Schuldgefühle statt Frohbotschaft.

Wer ab und zu doch noch einen katholischen Gottesdienst besucht, dem wird einiges abverlangt. Mich stört vor allem, dass immer das ganze Elend der Welt in diese „Feier“ hineingetragen wird. Das hat mich früher schon gestört, dass es nie um einen Dank oder die Frohbotschaft geht, sondern immer nur um Not und Probleme, als ob alle Kirchenbesucher nur aus diesem Grund zur Messe gingen. In der von den Pfarrern beschriebenen Welt möchte ja dann wirklich keiner auferstehen. Statt aufgerichtet zu werden, scheint man es sich in den Kirchen zur Aufgabe gemacht zu haben, die Schäfchen noch zusätzlich niederzudrücken. Da die Katholischen den Evangelischen ja immer fleißig hinterhereilen, sich dem Zeitgeist anzupassen, unterscheide ich ab jetzt nicht mehr.

Manchmal bekomme ich beim Schwiegervater die Fernsehmesse mit. Während Bach seine Stücke derart geschrieben hat, die Besucher zusätzlich ergriffen zu machen, dürfen sich bei den Evangelischen manch moderne Kirchenmusiker austoben, um auch noch den letzten Rest der treuen Anhänger hinaus zu treiben.

Früher hat ein Pfarrer die Leute in ihrer kleinen Welt angesprochen und wie sie in dem Rahmen ein guter Mensch werden könnten. Man sollte auch mal nachsichtig sein, niemanden etwas neiden und mit dem zufrieden sein, was man hat, und im Streit auch mal den ersten Schritt zur Versöhnung machen. Mit einem Augenzwinkern sagte er uns aber auch, dass das Fleisch eben oft schwach ist und man dann doch oft nicht so tut wie man sollte. Man kann ja wiederkommen und um Vergebung bitten und es neuerlich versuchen. Das war irgendwie ganz locker und auch ein Ansporn, vor allem, wenn ich an die Kindergottesdienste in der Schule denke.

Heute müssen sich auch schon die jüngsten durch die Blume immer anhören wie gut wir es haben. Immer geht es um welche, die ausgegrenzt sind und in Not sind. Unsere Herzen sind immer kalt und viele wollen nicht teilen und sind nicht tolerant. Dauernd muss ich mir etwas von Schuld anhören und bei den Fürbitten bitten wir immer für andere. Das ist schon recht, wenn es um meine direkten Mitmenschen geht, aber nicht ausschließlich um diejenigen, die am anderen Ende der Welt leben.

Früher hat uns Gott nach den Worten des Pfarrers jedem ein Leben geschenkt und dazu eben eine bestimmte Last aufgebürdet, die er zu tragen hat, und er sollte trotzdem versuchen tugendhaft zu leben. Heute soll ich die Last der ganzen Welt tragen. Ich soll für den Klimawandelhumbug zu Fuß gehen, aus Tierliebe nur noch vegan essen und für jeden, der von irgendwoher kommt, Dankbarkeit zeigen, egal wie er sich aufführt.

Man kann sich nach so einer Predigt nicht einfach abschütteln und sich denken, was soll das Geschwätz, sondern man drückt uns noch rein, dass es ja Sünde ist, wegzuschauen oder gleichgültig zu sein. Da muss man mindestens die Euro-6-Plakette und die Ökostrom-Bahncard haben, um sich die eine Hälfte des ewigen Lebens zu verdienen. Die andere Hälfte gibt es dann für Helferkreis und wenn ich jede Lesbe mit Sternchen anrede.

Heute kann man als Abtreibungsaktivistin einen kirchlichen Preis gewinnen, während der Papst den drohenden Zeigefinger hebt, dass man nicht gegen Abtreibung sein kann, wenn man nicht gleichzeitig vor Ort die ganze Welt durchfüttert und pampert. Das wäre sonst irgendwie geheuchelt. Natürlich muss ich auch so tolerant sein, mir, wenn nötig, im Gottesdienst den verhackstückten Vers (Sure5Vers32) eines Moslems anzuhören, so dass man den auch in der zivilisierten Welt aussprechen kann. Dabei sollte man den kompletten Teil mal für andere als Augenöffner vortragen.

Die Kirchen sprechen denen, die den Koran als Gegenentwurf zum neuen Testament sehen, das Christsein ab. Die beiden Kirchen sind inzwischen nicht mehr als links-bunte Esoterikervereine, wo der fetteste Wanst und der dümmste Spruch am ehesten Karriere machen.

Der jetzige Papst hält auch nichts von der Kontemplation der Mönche und Nonnen, da braucht es schon einen Sozialaktivismus zur umfassenden Weltenrettung um erlöst zu werden. Persönliche Frömmigkeit war gestern, heute muss man sich der bunten Armada der Guten anschließen, um sich Christ nennen zu dürfen. Und weil dieses Wohlfühlen zur Erlösung im Diesseits genügt, hat die Käßmann auch gleich das Ewige Leben abgeschafft.

Vor 80 Jahren haben die christlichen Kirchen in Deutschland gepredigt, dass es das Ewige Leben nur auf dem Weg über unseren geliebten Führer gibt. Heute haben wir einen marxistischen Hampelmann als Oberindianer und seine teilweise fettgefressenen Dummschwätzer hier in Deutschland, die den Weg vorgeben.

