julia Ebner ist der putzige Sprechroboter, der sein Auskommen dadurch hat, dass er gemäß der vorgegebenen Agenda, entsprechende Gegenmeinungen rigoros unter Demokratiefeinden und Neuen Rechten verortet. Wer wird schon gerne arbeitslos mit einer Qualifikation, die durch Hysterie wegen einer vermeintlichen rechten Gefahr für die Demokratie erst die Daseinsberechtigung erhält.

Dann darf der Sozialpsychologe Harald Welzer seine Sicht der Dinge abgeben. Intellektuellenschal und entsprechender Habitus haben mich sofort an die Szene aus dem Presseclub denken lassen: „Wir sind die Eliten, wir sind hochgebildet…“ Er ist Mitbegründer der Stiftung Futur Zwo. Die halten die “Künstlergruppe“ PENG für eine unkonforme Protestbewegung, obwohl die vom Staat mit Fördergeldern durchgefüttert werden. Da gibt es so originelle Aktionen wie Beatrix von Storch mit einer Torte zu bewerfen. Protest im Dienste der Herrschenden.

Wenn man sein Statement auf dieser Internetseite liest, dann kann man nicht glauben, dass es dem um irgendeine humanistische liberale Demokratie geht wie er behauptet, außer er deutet die so, dass die Bürger ihm als Teil der Elite zu Füßen liegen. Denn seine feuchten Träume der Transformation können nur mit Gewalt umgesetzt werden.

Wenn die Flüchtlingszahlen weltweit in den nächsten Jahren stetig steigen werden, dann ist eine Gesellschaftspolitik notwendig, die Zuwanderung proaktiv als Teil von Modernisierung begreift.

Könnte sein, dass sich Leute in Essen oder Duisburg gegen diese Modernisierung sträuben könnten, darum kann man Politiker manchmal auch abwählen.

Wir brauchen einen neuen Realismus, der akzeptiert, dass uns die Fortsetzung der fossilen Wirtschaft und Mentalität nicht durchs einundzwanzigste Jahrhundert bringt.

Zumindest ist es realer, dass Wind und Sonne niemals unseren Energiebedarf decken können, weshalb es ihm eher darum geht, den Bedarf einfach einzuschränken. Wer so gut von Steuergeldern lebt, kann leicht eine Vision der persönlichen Einschränkung für alle anderen propagieren.

Und die Weiterarbeit am zivilisatorischen Projekt: Ein zwischenstaatliches Gewaltmonopol. Ein neues Naturverhältnis. Eine Renaissance nichtkonsumistischer Sinnbildung. Eine Reformulierung der Rolle des Nationalstaats.

Welzer ist nicht mehr als ein abgehobener Schnösel und passt deshalb schon vorzüglich in die Sendung.

Dann darf noch die Schriftstellerin Juli Zeh ihren Senf dazugeben. Weiß zwar nicht, weshalb die dafür qualifiziert ist, aber gut. Politische Stellungnahmen stehen bei Wikipedia vor ihrem künstlerischen Werk. Ein Satz reichte jedoch, warum sie für diese links-gedrehten Sendung gesinnungsmäßig genau auf Linie ist.

Im Zuge der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten trat sie 2017 in die SPD ein.

In ihrer Stellungnahme moniert die Frau, dass „die Emotionen und das was wir hier genießen, sich völlig voneinander abgekoppelt haben“. Dabei steht sie in einem dörflichen Idyll, im Hintergrund ein Fachwerkbauernhof. Womöglich holt sie gleich noch ein Bioei von ihren drei freilaufenden Hühnern und macht dann ihren Löwenzahnsalat, während sie kopfschüttelnd darüber sinniert, warum die verbliebenen Deutschen in Duisburg-Marxloh so emotional aufgeladen sind und völlig ignorieren, dass wir hier gut und gerne leben können. Allein diese Kameraeinstellung bündelt die ganze Arroganz dieser linken Clique, die meinen, der Rest der Welt wäre auf der „Brennsuppn dahergeschwommen“.

