Manchmal helfen nur grausame Bilder.

Vor einigen Tagen bekam ich mit, dass sich eine Lehrerin darüber mokierte, dass ein Junge vor seinen Mitschülern prahlte, dass er schon beim Schlachten von Hühnern zugeschaut hätte und beschrieb im Detail, dass die dann ohne Kopf noch eine ziemliche Wegstrecke zurücklegen. Der Grundschüler forderte seine Mitschüler auf, deshalb unbedingt mal bei ihm vorbeizuschauen. (Ich finde das allerdings auch unpassend) Die Frau meinte, dass es da vielleicht auch im Internet schon genügend Bilder davon geben dürfte. Zweifellos. Diese Szene passt zu einem Fernsehbeitrag, wo sich Kunden auf einem Marktplatz aus lebenden Gänsen eine aussuchen konnten und diese vor Ort geschlachtet wurde. Das Kamerateam filmte dann die Reaktion der Passanten aus eigener Entfernung. Es gab da Frauen, die hatten Tränen in den Augen.

Die Reaktionen zeigen, dass hier ein völlig naives Weltbild vorherrscht, das auch zu völlig irrationalen politischen Entscheidungen führt. Erst mal zu dem Grundschüler. Früher wurde fast überall am Haus geschlachtet und da waren oft auch Kinder dabei und trotzdem hat da keines davon einen Dachschaden bekommen. Das habe ich an den eigenen Kindern gesehen. Wer freilaufende Hühner hält, der bekommt natürlich meist Hennen und Hähne zu gleichen Anteilen. Lässt man alle zusammen laufen, dann sieht man wie grausam die Natur hier selektiert. Für den Alpha-Gockel bedeutet es Dauerstress und für die Hennen dauernde Unruhe, während sich die restlichen Hähne bekriegen, oft mit blutigen Folgen. Wenn Kinder das sehen und man ihnen beibringt, dass es eben Haustiere sind und der Mensch eben steuernd eingreifen muss, dann verstehen sie auch, dass man überzählige Gockel schlachten muss. Wenn man die Tieren dabei auch respektvoll behandelt, dann laufen die Kinder auch nicht so rum wie oben beschrieben und prahlen damit.

Allerdings ist die ganze Heulerei genauso schlimm. Die Menschheit hat Tiere über Jahrtausende domestiziert, um an eiweißreiche Nahrung zu kommen und jetzt haben manche ein traumatisches Erlebnis, weil es zwischen dem Bilderbuch Nanny auf dem Bauernhof und einer Fleischtheke eben auch blutig zugeht. Dass man sich das im Internet in verschiedensten Varianten ansehen kann, versteht sich von selbst.

Allerdings sind wir bei uns so zivilisiert, dass die Schlachterei möglichst ohne Leiden für das Tier abläuft, obwohl das naturgesetzlich nicht so sein müsste. Wir haben das eben als Wert kultiviert; das unterscheidet uns vom Tier.

Die Frage dieser Frauen zeugt von einem naiven Weltbild. Wer annimmt, dass schnelles und schmerzloses Schlachten von Tieren weltweit praktiziert würde, der glaubt auch, dass die Menschen auf der ganzen Welt untereinander so zivilisiert umgehen wie bei uns.

Wer bei der Hausschlachtung eines Gockels rumheult, der ist prädestiniert, von dem Modell einer toleranten, humanistischen und gerechten Welt zu träumen, wo sich alle lieb haben. Der glaubt auch, dass er als Flüchtlingshelfer und mit Spenden für Afrika etwas ändert und alles gut wird, wenn man kulturfremden Völkern etwas Respekt vor Frauen und ein paar Weihnachtslieder beibringt. Da wünsch ich mir manchmal einen Crashkurs mit Videos aus IS-Hochburgen, afrikanischen Slums oder brasilianischen Drogenvorstädten.

Die ganzen Guten aus der Vegan- und Tierschutzfraktion, die die ganze Welt willkommen heißen, den Drogenmarkt am Görlitzer Park als kulturelle Bereicherung sehen und die bei der Verwendung des Wortes „Neger“ eine direkte Verbindung zu Ausschwitz sehen, können sich nicht vorstellen, dass woanders ein Menschenleben nichts gilt. Wir leben auf einer Insel in einem winzigen Zeitfenster, wo es gerade nicht allgemeiner Konsens ist, dass man Feinde, Rivalen oder einfache Kriminelle einfach ausmerzt, indem man sie einen Kopf kürzer macht. Vor 200 Jahren sind die Menschen in Europa noch johlend auf dem Marktplatz zusammengeströmt, als Feinde der Republik duzendweise enthauptet wurden. Und da hat man sich vorher sogar noch um eine humane Tötungsart Gedanken gemacht. Heute kann man sich Videos im Internet ansehen, wo jemand in Afrika an einen Baum gefesselt an einer Bushaltestelle gelyncht wird, während dort die Leute teilnahmslos auf den Bus warten.

