TATORT endlich originell!

Endlich ein Tatort mit einer Handlung, auf die wir alle gewartet haben!

Ein libysches Geschwisterpaar wird ermordet – die Spur führt die „Tatort“-Ermittler zu einem rechten Stimmungsmacher, der an eine reale AfD-Spitzenkraft erinnert. Düster-Krimi aus Dunkeldeutschland – stark!

Man könnte ja meinen, dass die Kommentare der Zuseher zu den diversen Filmen gleicher Machart schon etwas bewirkt hätten, doch dem scheint nicht so zu sein. In den Krimis sterben ja in den letzten Jahren mehr Flüchtlinge oder Ausländer durch Rechtsextreme als in Wirklichkeit. Die diversen Kämpfer, die aus den vermeintlichen Morden und Übergriffen ihr Manna ziehen, müssen uns auch einen David S. als zehnfachen rechtsextremen Mörder verkaufen, der in Wirklichkeit Ali Daud Sonboly heißt und sich gerne auf Facebook als Türkenfreund outete. Die ganzen NSU-Opfer zähle ich auch nicht dazu. Keine Zeugen, keine Fingerabdrücke, keine DNA-Spuren. Dabei war schon vor der Erfindung des NSU 2011 klar, dass hier schon die ersten Kleinkriege zwischen Türken und Kurden auf deutschem Boden begannen und die meisten Fälle längst ausermittelt waren.

Natürlich machen sich 17 Morde seit 2010 recht gut, um vor der rechten Gefahr zu warnen, um dies als Anlass für solche Filme zu nehmen. Doch eine Kleinigkeit hat mich stutzig gemacht. Als in Dresden ein Asylbewerber tot aufgefunden wurde, hat man sofort Demonstrationen organisiert und es PEGIDA in die Schuhe geschoben. Warum habe ich bloß von den anderen Morden mit rechtsextremen Hintergrund nix entsprechendes gehört?

Alle diese Morde wurden vor Gericht nicht als rechtsextreme Taten eingestuft. Alle geschahen im Alkoholiker-, Obdachlosen– und Asozialenmilieu. Von Grund auf kriminell veranlagte und Streit suchende Täter, teilweise massiv alkoholisiert. Dass man das dann noch zu einer rechts-motivierten Tat rechnet, wenn die sich untereinander messern, dann hat es wohl auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund, wenn ein Nigerianischer Kleindealer seinen Kollegen aus Syrien um die Ecke bringt. Der letzte wirkliche Mord mit rein rechtsextremen Hintergrund war 2005.

Bevor der Rechtsextremismus zur nationalen Gefahr aufgeblasen wurde, wusste jeder, um wen es sich handelt: Abgestürzte, versoffene und grenzdebile Typen, die zum Glück meist zu blöd sind, größeren Schaden anzurichten und am Lagerfeuer vom Großdeutschen Reich träumen.

Seltsamerweise wartet das Fernsehen immer mit Morden auf, wo man bei den rechtsextremen Verdächtigen eher an frühere CSU-Parteifunktionäre denkt. Dass die dann genau diejenigen hervorragend Integrierten ermorden sollen, die sogar in der AfD zu finden sind, das verstehen wohl nur die Macher selbst.

Wer kennt sie nicht, die ganzen Bussi-Bussi-Typen aus der Film – und Medienbranche, die sich dann hinterrücks ein Messer in den Rücken rammen, indem sie jeden medial kreuzigen, der nicht auf Linie ist. Will man nicht immer jemanden etwas anhängen, um selbst als moralisch höherwertig dazustehen? Man denke an #metoo und  Dieter Wedel. Große Bestürzung und dann nichts dahinter. Campino hat dann auf offener Bühne gleich noch Musikerkollegen wegen Antisemitismus an den Pranger gestellt. Dieser Moralapostel sollte auch vorsichtig sein, dass nicht mal jemand einen Tipp gibt, wenn er sich das Gras von seinem persönlichen Dealer holt. In diesem Umfeld würde man einen glaubwürdigeren Rahmen für einen Mord finden.

Man sehnt sich in den Krimis zurück an die echten Mordmotive wie Mordlust, Rache, Machtgier, Eifersucht, Neid oder Verdeckungstaten mit den Tätern und Opfern wie du und ich. So lebt der Krimi auch vom Unvorhergesehenem und am Ende darf ruhig auch mal der Gärtner der Mörder sein.

Nun haben wir im realen Leben ja fast täglich eine Messerschlachtschüssel, wo die Täter meist von da herkommen, wo sich laut Krimi, die ganzen Opfer aus den bestintegrierten Fachkräften rekrutieren.

Während man in den Vorabend-Kurzkrimis nicht gleich das ganze gutmenschliche Narrativ verbraten kann, weil schlichtweg die Zeit fehlt, ist der Tatort gesinnungsmäßig sauber zwischen Tagesschau und Tagesthemen eingebettet. Früher war es kurzweilige und spannende Zerstreuung (hier und hier), heute gibt es kein Entkommen mehr, nicht einmal, wenn man gewohnheitsmäßig die ÖR-Nachrichten ohnehin wegzappt.

Würde Rapunzel nicht Stroh zu Gold spinnen und Rumpelstilzchen am Ende nicht im Boden versinken, so wäre es eine fiktive Geschichte. Allein die Rahmenhandlung, Afrikaner mit C3-Sprachniveau nach einem halben Jahr, mindestens technischer Hochschulabschluss, ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen tätig und dazu gegenderter Frauenversteher, der den halb psychopathischen Kommissar, der von der lesbischen Hauptkommissarin im Zaum gehalten wird, auf die richtige Spur bringt, macht das Ganze zu einem Märchen. Da können Sie den Leitmeier gleich mit Faser schießen lassen und den Batic zum Tatort beamen.

Wer am Sonntag nach dem Genuss des ARD-Vollprogramms von tagesschau, tatort, anne will, tagesthemen und ttt nicht spätestens weichgekocht ist und hier bestellt oder hier mitläuft, der ist entweder frühzeitig eingeschlafen oder hat sich längst vom GEZ-Fernsehen verabschiedet.