Handeln als Feind sozialistischer Gedanken.

Auf einer interessanten Plattform mit Namen neue-debatte.com fand ich einen lesenswerten Text mit dem Titel Im Westen nichts Neues: Der Gestank der Verwesung. Der besticht durch Überzeugungskraft und Gradlinigkeit, allerdings nur für den unbedarften Leser. Man kann die Argumente des Autors nicht von der Hand weisen, doch die Lösung, die er anbietet, ist schon auf dem Vormarsch und die finde ich nun im Gegensatz zu ihm ganz und gar nicht erstrebenswert. Sein Artikel beginnt mit einer Kapitalismuskritik:

Der Kapitalismus, und da hilft nicht einmal mehr die wohlwollendste Betrachtung, zerstört die Welt. Er verdaut sie in seinem Magen-Darm-Trakt aus entarteter Profitgier und Wachstumswahn.Die Übelkeit verursachenden Ausscheidungen bestehen aus sozialer Spaltung, Massenarbeitslosigkeit, explodierender Armut, Fremdenfeindlichkeit, Umweltzerstörung und dem Elend zahlloser Kriege, deren gegenwärtige Höhepunkte auf den Killing Fields im Nahen Osten zu finden sind. Jeder, egal in welchem Winkel der Welt, hat den Gestank der Verwesung bereits in der Nase.

Ich denke, dass man den Kapitalismus nicht allgemein verteufeln darf, denn man vergisst in welchen verwahrlosten Zuständen die Menschen noch vor 200 Jahren in Deutschland lebten mit hoher Kindersterblichkeit, Armut und Ausbeutung. Das aufstrebende Bürgertum mit seiner „Profitgier“ und seinem Erfindungsreichtum haben dafür gesorgt, dass heute ein Sozialhilfeempfänger in Europa einen höheren Komfort und höhere medizinische Versorgung genießt, als 90% der Bevölkerung vor 200 Jahren und sicher auch besser gelebt hat als in allen nicht-kapitalistischen Gesellschaftsexperimenten bis heute. Von denen, die heute als Arbeiter oder Angestellter einer bezahlten Arbeit nachgehen, will ich gar nicht reden. Ich finde, dass jeder Mensch das Recht auf ein gutes Leben hat und die Ressourcen der Erde auch ohne staatliche Eingriffe nutzen darf. Nicht ein anderes Wirtschaftssystem, sondern die Angst des Imageverlusts bei den Bürgern und der Druck der Volksvertreter, damals in Form der GRÜNEN, haben dafür gesorgt, dass man ohne Verlust an Produktivität auch im Ruhrgebiet den blauen Himmel irgendwann wieder sehen konnte. Dazu war nachweislich kein parallel zum Kapitalismus laufendes staatlich gesteuertes System in der Lage. Wer den angeblich meschengemachten Klimawandel als Umweltzerstörung sieht, gegen den helfen schwerlich Argumente. Zu Zeiten der Römer war es wesentlich wärmer, in der ganzen Klimageschichte lässt sich kein Zusammenhang zwischen CO2 als Ursache steigender Temperaturen erkennen. Wer sich mit dem Ursprung und Machenschaften des Weltklimarates befasst, wird sehen, dass es genau das ist, als was sie den Kampf gegen den vermeintlichen Klimawandel schon bei der Gründung bezeichneten: a long lasting business. Nicht schädigt unsere Umwelt so, wie wenn man das Land mit unrentablen Windrädern zupflastert. Von den Energie- und Ökobilanzen dieser Windräder, Solaranlagen und Palmölplantagen will ich gar nicht reden. Das ist subventionierter Schwachsinn.

Dann heißt es weiter:

Jenen Funktionsträgern des Kapitalismus, die Heimatministerien eröffnen, ihre feuchten Tagträume von geschlossenen Grenzen in einer globalisierten Welt verbalisieren und schmutziges Kriegshandwerk als brauchbares Lösungsmittel für die Beilegung von Konflikten ansehen.

