Die Summe der Minderheiten ist noch keine Mehrheit.

Seit Jahren wird von den etablierten Parteien in Deutschland die gleiche Politik betrieben wie von den Demokraten in den USA. Doch nie hat man sie hier unter dem Sammelbegriff Identitätspolitik zusammengefasst. Vielleicht liegt es an der Ungleichverteilung bestimmter Wählerschichten und dem amerikanischen Wahlsystem, dass man immer das Augenmerk darauf legt, die Mehrheit in einem einzelnen Bundesstaat zu erreichen und mit diesem Begriff versucht, eine große Wählergruppe anzusprechen. Die Erkenntnis, dass die Summe aller Minderheiten noch keine Mehrheit bildet, könnte ein Umdenken bewirken. Doch auch der Identitätspolitik selbst geht langsam die Luft aus, wenn man die Entwicklung in den USA sieht.

Der Begriff Identitätspolitik (engl. identity politics) ist eine Zuschreibung für politisches Handeln, bei dem Bedürfnisse einer jeweils spezifischen Gruppe von Menschen im Mittelpunkt stehen. Angestrebt werden höhere Anerkennung der jeweiligen Gruppe, die Verbesserung ihrer gesellschaftlichen Position und die Stärkung ihres Einflusses. Um die Mitglieder einer solchen Gruppe zu identifizieren, werden kulturelleethnischesoziale oder sexuelle Merkmale verwendet.

Den Beginn machten die politischen Bewegungen der Afroamerikaner, es folgten ein Teil der Feministinnen, schwule und lesbische Gruppen, dann amerikanische Ureinwohner, Amerikaner asiatischer und hispanischer Herkunft, Alte, Obdachlose, Ex-Psychiatriepatienten, Behinderte und diverse mehr. (…) hier

In Deutschland zählen zu den staatlich besonders geförderten Minderheiten: Frauen im allgemeinen, LGBTQ, Ausländer aus dem arabischen und afrikanischen Raum, Moslem, Juden, Behinderte. Sozialrentner und Obdachlose erhalten die Unterstützung weitgehend von privaten und ehrenamtlichen Einrichtungen.

Grundsätzlich setzt man bei der Förderung voraus, dass die jeweilige Gruppe gegenüber der Mehrheit benachteiligt und abgewertet wird und sie wegen der schlechteren Startbedingungen nicht ihre Möglichkeiten ausschöpfen kann. Für die Minderheitenlobbyisten zählt nicht Gleichberechtigung, sondern Gleichstellung und Teilhabe. Dass man dabei ein Haufen Steuergelder und überflüssige Posten auf Lebenszeit abgreifen kann, ist nur ein netter Nebeneffekt. Die Opfer dürfen sich aber nie emanzipieren, die Armen niemals reich werden, denn sonst verlieren die Profiteure ihre Daseinsberechtigung.

Im Moment verlieren die Linken mit dieser Politik gerade die Deutungshoheit. Die haben es mit der Political Correctness einfach übertrieben, mit der sie jede Minderheit als Opfergruppe einhegten und jedes Versagen auf das Umfeld schoben und waren es nur falsche Blicke oder Ausdrücke. Inzwischen animieren schwarze Künstler gerade die schwarze Bevölkerung sich endlich aus der vermeintlichen Opferrolle zu befreien, schließlich haben ihre Eltern und Großeltern wesentlich mehr unter der Rassentrennung gelitten und haben es gegen wesentlich größere Widerstände geschafft, als ihre Kinder und Enkel. Man solle endlich den Blick auf die eigene Zukunft richten.

Nun kommt das Aufbäumen gegen das Establishment plötzlich von den Konservativen. Der Punk hatte die gesellschaftliche Gängelung satt, nun haben die jungen Leute der Gegenwart die Gängelung als Folge der Identitätspolitik satt. Man will nicht mehr wegen jeder Banalität an den Pranger gestellt werden, bloß, weil sich irgendein Mimöschen durch eine bestimmte Wortwahl verletzt fühlt.

Ich kenne Frauen, die sind sauer, weil sie zwar einen guten Posten haben, ihnen aber immer der Makel anhängt, sie hätten den durch Quote bekommen. Ich kenne auch genügend Frauen, die die ganzen Quotenweiber in der Politik einfach nur zum Schämen finden, weil sie täglich den Beweis liefern, dass ihre einzige Qualifikation „Frau“ ist. Es werden sich auch viele verheiratete Frauen es nicht mehr gefallen lassen, wenn der Ehemann trotz besserer Leistung hinter einer Quotenfrau zurückstehen muss.

Mädchen wollen Ponys, Einhörner und rosa, wollen Tierärztin, Lehrerin oder Krankenschwester werden. Und nur die ganzen Feministinnen nehmen es ihnen und den Männern übel, dass die ihren Interessen folgen. Das ganze Gleichstellungsgedöns hilft nur den Gendertanten, die durch gesetzlichen Zwang von der Wirtschaft und in öffentlichen Institutionen mitfinanziert werden müssen.

Ebenso schadet die ganze Inklusion von Behinderten an den Regelschulen sowohl den Schülern, als auch den Behinderten. Wer glaubt, er könne geistig Behinderte zusammen mit den Regelschülern zum Abitur führen, der muss selber einen an der Waffel haben. Eltern haben es auch satt, dass ihre Kinder jahrelang in Schulbaracken unterrichtet wurden und nun plötzlich Milliarden vorhanden sind, dem halben Orient hier Privatunterricht zu geben.

