Facebook will Falschmeldungen „erfühlen“ lassen.

Facebook führt für ausgewählte Nutzer probeweise ein Werkzeug ein, um bestimmte Posts zu bewerten (upvote bzw. downvote), damit man Fake-news besser identifizieren kann. Nun könnte man meinen, dass nach dem Kriterium „glaubwürdig“ oder „unglaubwürdig“ bewertet wird. Doch es soll darüber abgestimmt werden, wie man sich beim Lesen des Posts fühlt.

The Reddit-style tool allows people to upvote or downvote posts based on how they feel about particular comments.

Hier kann man nicht logisch erklären wie das mit dem Indentifizieren von Falschmeldungen zu tun haben soll. Facebook selbst meint:

The firm claims the purpose of the feature is to flag up inappropriate comments, which it defines as having ‚bad intentions or is disrespectful‘.

…testing to see if the new tool will allow for “better public discussions,” (…) “could help them sieve through ‘fake news,’”

Sie wollen für eine besssere Diskussionskultur sorgen, indem man unangemessene Kommentare mit vermeintlich böser Absicht auf irgendeine Weise verschwinden lässt; entweder durch Nichtanzeigen oder Löschen oder vermeintliche Falschmeldungen aussiebt.

Ich meine, dass Facebook hier einfach den Regierungen nachgibt, unliebsame Posts zu eliminieren, wissen aber, dass sich die Verbreitung nur schwer unterbinden lässt. Allerdings kann man mit den „Votes“ zusammen mit dem Profil sicher passende (Wahl-)Werbung schalten. Wer sich bei den Worten Klimawandel, Feinstaub oder Hungersnot „unwohl“ fühlt, dem kann durch bestimmte Produkte bzw. durch eine bestimmte Partei sicher geholfen werden sein Gewissen zu beruhigen.

Es wird von „Experten“ immer wieder behauptet, dass sich im Netz Unmengen an Falschmeldungen befinden, die die Menschen falsch beeinflussen und sogar unsere Demokratie bedrohen sollen. Hier hat man besonders rechte, alternative Nachrichtenseiten im Visier. Es wird dem Bürger vorgegaukelt, diese Seiten würden selbst Nachrichten generieren, obwohl dies nur in seltensten Fällen der Fall ist. Meist werden offizielle Meldungen von Agenturen, Zeitungen oder Pressestellen dokumentiert und kommentiert. Die ÖR-Medien und die großen Tageszeitungen bieten ja täglich beinahe die gleichen Meldungen in fast gleicher Wortwahl an. Berichtet wird nur mehr, was genehm ist. Blogs und alternative Nachrichtenseiten treffen natürlich auch eine Vorauswahl, was sie berichten wollen, doch sie sind nicht „synchronisiert“.

Mehrere Dinge stoßen den etablierten Parteien und den Helfern aus den Medien sicher sauer auf. Was gewöhnlich nur eine Personalie bliebe, wenn zum Beispiel jemand einen bestimmten Posten übernimmt, wird in den alternativen Medien oft genauer beleuchtet. Da werden dann gerne familiäre, freundschaftliche, wirtschaftliche und vor allem parteipolitische Verbindungen aufgezeigt. Gerne genommen werden dabei auch Lebensläufe, die offen im Internet zugänglich sind. Alternative Medien leisten nur, was jeder einzelne auch leisten könnte, doch durch eine freiwillige Arbeitsteilung, können bestimmte Narrative der Mainstreammedien zeitnah ausgehebelt werden. Man konnte das sehr gut auf danisch.de verfolgen, als sich bei der Klage um das 3.Geschlecht herausstellte, dass Kläger, Richter und Gutachter entsprechend miteinander vebandelt sind.

Von den schon angesprochenen Falschmeldungen, ist nur eine einzige wirklich offiziell. Dabei wurde Renate Künast von den Grünen ein falsches Zitat in den Mund gelegt. Dabei müssten sich die Anbieter sozialer Netzwerke eher darauf verlegen, dass sich das nicht weiterverbreitet, was manche Politiker wirklich von sich geben. Davon würde vor allem eine Kathrin-Göring-Eckert profitieren, denn, wenn sie einen ihrer unnachahmlichen Gedankengänge auf Twitter oder Facebook äußert, dann kann man sicher sein, dass ihre sämtlichen Highlights der letzten Jahre in dem Strang darunter auftauchen. Die neue Ministerin Bär hat sich ja schon beschwert, dass alternative Medien ältere Nachrichten immer wieder in die Gegenwart zögen. Verständlich, denn Politiker agieren oft nach dem Motto: Was juckt mich mein Geschwätz von gestern.

Ich meine, dass Falschmeldungen irrelevant sind, wenn sie das Narrativ nicht verändern. Ein erfundenes Zitat bei Göring-Eckert kann keinen weiteren Schaden anrichten. Allerdings lassen sich vermeintliche Falschmeldungen auch instrumentalisieren. Eine Studie behauptet fälschlicher Weise, dass jeder Zweite Flüchtling keinen Schulabschluss hat. Damals ging man von 46% aus. Kann man bei 50% dann von Falschmeldung sprechen, wenn dies jemand im Netz verbreitet? Witziger Weise schon, denn der offizielle Wert lautet 59%. So war das sicher nicht gewollt, um AfD-Wähler als besonders anfällig für Falschmeldungen darzustellen.

Dass Facebook nun über den Weg „gefühlsmäßig“ versucht, unpassende Kommentare zu eliminieren, hat wohl einen anderen Grund. Einzelne Meldungen, auch Falschmeldungen, sind auch bei größter Verbreitung nicht in der Lage, das Meinungsbild eine Gesellschaft nachhaltig zu beeinflussen, außer eine (Falsch-) Meldung wird von allen Mainstreammedien verbreitet.

Eine Gefahr für das gewünschte Meinungsbild geht nur dann von den alternativen Medien aus, wenn bestimmte Nachrichten oder Äußerungen von Politikern immer wieder wiederholt werden oder permanent in anderen Zusammenhängen neuerlich verlinkt werden. Sie stellen das vorherrschende Narrativ der ÖR-Medien (=von der Politik gewünscht) entweder immer stärker in Frage oder die Medien sind genötigt, sich damit zu beschäftigen. Hier zum Beispiel, dass der Islam in seiner jetzigen Form mit den westlichen Werten nicht vereinbar ist. Man konnte zwar PEGIDA als rassistisch, islamophob, usw. bezeichnen oder totschweigen, doch man konnte sich der Diskussion über den Islam nicht mehr entziehen, weil schlichtweg zu viele Leute auf die Straße gingen.

Man wird irgendwann Knebelgesetze erlassen müssen, die durch ihre Möglichkeit zur schwammigen Auslegung, Kritik an bestimmten Personengruppen und der Regierung von vorne herein unterbindet,  um sich das Volk vom Leib zu halten. Das wird man bei der jetzigen Maßnahme von Facebook früher oder später auch feststellen.