Gute Propaganda will gelernt sein.

Witziger weise passt heute das gleiche Zitat, das ich schon gestern verwendet habe, auch hier wie die Faust aufs Auge: „Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Das was uns täglich in den Medien verkauft wird, ist der Versuch, dass die eigene Regierung oder bestimmte Lobbygruppen möglichst gut dastehen und die politischen Gegner möglichst schlecht. Man nennt das der Einfachheit halber Propaganda. Damit die gewünschten Narrative beim Bürger ankommen und dort auch haften bleiben, bedient man sich zweier Wege. Die dauernde Wiederholung dieses Narratives und sei es nur in einem Nebensatz zu einem völlig anderen Thema und dazu die entsprechende Wortwahl, die den Bürger dann emotional einnordet. „Das Regime“, „der Machthaber“, „Tier“, „Fassbomben“ sind die Bausteine für den Syrienkonflikt, „ungewöhnlich heiß“, „vermutlicher rechtsradikaler Hintergrund“ oder eine beliebige größere Zahl kombiniert mit „Reichsbürger“ passen für andere relevante Themen. Nun hat es früher gereicht, dass die Maschinerie bis zum nächsten Krieg lief, dass auch alle freiwillig ohne moralische Bedenken in den Kampf zogen. Am Ende wurde die Geschichte ja ohnehin von den Siegern geschrieben und niemand nahm es ihm übel, wenn man vorher über die Bösartigkeit des Feindes etwas zu dick aufgetragen hatte.

Heute wirkt Propaganda aber nur, wenn das verbreitete Narrativ auch durch Ereignisse untermauert wird, sonst wird man es mit der Zeit in Frage stellen. Zur Bereicherung durch Flüchtlinge gehört der gefundene fünfstellige Geldbetrag, bei dem auf Finderlohn verzichtet wird, zum Klimawandel gehört irgendwo auf der Welt der Ort mit der höchsten je gemessenen Temperatur, auch wenn am anderen Ende ein ganzer Kontinent einfriert. Zur Syrien- und Russlandpropaganda gehören Fassbomben auf Krankenhäuser, Giftgas- und russische Cyberangriffe.

Inzwischen sind die ÖR-Medien propagandamäßig doch sehr schludrig geworden. Zum einen leben die alle auch bei völliger Qualitätslosigkeit durch GEZ-Zwangsgebühren weiter. Zum anderen leiden sie unter Selbstüberschätzung. Diese Leute sehen, dass vielleicht 15% der Bevölkerung alternative Medien nutzen und die ÖR-Medien für staatsgesteuert halten. Die ARD/ZDF-Fuzzis meinen nun wohl, dass dann 85% zum Beispiel ihr verbreitetes Narrativ zum Syrienkrieg glauben. Die Tagesschau sehen täglich etwa 10 Millionen Fernsehzuschauer. Der Inhalt hat vielleicht eine Reichweite von 40 Millionen. Vom fehlenden Rest glaube ich, dass kaum einer von denen einen sinnvollen Satz aus den Wörtern „Syrien“, „Kurden“, „FSA“ und „Assad“ bilden könnte. Ich werfe denen wirklich nicht vor, dass sie lieber das Dschungelcamp als einen Klaus Kleber sehen. Die ÖR-Medien merken aber nicht, dass jeder der auf den alternativen Medien sein Aha-Erlebnis hat, niemals mehr zur Tagesschau zurückkehren wird. Und wie jedes Produkt, das durch Schludrigkeit ein Imageproblem bekommt, werden die ÖR-Medien noch mal sehr viel investieren müssen, um ihre Propaganda wieder an den Mann zu bringen.

Propaganda beinhaltet nicht in erster Linie gefakte Ereignisse, sondern Vorgehensweisen, um reale Ereignisse gewinnbringend mit Bild, Text und Kontext zu modellieren.

Wie man das im Falle Syriens richtig macht, zeigen die Russen im Vergleich zum Westen.

Schon rein äußerlich sieht man den deutschen Dilettantismus. Bis vor Kurzem saßen Steffen Seibert und Sawsan Chebli gemeinsam in der Bundespressekonferenz und erklärten uns den Syrienkonflikt. Die haben einfach nicht mitgekriegt, dass sich ihr unlogisches und unbeholfenes Rumgestopsle, sobald es kritische Fragen gibt, auf YouTube unter „was zum Lachen“ verbreitet. Dass man dann noch ein schnippisches und unsympathisches Muselweib platziert, wo daneben ein Offizier in Uniform peinlich berührt die Augen verdreht, da wäre der russische Sender RT ja blöd gewesen, wenn er da nicht einen hingeschickt hätte, um denen mit eher naiven Fragen ihre Grenzen aufzuzeigen. Das ist dann oft so witzig, dass kein russischer Propagandist auch nur einen Finger für die entsprechende Verbreitung rühren musste oder gar so eine Veranstaltung selbst ausrichten. Zu Sowjetzeiten hätte man den Initiatoren der Bundespressekonferenz den Lenin-Orden verliehen. Sieht man sich diese Vollprofis an und vergleicht sie mit denen, die Russland zu öffentlichen Statements ins Rennen schickt, dann weiß man, dass die kapiert haben, dass für glaubwürdige Propaganda auch der äußere Eindruck zählt.