Das Fass zum Überlaufen haben nun die Flüchtlingskrise, das NetzDG und der Schulterschluss der christlichen Kirchen mit dem Islam, um ihm zu seinen Rechte zu verhelfen. Durch eine penetrante Meinungsführerschaft und der Diffamierung jeglicher Gegenmeinung, konnte sich das Kartell der Profiteure bis jetzt halten. Und die Kulturschaffenden und Journalisten sorgten bisher freiwillig dafür, dass auch ihresgleichen gesinnungsmäßig auf Linie bleiben.

Doch die Leute lassen sich immer weniger eine Mainstreamtageszeitung aufdrängen, nicht mal mehr geschenkt. Oder sie verweigern die GEZ-Gebühren, weil sie sich das Erziehungsfernsehen einfach nicht mehr bieten lassen wollen. Die Witze am Stammtisch sind inzwischen so derb wie früher und sogar ein Seehofer hat erkannt, dass Frau allein noch keine Qualifikation ist.

So wie die monatlichen Erfolgsmeldungen der SED irgendwann zur Realsatire verkommen sind, so nehmen auch die Verklausulierungen und Beschönigungen der beinahe täglichen orientalischen Bereicherungen in den ÖR-Medien inzwischen den gleichen Weg.

Früher schrieben die Alpha-Journalisten gegeneinander an. Heute schreiben sie gemeinsam gegen die dummen Bürger an, die sich einfach nicht erziehen lassen wollen. Heute erlangen ihre Artikel besonders deshalb Verbreitung, weil sie von alternativen Internetseiten verrissen werden und ihnen auch viele unter Klarnamen mitteilen, dass sie einfach Scheiße schreiben. Jede qualifizierte Reinigungsfrau mit Lebenserfahrung hat heute logischere Gedankengänge wie ein Jakob Augstein. Dem kann man dann auch sagen, dass er ein nutzloser Schreiberling ist, der ohne sein Erbe längst in der Gosse sitzen würde.

Jedes Gästebuch bei Plasberg, jeder Kommentarbereich unter einem WELT-Artikel hat heute mehr Tiefgang und Witz, als die ganzen professionellen Witzbolde bei der heuteshow oder bei extra3.

Leider weiß ich nicht mehr, wie die Musikgruppe hieß, die vor Kurzem die Interviewanfrage eines großen Senders einfach ignorierte. Die zeigen denen den virtuellen Stinkefinger. So hat es auch in den USA begonnen. Auch bei uns haben die Leitmedien ihre Deutungshoheit längst verloren. Die können den Echo hundert Mal abschaffen, die Lieder von diesen antisemitischen Rappern werden trotzdem gekauft.

Letzten Jahr wurde die Antilopen Gang beim Echo nominiert mit Texten wie diesem: (hier)

Ihr seid achtzig Millionen, die man abschlachten muss” und „Da braucht man gar nicht drüber reden, wenn die Massen sich erheben, Schmeiß’ ich aus dem Flugzeug eine Brandbombe auf Dresden.

Es müsste nur einmal einer aus dem Kulturbetrieb die Einsicht haben, dass er sich mit dem Gutmenschen-Sing-Sang in eine Sackgasse manövriert und öffentlich zu so einem Text Stellung bezieht in der Form:

Ihr blöden Sackgesichter! Wenn ihr Deutschland hasst, dann verpisst euch einfach! Niemand braucht euch!

Egal, ob das dann jemand aus Überzeugung sagt oder, weil es sich karrieremäßig auszahlt; da könnte das Schiff solche Schlagseite bekommen, dass auch die ganze Identitätspolitik mit in die Tiefe sinkt.

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4 Gedanken zu “Die Summe der Minderheiten ist noch keine Mehrheit.

  1. In Deutschland zählen zu den staatlich besonders geförderten Minderheiten: Frauen im allgemeinen, LGBTQ, Ausländer aus dem arabischen und afrikanischen Raum, Moslem, Juden, Behinderte.

    Welche staatliche Förderung erhalten Juden? Zählt da die Mahnmalbetonwüste in Berlin dazu? Bitte nicht übel nehmen. Ich frag wegen der Info. Ich weiß es tatsächlich einfach nicht.

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  2. Asche auf mein Haupt! Ich rechne unsere Medien automatisch zu „staatlich gefördert“. Niemand würde dort einen Herrn Schuster oder eine Frau Knobloch kritisieren. Dass Kritik an George Soros unter Antisemitismus fällt, empfinde ich dabei auch so.
    Ich kann mich allerdings erinnern, dass sich der damalige Zentralrat der Juden Galinski darüber beschwerte, dass die Bundesregierung eine Rechenschaft über den Verleib der staatlichen Zuwendungen verlangte.
    Persönlich halte ich die deutsche Politik für durchgehend israelfeindlich und ihr ganzes Gelaber über Antisemitismus für Heuchelei, denn er ist von ihr mitverursacht. Die Einwanderung 1000000 jüdischer Bürger nach Deutschland hätte wohl niemand mitbekommen.

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