Im großen Kreis werden dann Handys gezückt, während man den Delinquenten mit einem Autoreifen um den Hals bei lebendigem Leib abfackelt.

Den Drogenfreunden seien die Methoden der brasilianischen Drogenmafia empfohlen, wo man den Rivalen bei lebendigem Leib verhackstückt. Wer den Drogenmarkt verniedlicht und stetig wachsen lässt, kann darauf warten, dass das auch irgendwann in Berlin ankommt, wenn das Geschäft und das Revier erst groß genug sind. (hier bei miscopy.com in großer Zahl. Achtung! Sehr grausam)

Wer islamisches Schächten als Religions-Folklore sieht, selbst vegan lebt und im Kampf gegen rechts auf die Straße geht, weil er das 3.Reich wieder heraufziehen sieht, für den gibt es auch Videos aus IS-Hochburgen, die derart grausam sind, dass er Gaskammern hinterher noch als gnädig ansieht. (hier.)

Das könnte man noch hinnehmen, denn der Geist wehrt sich, die Täter noch als Menschen anzusehen. Richtig schlecht wird einen, wenn die Schlächter vom Westen gestützt und als unabhängige Quellen hofiert werden (siehe LInk unten), und ein Klaus Kleber gleichzeitig moralisierend den Kopf zur Seite legt, wenn wir nicht gemeinsam gegen Russland wegen der Krimannexion und gegen Assad wegen der Fassbomben hetzen.

Erst wenn man sich eine Sequenz der Grausamkeiten reingezogen hat und ein Röttgen was von westlichen Werten faselt, während die USA unter dem Friedensnobelpreisträger Obama begannen, die Schlächter der FSA zu unterstützten, wird man sich übergeben ob dieser Heuchelei. Sie ist schwerer zu ertragen als all die Bilder.

Auschwitz ist in die Geschichte eingegangen, weil es die erste Form der industriellen Vernichtung von Menschenleben war.

In Syrien wurde ein 11-jähriger bei lebendigem Leib auf einem Pick-up mit dem Messer von einer Männergruppe enthauptet. Diese Gruppe war ein Teil der westlichen Propagandamaschinerie, die uns dieses Bild lieferte, flankiert von Agenturen und Nachrichtensendern, die uns entsprechend indoktrinierten. Zur Verteidigung westlicher Werte und der Durchsetzung strategischer Ziele hat man es als Kollateralschaden unter anderem hingenommen, dass man Menschen in Schlachthäusern kopfüber an den Haken gehängt und geschächtet hat. (Das Video verlinke ich jetzt nicht)

In Deutschland gibt es Politiker, die sich als Sprachpolizei aufführen, um zu heucheln, dass sie aus Ausschwitz gelernt hätten. Die gleichen, die ähnlich grausame Schandtaten heute für die Durchsetzung politischer Ziel hinnehmen.

Manchmal helfen eben keine Worte, sondern da braucht es die richtigen Bilder, damit das auch bei den naiveren Geistern ankommt.

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3 Gedanken zu “Manchmal helfen nur grausame Bilder.

  1. Auschwitz war nicht die erste Form der industriellen Massentötung von Menschen. Die russischen Gulag Lager waren vorher. Wahrscheinlich gibt es in China und anderswo auch Vorläufer.

    Ich habe einen ganz häretischen Gedanken. Was ist, wenn die atheistische Linke keinen anderen moralischen Bezugspunkt hat außer das Dritte Reich? Anders ausgedrückt: Vielleicht ist aus linker Perspektive das Dritte Reich nicht schlimm wegen des Massenmords, der Unterdrückung und des Kriegs, sondern Massenmord, Unterdrückung und Krieg sind schlimm, weil sie im Dritten Reich stattgefunden haben. Entsprechend sind unwichtigere Dinge, die mit dem Dritten Reich zu tun haben, für Linke genauso schlimm.

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    1. Muss ich jetzt einen Juden an die 900 Banu Quraiza in Medina erinnern? Genozide gab es immer schon. Dass es in juengster Zeit Millionen waren, liegt einfach nur daran, dass wir jetzt ueber 7 Milliarden sind. Selbst Schimpansen machen das. Wir koennen nun mal extrem tribalistische Arschloecher sein. Darwin ist immer und ueberall. Wer bei einem kopflosen Huhn schon in Ohnmacht faellt ist andererseits vielleicht nicht unbedingt praedestiniert die naechste Generation zu zeugen.

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