Ich kann verstehen, wenn gläubige Menschen verbittert sind, wenn die Kirchenoberen sie als Unchristen oder gar Nazis bezeichnen, wenn sie gegen Abtreibung, Gender-Mainstream oder den Islam auf die Straße gehen. Nachdem man statt der Frohbotschaft zu verkünden, in den Kirchen jahrelang nichts Anderes getan hat, als Schuldgefühle zu schüren, kann man denen, die sogar das ertragen haben, endlich direkt zwischen die Augen treten.

Für die Amtskirche sind sie die wahren Kuffar, schlimmer als Atheisten oder Moslems. Hat es nicht geheißen:

…Und es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verführen. (…)

Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig.

Vielleicht haben unsere Vorfahren nur deshalb Kreuze auf den höchsten Bergen errichtet, um einen Ort zu schaffen, wo Christen möglichst weit weg sind von diesem heuchlerischen Abschaum.

 

7 Gedanken zu “Schuldgefühle statt Frohbotschaft.

    1. Die Diskrepanz ergibt sich meiner Meinung nach erst dadurch, wenn man sie gelesen hat. Zwischen das persönliche Verhältnis zu Gott haben sich die ganzen Pfaffen gedrängt, als müsste man für einen Gesinnungstest erst an ihnen vorbei, um bei Jesus einen Termin zu bekommen.

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  1. Danke für diesen Einblick in deine Gedanken.
    Traurig, aber interessant, auch wenn man das ja oft so oder ähnlich hört.
    Ich bin ja Atheist, deswegen kann ich das wahrscheinlich nicht ganz nachfühlen, aber gerade deshalb möchtest dus mir vielleicht noch Mal erklären:
    Mir kommt der Gottesdienst von früher, wie du ihn schilderst, ziemlich Larifari und langweilig vor. Versucht nett zu sein, aber ja gut klappt nicht immer ist auch egal macht wie ihr meint.
    Wenn ich sowas schon mal machen würde wie einen Gottesdienst, finde ich es glaubich auch besser, dabei ein bisschen herausgefordert zu werden, z.b. durch Gespräche darüber, dass es eben Menschen gibt, denen es nicht so gut geht wie den meisten Deutschen, und dass ich Dinge anders machen kann als bisher immer. Sollte dann natürlich auch irgendwelchen Gehalt haben und nicht einfach nur Salbadern sein.
    Wie siehst du das?

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    1. Ich meine, dass es natürlich kein Problem ist, anzusprechen, dass es eben Leute gibt, denen es nicht so gut geht. Es sollte aber vor allem das eigene Lebensumfeld betreffen oder einen überschaubaren Rahmen, wo man selbst aktiv werden kann und nicht gleich, dass von jedem eine Weltenrettung in völliger Umkehr verlangt wird. Von den ganzen Flüchtlingshelfern hat man vorher ja auch nichts gesehen. Es geht eher darum sich selbst immer wieder zu reflektieren.

      Gottesdienst sollte eine Ehrfurcht vor Gott und der Schöpfung erzeugen und da denke ich nicht gleich an Umweltschutz. Er sollte die Menschen etwas wegbringen vom persönlichen Größenwahn sich über andere moralisch erheben zu können und ihm vorzuschreiben wie er richtig zu leben hat. Und genau diese Überheblichkeit zeigen heute die Amtskirchen und christliche Gutmenschen, die den Christen absprechen frei in Ehrfurcht vor Gott richtig zu handeln und man auch auf Gnade angewiesen ist. Vielleicht trifft folgendes Musikstück am besten, was ich meine: https://www.youtube.com/watch?v=YDOENZediM8
      hier mit englischem Untertitel zum lateinischen Text:

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      1. Danke für die Antwort!
        „Es sollte aber vor allem das eigene Lebensumfeld betreffen oder einen überschaubaren Rahmen, wo man selbst aktiv werden kann“
        Warum siehst du das so?

        „und nicht gleich, dass von jedem eine Weltenrettung in völliger Umkehr verlangt wird.“
        Nun kenn ich natürlich den Geistlichen deines Ver- bzw. Misstrauens nicht. Magst du erläutern, was genau er von dir verlangt?

        „Von den ganzen Flüchtlingshelfern hat man vorher ja auch nichts gesehen.“
        Die Bemerkung verstehe ich in dem Kontext nicht ganz. Worauf willst du damit hinaus?

        Danke auch für das Musikstück! Ich glaube, da fehlt mir einfach die Erfahrung mit dieser Art von Unterhaltung, um das klar einordnen zu können.

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  2. zu1u.3: Weil erst mal jeder für sich beweisen sollte, ob er sich auch mit den manchmal etwas nervigen, unangenehmen und oft heruntergekommenen armen Typen abgeben will,
    Ich habe aus Helferkreisen Leute kennengelernt, die besonders darin gut waren, von anderer Stelle etwas einzufordern. Das ist billiges Gutsein. Die meiste Arbeit kostet auch keine Überwindung.
    zu2: Es wird immer ganz allgemein eine Umkehr verlangt. Wenn man dann den evangelischen Kirchentag sieht, dann weiß man, was mit der „Umkehr“ gemeint ist. Ein grünes Parteiprogramm ist eben meiner Meinung nach nicht mit dem Christentum kompatibel. Und wenn Marx und Bedford-Strohm ihre Kreuze in vorauseilendem Gehorsam ablegen, dann möchte man doch gerne in die entgegengesetzte Richtung gehen und auch mal provokant damit durch einen deutschen Großstadtbahnhof gehen.

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