Das Mär von den rechten Trollen.

Weil es auf YouTube immer wieder untergeschoben wird, habe ich mir heute vorgenommen, das Video von Rayk Anders angesehen über Hass im Netz. Vielleicht liegt es daran, dass ich in keinem sozialen Netzwerk bin, denn so hat man vielleicht einen unvoreingenommeneren Blick auf diese Sache. Viele politische Dokus erregen für mich den Anschein, als würde man alles so drehen und gewichten, dass am Ende das herauskommt, was man sich vor der Recherche gewünscht oder angenommen hat. Am Ende muss ich sagen, dass die Doku von Anders genau dem entspricht, denn manchmal reichte es zu banalen Fakten nur die richtigen Fragen zu stellen.

In der Doku geht es um rechte Trolle, die mit ihrem Netzwerk reconpuista germanica die öffentliche Meinung beeinflussen sollen. Dabei bilden sie jedoch untereinander eine geschlossene Community und widerspricht völlig dem Anliegen, dass die eigene politische Meinung Fuß fassen kann. Dann kommt am Ende so was raus wie bei einer gewöhnlichen Teenagerkommunikation, wo keiner mehr irgendeiner sinnvollen Beschäftigung nachgeht: Ich mach gerade nix! Was machst du?

Anders will sich mit diesem Netzwerk beschäftigen und bringt es dann mit dem seiner Meinung einflussreichsten Aktivisten der rechten, dem Chef der Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, in Verbindung, der selbst meint

Haten und Trollen gehören zu normalen politischen Manövern im Infokrieg..

Und solche Aktionen im Netz sind seiner Meinung oft noch effektiver und langlebiger als wirkliche Aktion. Er sieht sich im Propagandakampf gegen die Linken und die ÖR-Medien. Anders sagt, dass er 8000 Follower hat. Wenn man bedenkt, dass er in diesem Bereich auch allein meinungsbildend für Deutschland ist, das sind über 90 Millionen, dann ist diese Anzahl wirklich ein Witz, dass er hier einen professionellen Einfluss auf die Meinungsbildung haben soll. Vielleicht hätte Anders seine Recherche auf Wikipedia beginnen sollen. Dort heißt es über Trolle:

Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die ihre Kommunikation im Internet auf Beiträge beschränkt, die auf emotionale Provokation anderer Gesprächsteilnehmer zielt. Dies erfolgt mit der Motivation, eine Reaktion der anderen Teilnehmer zu erreichen.

Weiter heißt es zum Ergebnis einer Studie über Trolle:

Als Ergebnis wurden vier Verhaltensmuster festgehalten:

Trolle agieren absichtlich, wiederholt und schädlich (intentional, repetitive and harmful).

Trolle ignorieren und verletzen die Grundsätze der Community.

Trolle richten nicht nur inhaltlichen Schaden an, sondern versuchen auch, Konflikte innerhalb der Community zu schüren.

Trolle sind innerhalb der Community isoliert und versuchen ihre virtuelle Identität zu verbergen, etwa durch die Nutzung von Sockenpuppen.

Aus den Fallanalysen ergaben sich verschiedene Motivationen der Trolle:

Langeweile, Suche nach Aufmerksamkeit, Rache

Spaß und Unterhaltung

Wunsch, der Community möglichst großen Schaden zuzufügen

Das sind also Leute, bei denen ist das Trollen reiner Selbstzweck, ohne den Versuch jemanden sachlich zu stellen oder zu überzeugen.

Nun kommt es allgemein immer so rüber, auch in dieser Doku, dass Hass und Hetze immer von rechts kommt, professionalisiert ist und von Leuten kommt, die kognitiv und charakterlich etwas geistig zurückgeblieben sind. Und das sollen dann alles Trolle sein, die das allein als Ausgleich für persönliche Defizite tun. Wer das annimmt, der fabriziert auch solche Dokus wie Anders.

Mit dem Format Disslike auf dem Portal hyperbole.de (bitte alle Videos selber anklicken) hätte er ein Aha-Erlebnis haben können. Dort präsentieren Prominente die letzten Nachrichten, die sie aus dem Netz bekommen haben, unabhängig vom Inhalt.

Ich habe mir sicher zehn von denen angehört und fast alle durchgestrawlt, die dort präsentiert sind, und ich will hier erst die Schlüsse ziehen, bevor ich die Beispiele bringe. Das Gequatsche von „Hass- und Hetzmails“ ist im Grunde ein Geschäftsmodell für Sternchen, die Klickzahlen brauchen, denn unter Disslike finden sich mindestens die Hälfte Leute, die ich nicht mal vom Namen kenne. Irgendwelche Schauspieler, Rapper und Singsternchen. Und die gehen auch völlig professionell damit um. Ich gebe jetzt nur mal die „Hassmails“ wieder.

