Mut kommt nicht von allein.

Laut den Medien sind die Deutschen ja ein Volk der Mutigen und Couragierten, denn in jeder größeren Stadt nehmen unzählige Berufene den Kampf für Toleranz, Vielfalt und Bunt auf. Jeder, der hier häufiger mitliest, der weiß, dass das hier mit dem Mut ein Scherz ist. Das ist nämlich in etwa so mutig, wie wenn man in der damaligen DDR mit seinen Freunden von der FDJ gegen die Bedrohung durch die westlichen Imperialisten auf die Straße gegangen ist.

Wir leben inzwischen in einer Zeit, wo es tödlich enden kann, wenn man im Alltag Zivilcourage zeigt. Man kann niemanden vorwerfen, wenn er in der S-Bahn keine Initiative mehr ergreift, wenn jemand bedroht wird, weil man meist einer aggressiven Überzahl gegenübersteht. Die meisten von uns sind den ganzen Tag mit sich selbst, mit Problemen, aber auch mit Belanglosigkeiten beschäftigt, dass sie solchen Situationen von vorneherein völlig hilflos gegenüberstehen, weil sie davon völlig überrascht werden.

Nehmen wir diejenigen, die besorgt sind ob der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen meint, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört und empfinden ihn sicher insgeheim als Bedrohung und wollen, dass unsere christliche Kultur verteidigt wird. Nun gab es vor einigen Tagen einen Pfarrer, der seinen Unmut über die Entscheidung zu einer Kreuzpflicht in öffentlichen Gebäuden während der Erstkommunion-Feier dadurch zum Ausdruck brachte, dass er ein Kreuz mit einem umgekehrten Söderbild und einer Breze trug.

Die Begeisterung hat sich anscheinend in Grenzen gehalten, zu einem Eklat kam es aber nicht. Aber Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn sich nicht einen Holzkopf gefunden hätte, der das gleich darauf noch toppte:

Pfarrer Wolfgang Sedlmeier hat mit einem Kopftuch während der Pfingstmesse am Sonntag in der Aalener Marienkirche für Aufsehen gesorgt. Die Gemeinde klatschte nach seiner Pfingstpredigt Beifall. Wer Menschen wegen ihrer aus Glaubensgründen gewählten Kopfbedeckung diskriminiere, verstoße gegen die Menschenwürde und damit gegen den Geist des Pfingstevangeliums, so Sedlmeier.

Um seinem Protest gegen solche in jüngster Zeit öffentlich geäußerten Diskriminierungen Ausdruck zu verleihen, zog er sich nach seiner Predigt selbst ein Kopftuch über und trat damit an den Altar. Seine Kritik richte sich, so sagte er, „gegen eine Abgeordnete, also eine gewählte Frau, die in herablassender und beleidigender Weise im Bundestag von Kopftuch-Trägerinnen“ gesprochen habe.

Wer bisher nur Marx, Wölki, Käsmann oder Bedford-Strohm kannte, musste davon ausgehen, dass auch unter den Mannschaftsdienstgraden genügend sind, die einen an der Waffel haben. Da ist nun der wirklich keine Überraschung mehr. Was aber eher beängstigend ist, das ist folgendes.

 Die Gemeinde klatschte nach seiner Pfingstpredigt Beifall.

Nun bin ich wahrlich kein Freund von irgendwelchem Geklatsche in einer Kirche, aber in diesem Fall ist es wenigstens aufschlussreich. Ich glaube, dass Leute die in die Kirche gehen entweder konservative Christen sind oder solche, die die Kirche als Religionsverein oder Ökopartei-Ersatz sehen. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass nicht wenigstens 40% der Gottesdienstbesucher das Auftreten des Pfarrers zumindest unpassend fanden. Es kann mir niemand erzählen, dass es keinen Kirchenbesucher ebenso genervt hat wie mich, dass man nicht mal im Gottesdienst von dem ganzen Islam-Toleranz-Gequatsche verschont wird. Und für jeden müsste es eine Grenze geben, wo er sagt, dass er sich den Kirchgang deshalb in Zukunft schenkt.

Und da kommt der Mut wieder ins Spiel. Die Unzufriedenheit und Beunruhigung ist groß, wenn man die Entwicklung in Deutschland sieht, und jeder, dem seine eigene Meinung wichtig ist, spürt wie sich die Schlinge der PC immer enger zieht. Keiner erwartet, dass man selbst eine Anti-Merkel-Demo organisiert oder sich einer arabischen Übermacht entgegenstellt; schließlich kann das auch den persönlichen Ruin bedeuten oder gar das Leben kosten. Warum gab es niemanden, der im Moment als der Pfarrer mit Kopftuch erschien und dann loslegte einfach aufgestanden und gegangen ist? Weil man von der Situation einfach überfahren wird und später dann genau weiß, was man eigentlich tun hätte sollen. Man knickt ja normalerweise schon ein, wenn es mal an der Zeit wäre, jemanden mit seinem gutmenschlichen, realitätsfernen Gelaber kontra zu geben.

Heute ist es ja schon mutig, sich eine falsche Meinung zu leisten und doch werden die meisten rechtzeitig einknicken, wenn es darum geht, sie auch öffentlich zu vertreten.
Warum versagen gute Sportler und Musiker selten in den Momenten, in denen es draufankommt? Weil sie nicht nur gut vorbereitet sind, sondern jeden Schritt im Geiste durchspielen. Sieht man häufig bei Slalomfahrer vor dem Start. Es gibt nur wenige Menschen, die von Haus aus in jeder Situation mutig reagieren; um die geht es hier nicht. Der Normalsterbliche wird meiner Meinung nur Mut beweisen, wenn er mögliche Situationen im Geiste vorwegnimmt.

Ein Gottesdienst wäre ein Ort, wo man gefahrlos ein mutiges Statement gegen die Anbiederung der Kirchen an den Islam abgeben könnte. Man muss es ja nicht so machen wie Heidi Mund vor einigen Jahren in Speyer. Jeder Christ, der etwas auf sich hält und folgendes beherzigt

Und es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verführen.
Lukas 6:26

, der kann darauf warten, dass wir auch den Segen aus dem Koran in einer Kirche vorgelesen bekommen. Wer diese Situation im Geiste oft genug vorweggenommen hat, der wird dermaßen damit schwanger gehen, nicht nur schweigend die Kirche zu verlassen, sondern er wird sich genötigt sehen, es dem Pfaffen ins Gesicht zu sagen, dass das als Verrat an Jesus Christus zu sehen ist. Sie glauben gar nicht, wie viele ihnen dann nach draußen folgen werden.

Die ganzen Klatschhasen aus dem obigen Bericht haben vielleicht nur darauf gewartet, dass jemand den Anfang macht. Wer sollte das demnächst sein außer Ihnen selbst?

 

 

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