(…)   Ein politischer Gegenpol ist in den Parlamenten nicht auszumachen. Seit dem Siegeszug der Unaussprechlichen, durch die die braune Ursuppe wieder offen aus der Terrine der Herrenmenschenideologie gelöffelt werden darf, ist jeder Sozialspalter, jeder Scharfmacher, jeder gekaufte Lobbyist, jeder Waffenhändler und jeder Kriegshetzer ein lupenreiner Demokrat.

Mir fällt es schwer, den Gedankengang nachzuvollziehen. Es brauchte etwa 20 Jahre, dass Umweltpolitik zu einer der wichtigsten Aufgaben des Staates wurde, und heute zeigt man nicht mehr auf die ganzen grünen „Kinderficker“ und Befürworter von Gewalt gegen die Polizei aus der Anfangszeit, sondern man muss anerkennen, dass sich die Forderungen aus dem Volk mit Neben- und Irrwegen erst sortierten, organisierten und zum Durchbruch verhalfen.

Ich teile vollkommen die Artikel unter den Links, die der Autor anbietet, doch er unterschlägt, wer den Finger als erstes in die Wunde gelegt hat und der Missbilligung der gegenwärtigen Politik durch die Bevölkerung erst eine Stimme gegeben hat. Nicht die GRÜNEN haben damals die entscheidende Umweltpolitik gemacht, sondern die etablierten Parteien, die man vor sich hergetrieben hat. Die GRÜNEN selbst haben sich durch ihre Marke inzwischen korrumpieren lassen und sind heute nur mehr Handlanger der Umweltlobbyisten.

Demokratie und das Ringen um die richtige Lösung sind nichts für Ungeduldige. Im Moment hat uns allerdings der „Kapitalismus“ geknebelt, aber nicht die Kapitalisten, denn noch vor Jahren konnte man die sozialen Ungleichheiten, die eben durch das unterschiedliche Arbeitsethos in Teilen Europas entstanden sind -jedes Volk setzt andere Prioritäten, was zu einem guten Leben gehört-, durch die Abwertung der Währung ausgleichen. Erst die einflussreichen Bankhäuser (man denke an die Bilanzfälschung durch J.P. Morgan beim Beitritt Griechenlands) und die sozialistisch anmutenden Strukturen der EU haben dafür gesorgt, dass große Konzerne gewachsene, wirtschaftliche Strukturen niederbügeln konnten. Gäbe es nicht hanebüchene Vorgaben bei der Gründung eines Kleinunternehmens, dann gäbe es auch kleinteiligere Strukturen. Diese Vorgaben helfen keinen einzigen Bürger, sondern stützen nur die Monopolstellung von Konzernen. Versuchen Sie mal selbstgemachte Marmelade zu verkaufen.

Grüne Politik hat sich auch erst im Abnutzungskampf in Wackersdorf durchgesetzt, obwohl es hier nur um einen Ausschnitt der Umweltpolitik ging. Wertstofftrennung, Luft- und Wasserreinhaltung mussten dann nicht mehr auf diesem Weg erkämpft werden.

Der Autor lässt sich verleiten, die Lösung von oben zu favorisieren, wenn er am Ende schreibt:

Es gilt für den Souverän, den Weg zur Macht zu finden, um den Wahnsinn zu beenden, bevor dieser alles beendet. Dies kann nur eine Massenbewegung bewerkstelligen, die sich emanzipiert von Parteien, Verbänden, Organisationen und Ideologien – und die vor allem dem Gestank der Verwesung entschlossen und konsequent mit einem neuen sozialen, humanitären und friedlichen Gesellschaftsmodell begegnet.

Dabei versucht man uns genau diese Massenbewegung mit dem breiten Bündnis, wo keine Parteizugehörigkeit und Ideologie mehr zählt, schmackhaft zu machen, wenn es um den Kampf um das wahre Gute geht, den Kampf gegen Rechts, den Kampf gegen den Klimawandel, den Kampf gegen für soziale Gerechtigkeit für alle Menschen der Welt und für den Frieden der Menschheit.