Der Lenin-Orden gebührt auch denen, die Heiko Maas zum Außenminister gemacht haben. Kaum im Amt muss er sofort alle Register gegen Russland ziehen. Ist ihnen aufgefallen, dass der russische Außenminister sich nie zu einer aggressiven und überzogenen Wortwahl hinreißen lässt? Zum einen wirkt es eben wesentlich professioneller, zum anderen muss man sich ja noch eine Möglichkeit offenlassen, verbal nachlegen zu können. Gegen Sergej Lawrow wirkt Heiko Maas wie ein kläffender Affenpinscher in einem Zwinger. Der bellt eigentlich immer, auch wenn schon der zwanzigste Fahrradfahrer vorbeifährt. So einen Köter nimmt niemand ernst.

Nach dem Giftanschlag auf Skripal und den Giftgasangriff in Ghuta, hat man nun noch einen russischen Cyberangriff nachgeschoben. Die angeblich offensichtliche Verbindung zu Russland im Fall Skripal war so plump, dass es der halbwegs informierte Bürger als Beleidigung des russischen Geheimdienstes wahrnehmen musste. Man fragt sich, welche Vollpfosten in den Abteilungen sitzen. Jeder James-Bond-Film ist glaubwürdiger als diese Inszenierungen.

Weil Trump, Juncker und Merkel inzwischen unsympathischer und gefährlicher rüberkommen als Assad, musste dann wieder Mal ein Giftgasangriff her. Wie originell! Beim Giftgasangriff auf Ost-Ghuta hat man sich dann wieder auf die Weißhelme und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berufen. Denen könnten sie auch mal einen Videokurs spendieren. Deren Filme haben immer so die Qualität von Berlin bei Tag und Nacht auf RTL. Um halbwegs glaubwürdig zu bleiben, hätte der Westen einfach auf diese Dödel verzichten müssen. Diese Quellen sind so verbrannt und lächerlich, dass man sich wundern muss, dass die NATO und ihre Systemmedien inzwischen nicht einen Ersatz installiert haben. Würden sie diesen Kleiderständer aus London hinterrücks erschießen und in der Umgebung noch einen russischen Ausweis platzieren, dann könnte man diese Leuchte sogar noch propagandistisch verwerten.

Und jetzt ist man nach den beiden Versageraktionen zusammengesessen und hat überlegt, welche Möglichkeit es noch gäbe, um Russland etwas anzuhängen. Nun kommt heute die Meldung, dass ein russischer Cyberangriff die Demokratie gefährdet. Das sagt ausgerechnet der Chef des Bayerischen Verfassungsschutzes Burkhardt Körner. Wenn der mit Joachim Herrmann den Verfassungsschutzbericht vorstellt, dann ist das wie Dick und Doof oder Bundespressekonferenz in Klein. Der meint, dass der russische Cyberangriff so professionell gemacht ist, dass man gar nicht mehr nachweisen kann, dass es die Russen waren.

Was haben wir gelacht! Und es kommt noch besser:

Zu solchen Kampagnen gehört auch das Verbreiten von Fake News. Welche Erkenntnisse gibt es diesbezüglich?

Wir konnten feststellen, dass etwa im Falle der Missbrauchs-Meldung über ein russischstämmiges Mädchen, diese Vergewaltigung nie stattgefunden hat. In russischen Medien allerdings verbreitete sich diese Falschmeldung auch über offizielle TV-Sender wie Russia Today. Damit wurde in Deutschland gegen Ausländer Stimmung gemacht. Das Ziel war offenbar, europakritischen Parteien bessere Chancen für Wahlkämpfe einzuräumen.

Genau! Da musste die jetzt eine uralte Fake-News ausgraben, weil man sonst nichts hat, dabei bräuchte man nur ein Bild von den ganzen Regierungsdödel in jeden Briefkasten werfen oder eines mit dem Suffkopf Juncker mit Zitat, um die Chancen der europakritischen Parteien mal richtig zu erhöhen. Burkhardt Körner ist einer, der fest auf dem staubigen Boden rumstampft und glaubt, dass er damit einen Sandsturm auslösen könnte.