Jemie lee Keblitz, das ist so ein ESC-Mädel, die bekam richtige abwertende „Hass-Mails“, aber man merkte, dass das eben nur Neider waren.

kabitz

Einmal gehört und schon vergessen, kam da der ARD-Intendant und sagte „Trag mal Bommelmütze und eine eckige Brille, weil dein Gejodel so 08/15 ist, dass dich sonst keiner wiedererkennt.

Mag sein, aber sie meinte, sing das mal vor 20 000 Leuten, da machst du dir in die Hosen. Wenn keiner ihrer Fans die lockere Antwort kennen würde, dann kann man da richtig Klickzahlen generieren, von denen, die ihr zur Seite stehen wollen.

Auch sind für die Kämpfer gegen den Hass im Netz immer Leute verantwortlich, die geistig und charakterlich zurückgeblieben sind, die die Parteien dort „abholen“ müssen. Wenn die dann dort sind, dann sieht das so aus wie bei Disslike/Tokiohotel (ziemlich gegen Ende). Eine, die eben auch nicht die hellste Kerze an der Torte ist, und trotzdem freuen sie die, so wie die Parteien für eine Stimme mehr, egal wie bescheuert der Wähler ist.

Aus der Religions- und Politschiene waren nur drei:

Ayman Mazyak sagt in den ÖR-Medien immer, dass er ja so viel Hassmails bekommt, wegen Islamophobie und so. Überraschenderweise kam die Kritik von Türken, die ihm absprachen für alle Moslems zu sprechen, weil sein Verein „weniger Mitgieder hat, als der Kölner Karnevalsverein“. Da kam dann was mit „fett“, „Allah“ und „osmanisches Reich“. Wenn das keine echten Moslems waren wie man vom Namen vermutet, dann ist zumindest die Idee gut, denn die einzig positive Nachricht kam von einem Wolfgang B.

Christian Lindner könnte ein Polit-Avatar sein, mit zu wenig Speicherplatz. Gibt’s den auch als „privat“? Er ist einfach so professionell, dass man nicht denkt, dass der noch ein Privatleben hat.

Aber die „Hassmails“ sind gut:

  • … und was war an dem Gestammel jetzt sehenswert?

Bisschen auf dicke Hose machen und abends zurück an Muttis Zitzen. Grüße an Frau Merkel.

  • Ich finde ja schon gut, dass es solche Spaßparteien wie die FDP gibt aber ich finde die momentanen Zeiten sind einfach zu ernst.

  • Was bist du für ein Specht, dass du mit deinem Porsche angibst, den du mit 19 gekauft hast? Jeder Dealer in kreuzberg fährt son Ding. Schluss mit dem Schwanzvergleich, du hast eh den kleinsten Stümmel, Christian. (Rechtschreibfehler übernommen)

Für die ersten beiden bekommen zwei Journalisten den Mindestlohn, um das auf einen Artikel auszuwalzen, um das Gleiche zu sagen. Der letzte stammt von Nucleare Pupsgefahr. Wer sowas schreibt und sich freiwillig so einen Namen gibt, den muss man wirklich nicht kennen. Vor allem als Frau.

Göring-Eckert ist auch professionell. Vor Kurzem habe ich gelesen, dass ein Berliner SPD-Politiker (in?) gesagt hat, die SPD mache so tolle Politik, nur die Wähler wären zu blöde. Die Katrin denkt auch so. Ich musste nach einer Operation mal Unmengen Morphium nehmen, da fühlte ich mich irgendwie so wolkig und parallel zum Leben. Die Katrin reagiert ganz ähnlich, weiß aber nicht, ob sie auch unter Drogen war.

  • Realitätsresistente HerzJesuMarxisten: GöringEcjert & Angela Merkel. Da wächst zusammen… #KinderandieMacht ‚PippiLangstrumpf

 

  • Du bist grüner Scheißdreck

 

  • Holger Franzes

Für Sie Frau Katrin Göring-Eckard besteht die Welt wohl nur aus bunten Blumen und hübschen Schmetterlingen… Alles Friede, Freude, Eierkuchen. Hoffen, dass sie niemals was zu sagen haben in Deutschland.

Das wird de Holger ärgern, dass die das schon tut.

Was kann man daraus lernen? Herrn Habeck, den Chef von den Grünen, kenne angeblich 60% der Deutschen. Das glauben sie doch selbst nicht. Meine Frau sagt, dass an ihre Arbeitsstelle, wo Hohlköpfe sicher nicht arbeiten, weil sie zu viel Schaden anrichten würden, bis vor Kurzem keiner Heiko Maas kannte.