Die Gesinnung, für die bessere Welt zu kämpfen und die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und offenen Grenzen zu ignorieren, ist das eine. Selbst auf die Straße zu gehen und zu entscheiden, auf welcher Seite man mitläuft, ist das andere. Obwohl ich die GRÜNEN nie in Land und Bund gewählt habe, weil das für mich damals schon Kommunisten waren, habe ich trotzdem Plakate gegen das Waldsterben gestaltet und mit Freunden bei Nacht aufgehängt.

Wenn der Autor des Artikels auf die Straße geht, zum Beispiel zu Frauendemonstrationen, die sich gegen die Gewalt im öffentlichen Raum richten, dann sollte er sich entscheiden, wo er mitläuft. Bei diesen Frauen oder den staatlich gestützten Gegendemonstranten mit den steueralimentierten Krakelern der ANTIFA.

So wie damals in Wackersdorf die eigentliche Errungenschaft nicht die Verhinderung der Wiederaufbereitungsanlage war, sondern die Durchsetzung des Schutzes der Umwelt als staatliches Ziel, so ist es hier nicht vordringlich die Wiederherstellung der Sicherheit im öffentlichen Raum.

Es geht darum, das Meinungsmonopol des Parteien-Einheitsblocks und der Medien in einem „Abnutzungskampf“ zu brechen. Der Staat hat durch das NetzDG und die Möglichkeit der Zerstörung beruflicher Existenzen aufgerüstet. Mit Gewalt wird man nichts mehr erreichen, so wie das in Wackersdorf der Fall war. Heute zählt schlicht der Mut und die Menge an Bürgern, die auf die Straße gehen, um am Ende den Weltsozialismus, der genau in diesem Gewand eines sozialen, humanitären und friedlichen Gesellschaftsmodells daherkommt, zu unterbinden.

Sozialismus hat schon im Kleinen bewiesen, dass er nicht funktioniert und konnte nur mit Gewalt aufrechterhalten werden. Warum sollte das im Großen funktionieren?

 

 

 

Ein Gedanke zu “Handeln als Feind sozialistischer Gedanken.

  1. „Der Kapitalismus…..zerstört die Welt“
    Eine unbelegte, undurchdachte, ja eigentlich blödsinnige Aussage.
    Eigentlich regelt der Kapitalismus nur eine Eigentumsfrage. Er ist also erst mal weder böse noch gut, er regelt nur. Eine funktionierende Alternative ist weder bekannt, noch denkbar. Wenn schon die Prämisse falsch und eine faktenfreie Glaubenssache ist……..Sozialisten halt.

    Dazu kommt der typisch linke Fehler, ausschließlich aus Fehlentwicklungen und Missbrauch auf das Ganze zu schließen. Die dann folgende Verteufelung ohne jede auch nur denkbare Alternative führt ins Nichts, ins absolute Nichts, und das soll sinnhaftig sein.
    Diese Art der Denke führt zwangsläufig zum Regelmechanismus Gewalt.

    Und wenn das Ganze dann auch noch mit einer Massenbewegung ge(er)löst werden soll, dann ist wohl die beste Staatsform die Anarchie mit einem guten (starken) Anarchen an der Spitze, und der ist man natürlich am besten selbst (> Grüne !), damit man radikal all das durchsetzen kann, was man eigentlich ursprünglich zu beseitigen vorgegeben und vorgetäuscht hat und siehe da, man ist Fettauge auf der Brennsuppe und das eigentlich Gemeinte ist offensichtlich. Auf einmal hat der Unfähige und vorher Machtlose eben diese Macht….ist doch wunderbar. Schöne Grüße von Mao und Stalin.

    Nur Kapitalismus und geregelter Markt machen Freiheit möglich, alles andere ist nur der Weg zur eigentlich gemeinten Diktatur.

    Übrigens, sogar Marx musste sich seinen Lebensunterhalt von einem Kapitalisten finanzieren lassen !

    Den Ursprungstext habe ich nicht gelesen, weil mir schon die Zitate genügt haben.

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