Nach dieser Sendung weiß ich jetzt endlich, was unter „Privatfernsehen“ zu verstehen ist.

 

10 Gedanken zu “Max Moors Privatfernsehen.

    1. Es war echt Folter aus diesem Bericht einen Artikel zu machen! Nachdem aber manche eine Stunde Illner oder Maischberger aushalten, damit auch andere wissen, was dort geredet wird, dachte ich, da bin ich als Gegenleistung mit 8 Minuten eh noch glimpflich davongekommen.

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  1. Hab‘ es mir gerade angesehen. Da fragt man sich, wer dann so hardcore ist, einen Welke bei der heuteshow zusammenzufassen. Den ertrag ich nur aus zweiter Hand.

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    1. Ich hatte mir den selbst vorher nicht mehr angeschaut. Wie du vllt gesehen hast, als du meinen Text darunter gelesen hast, hatte ich auch einfach nur runtergeschrieben. Lauter Tippfehler. Als ich das eben noch einmal gesehen hab, fiel mir auf, dass die auch knallhart gelogen haben.

      Angeblich hat dieser Pars-pro-toto-Blog „unzensuriert“ 600.000 monatliche Besucher in Deutschland und etwa 1,5 Millionen in Österreich. Ich schrieb damals, dass das ja im Vergleich zu Leitmedien mini sei. Aber … hm…ich hätte von dem Blog gehört wenn es soviele Leser gäbe. In Wahrheit sind es international nur etwa 200.000 Besucher im Monat. Und die wissen das auch. Der Bericht sagt die hohen Zahlen seien „nach eigenen Angaben“, nicht aber wer die wo macht. Das Nachschauen dauert ja nur fünf Minuten.
      https://hypestat.com/info/unzensuriert.at
      Hätten Sie einen großen Blog genommen, wäre Widerstand aufgekommen.

      Das war auch nicht einfach so ein Wegwerfbericht. Die haben da ganz schön Computergrafiken aufgefahren, um Qualität=Regierung=teuer im Kontrast zu zweifelhaft=Internet=billig zu setzen.

      Die Woche war auch eine Komödiantin bei Hart aber Fair (bei linken Männer ist in Wahrheit nichts weder das eine noch das andere). Enissa Almani, die sonst Werbung für unterdrückte … festhalten … Sozialisten macht. Sozialismus ist Mama, die T-Shirts mit Gefangene-Freilassen-Slogens kauft.

      Wenn du noch mehr Kraft dazu hast, dann schau dir mal an, ob die wegen ihres Talentes im Fernsehen rumgereicht wird. Die Qual wird dir duch ihre Oberweite etwas entlohnt. Jedenfalls muss sie wie Welke die Witze immer noch einmal erklären. Es ist ganz klar Einübung von Pawlowschen Reflexen: Regierungstreu und oppositionskritisch, dann Dopamin ausschütten und im Rudel lachen. Das ist gespenstig!

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  2. Für die muss man eine Frauenquote + Migrantenquote vorgeben, wann aus Mitleid gelacht werden muss, anders könnte die gar nicht auftreten.

    Übrigens ist es wirklich schon unwichtig, ob unzensuriert 600000 Leser oder 200000 Leser täglich hat, denn, wenn man denkt wie wichtig sich die Tschonalisten der taz nehmen und wo die überall zitiert werden, dann brauchen die sich mit gut 50000 Stück Auflage wirklich keinen einbilden.

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      1. Ich habe die Zahl 50000 von hier übernommen:
        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/382337/umfrage/auflage-der-tageszeitung/
        Die behaupten selber, dass sie eine Reichweite von etwas über 200000 haben.
        http://www.taz.de/!106557/
        pi-news dürfte das deutsche Gegenstück von unzensuriert sein. Die hatten letzten Monat 82000 Besucher pro Tag.
        https://newpi.wordpress.com/2018/03/02/pi-news-statistik-februar-2018-weiter-im-hoch/

        Wie das jetzt vergleichbar ist, kann ich auf die Schnelle nicht sagen.

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