Nur wer ins Netz geht, wird überhaupt wahrgenommen, und wenigstens die ganzen aus der Promiszene wissen, dass es auch Leute gibt, die einen total ablehnen. Egal, Hauptsache die Bekanntheit steigt und die Kohle stimmt.

Kein Martin Sellner und kein rechtes Netzwerk können die öffentliche Meinung direkt beeinflussen. Auch die konservativen Blogs wie Tichys Einblicke, Achgut oder pi-news können das nicht. Erst, wenn Leute in den Gästebüchern der ÖR-Talkshows und den Leitmedien der schreibenden Zunft sich im Kommentarbereich einmischen wird es auch für die Etablierten gefährlich. Nicht ob es Kritik an sich gibt ist wichtig, sondern, dass jemand Dinge offen ausspricht. Blogs und Kommentarspalten dienen sozusagen als Vorglühen. Seltsamerweise reagiert man dort nicht mal empfindlich, wenn man sich in der Wortwahl vergreift, sondern wenn man mit Fakten das gängige Narrativ in Frage stellt. Wer Koransuren zitiert, die UN-Richtlinien für die Umsiedlung von Menschen nach Europa oder Zitate von Politikern aus der Vergangenheit. und auch in der Wortwahl nicht zimperlich ist, der animiert andere, das nun endlich auch offen auszusprechen, was in diesem Land schiefläuft.

Rayk Anders tummelt sich mit seiner Doku auf einem belanglosen Nebenschauplatz, um die Gefahr von rechts aufzublasen. Der angebliche „Hass“ und die „Hetze“ im Netz sind zu 90% Teil eines Geschäftsmodells, um eine „Ware“ zu puschen. Kein NetzDG wäre wegen abartigster Beleidigungen gegen Helene Fischer verabschiedet worden, denn bei einem (nicht zu erwartendem) Karriereknick könnte man sie gewinnbringend einsetzen. Gestern konnte man an Renate Künast beobachten, dass die Frau medial tot wäre, hätte man die Beleidigungen schon vorher durch ein Gesetz ausgesiebt.

Dieses Gesetz gegen Hass und Hetze und solche Dokus wie von Rayk Anders bieten nur eine Rechtfertigung, das zu löschen, was dem Establishment gefährlich werden kann, politische Gegner anzuprangern oder medial aufzublasen.

Ich weiß ja nicht, wie die Meinung eines Rayk Anders so relevant sein kann. Nachdem ich einige Disslike-Videos angesehen habe, klickte ich auf Rayk Anders. Der labert so belanglos, dass mir erst nach fast drei Minuten aufgefallen ist, dass ich den sogar als erstes angesehen habe.

Allein das zeigt, dass der Kampf zwischen zwei Seiten entbrannt ist:

Das Establishment will durch permanente Wiederholung in verschiedenen Formaten eine bestimmte Sichtweise ins Hirn der Bürger prügeln. Die andere Seite will permanent provozieren und so den Blick auf die Gegenmeinung lenken.

„Hass und Hetze im Netz“ wird von beiden Seiten nur instrumentalisiert, obwohl er in 90% der Fälle, nur den Bekanntheitsgrad steigert und zu einer Pseudodiskussion anregt, um mehr Kohle zu machen.

 

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2 Gedanken zu “Das Mär von den rechten Trollen.

  1. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich rübergemacht hab, aber Broder spielte eine größere Rolle als Kommentarspalten unter linken Zeitungen. Ich weiß auch nicht, wo ich Broder gefunden hab. Eigentlich war ich erst bei Pamela Geller’s Blog. Das war der erste, den ich las. (Sie überlebte mehrere Mordversuche durch Islamisten, bekannt der Garland-Anschlag in Texas). Ich denke, dass die vermeintlichen Blasen schon Leute irgendwie reinziehen.
    Sellner hat tatsächlich Einfluss. Ich würde aber fast sagen, v.a. durch seine Freundin. Die ist mit Lauren Southern befreundet und in der englischsprachigen Welt einigermaßen bekannt. Also bringt er Druck von Außen auf Deutschland und Deutsche sind eitel.
    KGE ist echt super theatralisch. Worüber sich Grüne beschweren ist ein Witz. Die gleichen Leute zucken mit der Schulter, wenn Hamed Abdel Samad, Ayaan Hirsi Ali oder Israel echt, nicht gefühlt, bedroht werden.

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  2. rübergemacht hehehe
    Bei mir war der finale Punkt die Zeitgeist movies von Peter Joseph und dem RBE Model. Wenn man das mal selbst durchdenkt, kommt man zum Schluss, dass sowas nie funktionieren kann. Die Kommies glauben an ihre Utopias, no matter what.

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