Russland zeigt wieder wie’s geht. Es gibt genügend Indizien, dass der Giftgasangriff fingiert war, doch die Bundesregierung würde immer behaupten, sie habe andere Erkenntnisse. Nun meldet das russische Außenministerium:

In den befreiten Gebieten von Ost-Ghuta haben syrische Regierungstruppen Container mit Chlor – des Grundstoffs der schrecklichsten Art von chemischen Waffen – aus Deutschland gefunden, sowie Rauchgranaten – bitte beachten Sie insbesondere dies -, die aus dem britischen Salisbury stammen“, so Sacharowa.

Und die bringen sogar noch Bilder dazu. Wenn man da von irgendeiner Lieferung aus Deutschland und Großbritannien in ein beliebiges arabisches Land etwas abgegriffen hat, dann ist es völlig egal, ob die das wirklich in Ghuta gefunden haben. Es würde sogar reichen, wenn die Russen wissen, dass überhaupt in den Nahen Osten geliefert wurde. Was sollte da ein Steffen Seibert denn stammeln, wenn man fragt, ob es schlau war, nach Saudi-Arabien (Katar, Irak, usw.) zu liefern, obwohl da die ganzen Freunde des IS sitzen. Sie können nicht beweisen, ob man sie mit den Bildern linkt, schließlich waren die Deutschen immer an der Seite von Obama, wenn es darum ging diverse terroristische Gruppen und deren arabischen Unterstützerländer zu fördern, um Assad zu stürzen. Da hat man es nie so genau genommen, wo der ganze Waffen- und Chemie-Krempel hingeht, wenn man nur genug Kohle damit machen konnte. Eigentlich müssten unsere investigativen Qualitätsjournalisten diese dreiste Lüge der Russen sofort widerlegen. Doch so genau dürfen die leider nicht suchen, weil sonst womöglich noch viel unangenehmere Dinge auffliegen. Da muss man das Ganze jetzt dummerweise unwidersprochen so stehenlassen.

Diese Meldung aus dem russischen Außenministerium darf natürlich nicht irgendwer verkünden. Vergleicht man die Sprecherin Maria Sacharowa mit den ganzen attraktiven SPD-Frauen in deutschen Ministerien, dann werde sich die Bürger zumindest wünschen, dass Maria die Wahrheit sagt. Das genügt.

Denn schließlich geht es nicht um die Wahrheit, sondern um gute Propaganda.

4 Gedanken zu “Gute Propaganda will gelernt sein.

  1. Die westliche und die russische Propaganda sind gleich beschissen. Man kann nur wegen der Sprache die Russische nicht so plump auflaufen lassen, damit wir das hier verstehen. Immer beide Seiten kritisch beäugen. Der Giftgasanschlag war vermutlich nicht auf Assads Konto gegangen (ehrlich gesagt, ist mir das egal). Die Vergiftung vom Skripal vermutlich schon (So seltene Gifte sollen ja was aussagen).

    Hier ein bisschen Propaganda:
    Linke wären ja für Demokratie, wenn Rechte nicht dumm wären

    Und nochmal gesanglich. Dumm ist natürlich auch peinlich und faschistisch.

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    1. Russische Propaganda ist ja im Westen nur dann relevant, wenn wir sie verstehen. Und das, was wir sprachlich verstehen, ist eben meiner Meinung wirkungsvoller als das, was der Westen produziert. Allerdings dürfte die Verbreitung eher gering sein.
      Zu den Videos kann ich nur sagen, dass sich die, die sich links und intellektuell nennen, völlig überschätzen. Für echte Nazis (also nicht alle, die Merkel weghaben wollen) und die von der ANTIFA dreh ich die Hand nicht um. Beide Seiten völlig verblödet.
      Ich denke, dass Trump nicht aus Dummheit gewählt wurde, sondern weil vermeintlich Rechte eben das erwirtschaften, was die Linken verbraten. In Deutschland schauen die Studenten aus den Geisteswissenschaften auf den gewöhnlichen Arbeiter, die erst die Steuergelder erwirtschaften, die an den Unis für völlig überflüssige Studiengänge wie Gender verschleudert werden. Warum die so genannten Intellektuellen darauf pochen, dass nur die Intellektuellen wählen sollen? Wäre zu blöd, wenn nur die wählen dürften, die Steuern zahlen, ohne beim Staat oder bei einer staatlich geförderten NGO angestellt zu sein.

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  2. So ist es! Sobald es dann noch ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt, werden alle sagen: Warm soll ich gegen einen Staat sein, der mir Geld schenkt! Ist doch toll, dass er so gut gewirtschaftet hat! Dabei besteht dieses Wirtschaften darin, dem Bürger das Geld erst wegzunehmen und es dann als vermeintlicher Wohltäter wieder zurückzugeben. Da kann der Staat dann auch die Dummen wählen lassen, denn das sind dann seine größten Anhänger.

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