Der Feind könnte heute dein Freund sein.

Auf YouTube gibt es ein nettes Video, wo einer Leute in New York fragt, ob sie Republikaner unter ihren Freunden hätten. Durch das Mehrheitswahlsystem war es da relativ leicht die Demokraten zu finden, denn die waren in einer gewissen Art uniformiert. Bei uns würde man sie am ehesten den Grünen zuordnen. Manche antworteten auf die Frage, als wären Republikaner so was wie Krätze.

„Haben sie republikanische Freunde?“- „Gott behüte!“ oder „Wirklich nicht!“

Darauf, warum es in New York so wenig Republikaner gäbe, meinte man, dass die Stadt ja sehr „divers“ wäre, die Menschen eben offenherzig und tolerant seien.

Dass bei jungen Demokraten „Diversitiy“, „Toleranz“und „Offenherzigkeit“ nicht ausnahmslos gegenüber jeder politischen Richtung gilt, ist für sie kein Widerspruch.

Vor gut 30 Jahren hätte man in Bayern trotz verschiedener Parteien trotzdem die meisten per Augenschein zuordnen können. Latzhose, Palästinensertuch und ältere Frauen, die ihre grauen Haare mit einem bunten Tuch zusammenhielten, weil sie ja dauernd auf Mission waren und da die Morgentoilette etwas kürzer ausfallen musste. Gestandene und etwas derbe Mannsbilder und Jüngere, die sich recht konservativ kleideten- auf der Kirwa meist in Tracht-, wählten CSU. Nickelbbrille, längere Haare mit Vollbart und Jutetasche und alle Übergänge zu Aktentasche mit Thermosflasche wählten SPD.

Vor 10 Jahren gingen diese typischen SPD-Wähler gegen den eigenen Kanzler wegen der Agenda 2010 auf die Straße und manch CDU-Wähler freute sich, dass man dieses unpopuläre Programm auf ewig den Sozen anhängen konnte.

Heute sitzt der Grüne mit dem rötlichen Fusselbart und Nickelbbrille beim Starbucks mit seinem Fair-Trade-Pappbecher, während die Neurechten in der Vorstadt Biogemüse anbauen und als Selbstversorger auftreten. Der typische SPD-Wähler rennt nun bei PEGIDA mit und verschweigt wohlweislich, welche Partei er nun wählt. Die roten Socken von den Leitmedien hätten sich vor 10 Jahren nicht getraut, irgendeinen der Demonstranten gegen Schröder bloßzustellen. Dabei haben die ehemals roten PEGIDA-Demonstranten nur den Kern ihres größten Aushängeschildes beherzigt. Aber die Medien sind eben vergesslich.

Alfred Dregger, der erzkonservative CDUler unter Kanzler Kohl, forderte noch das Vermummungsverbot, während man heute froh ist, dass man es bei denen, die Kanzlerin Merkel noch mit Gewalt gegen ihre Widersacher auf der Straße verteidigen, nicht so genau nimmt. Schließlich will man die staatlich geförderte Kampftruppe nicht bei jedem Auftritt unnötig dezimieren. Eine echte *sozialistin wie Malu Dreyer dankt dann der kämpfenden Truppe für diese Arbeit dann schon mal persönlich vor Ort.

Würde man den bestellten Haufen aus Typ Kirchengemeindetussis und Typ Rupert Neudeck mit Strickhaube befragen, ob sie Freunde bei der AfD hätten, würde man die gleichen Antworten wie in New York erhalten:

„Gott behüte! Wir sind bunt, weltoffen und tolerant und wollen mit homophoben und rassistischen Menschenfeinden jenseits des äußersten Rechtsrandes nichts zu tun haben. Sogar alle Gewerbetreibenden haben freiwillig(!) plakatiert, dass Kandel bunt ist und wir mit Nazis nichts zu tun haben wollen!“

Da könnten die sich aber ganz schön täuschen. Bei uns konnte man ab Herbst 2015 beobachten wie die Bereicherung näher kam. Von Nürnberg und München schwappte die Welle dann auf dem Weg über Straubing und Deggendorf in den Bayerischen Wald herein nach Böbrach und Regen. Da wird dann auch mal gemessert, die Schlachtabfälle von der Halal-Hausschlachtung fließen durch den Stadtplatz und die Mädels berichten aus erster Hand, dass die Neuankömmlinge in der Disco ihre „Griffeln“ nicht unter Kontrolle haben, dass da keiner mehr hingehen will.

Der Waidler ist ja eher unpolitisch und, dass man jemanden aus politischen Gründen entfreundet, das würde wohl keinem bei uns einfallen. Als ich zu einem Gemeinderat der GRÜNEN, den ich auch immer wähle, gesagt habe, dass man die GRÜNEN eigentlich nicht mehr wählen kann, weil das lauter Faschisten sind, da meinte er, dass er das zwar nicht so krass sähe, er aber inzwischen Die Linke(!) wählt. Eine Sozialarbeiterin meinte zur persönlichen Bereicherung: „Jetzt muss i mir de Gfrieser jeden Dog aschaun!“

Wer diese Seite bei den Faktenfindern aufmacht und nur die einzelnen „repräsentativen“ Umfragen überfliegt, der merkt, dass die da oben überhaupt keine Ahnung mehr haben, was die Leute wirklich denken. Deshalb treten ja sofort organisierte staatliche Truppen auf, sobald irgendwo jemand mit einem Merkel-muss-weg!-Pappschild aufläuft und dazu schreit man „Nazi!, Nazi!“. Damit sich auch keiner nicht mal vor dem Nachbarn outet.

In dieses Zeitfenster, bevor sich ein wirklicher Widerstand organisieren kann, hat man nun den Begriff „Umsiedlung“ auf die Schnelle in den Medien eingeführt. Macron ist im eigenen Land unbeliebter als Trump in den USA und die Leute gehen gegen ihn auf die Straße. Merkel lässt ihn zappeln, um ihre eigene Haut zu retten. Wenn sie die Schuldenunion gegen Macrons Widerstand verhindert, dann kann man den Leuten ein Umsiedlungsprogramm viel leichter verkaufen.

Solange die Gegner dieser Politik nicht voneinander wissen, solange wird sich diese Politik auch nicht ändern. Kein Interview kann diese Aufgabe übernehmen. So gilt auch im Kleinen:

In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt.