Ohne Ramadan kein Jammer dann.

So wie man alle Jahre die gleiche Platte spielt, welchen Sonnenschutz wir verwenden sollen, wann wir die Winterreifen aufziehen sollen, so geht das auch mit unserem Verhalten gegenüber Moslems während des Ramadans. Da viele von denen schon seit 50 Jahren hier in Deutschland sind und das für uns 40 Jahre keine Rolle gespielt hat, muss man sich fragen, ob nicht unsere ÖR-Medienagitatoren das erst gepuscht haben und die Moslems erst auf die Idee gebracht haben, in dieser Zeit besondere Rechte auf moralischer und arbeitsrechtlicher Ebene einzufordern.

Es hat sich fast zu einer eigenen Rubrik entwickeln, wo dann junge hippe Moslems über ihre Fastenzeit winseln dürfen. Die Jammerei und Wehleidigkeit ist ja kein Vorurteil, schließlich gibt es sogar Richtlinien, wie man damit in Krankenhäuser umgehen soll. Dass man sowas selten über Christen während der österlichen Fastenzeit berichtet, liegt sicher nicht daran, dass da keiner fastet, sondern

Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, auf daß sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, auf daß du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten öffentlich. (hier)

Nun darf eine junge Autorin Esra Ayari auf ZEITcampus ihr Leiden beschreiben

Es ist anstrengend, es macht mich müde, es fordert meine Disziplin heraus. Aber das Nervigste sind nicht die 30 Grad oder der knurrende Magen. Das Nervigste sind die ganzen Fragen und Kommentare, die ich nicht mehr hören kann. Weil meine Erklärungen einfach nicht hängen bleiben.

Tut mir echt leid Esra, dass ich den Ramadan-Ratgeber für schon länger hier Lebende im focus gelesen habe, wo es heißt:

„Ruhig mit den Muslimen sprechen, wie das im Islam so ist. Damit wird Interesse bekundet.“

Wenn es draußen das erste Mal schneit und ich einen Kollegen frage, ob der seine Winterreifen selber montiert, dann stänkert mich auch keiner an, weil er mir das letztes Jahr schon gesagt hat und ich mir das nicht merken konnte.

Wichtig ist aber, dass wir ihnen trotzdem in ihrer schlechten Laune entgegenkommen.

Der Ramadan ist keine einfache Zeit für gläubige Muslime: Ab dem 28. Juni dürfen sie einen Monat lang tagsüber nicht essen, trinken oder rauchen. Beschäftigte sollten deshalb auf muslimische Kollegen Rücksicht nehmen, empfiehlt Ramazan Salman vom Ethno-Medizinischen Zentrum in Hannover. „Man sollte nichts zu trinken oder essen anbieten. Es ziemt sich auch nicht, provokativ vor Muslimen zu essen.“

Mach ich glatt, weil ich nehme auch Rücksicht auf Veganer und esse kein Fleisch in deren Gegenwart und rufe quer durchs Wirtshaus, ob hier ein ehemaliger Alkoholiker sei, der sich gestört fühlen könnte, wenn ich eine Halbe Bier trinke.

Wer schon mal selbst gefastet hat, so mit tagelang nur Gemüsebrühe und Mineralwasser, der merkt schon, dass man nach einigen Tagen geistig wacher wird und die Disziplin verinnerlicht hat. Es ist in gewisser Weise erbaulich fürs Gehirn.

Nun hat der Verzicht auf Wasser aber zur Folge, dass man geistig völlig neben sich kommt, so wie man es bei älteren Leuten beobachten kann, denen das Durstgefühl abhandengekommen ist. Die werden häufig als dement eingeliefert und, wenn sie wieder Wasser bekommen, dann sind die wieder normal.

Beim Ramadan geht es neben dem Fasten auch um innere Besinnung und Reinigung. „Also keine anzüglichen Witze machen“, empfiehlt Salman. Viele Muslime nutzten die Zeit, um Streit und Zwist aus der Welt zu schaffen. „Man sollte also auf Friedensangebote der Kollegen eingehen.“

Meine Omma würde sich in dem dehydrierten Zustand sicher keinen anzüglichen Witz merken können, allerdings würde ich da bei Mehmet mit einem Mohammedwitz trotzdem vorsichtig sein; im Falle des Falles würde ich sicher auf ein Friedensangebot eingehen.

Wenn man das Folgende liest, dann denkt man eher an eine lästige Gewohnheit, die aus Angst in eine Zwangshandlung übergegangen ist.

Wieder zu Hause verrichte ich schnell das Mittagsgebet. So langsam macht sich auch der Hunger bemerkbar: Der Magen knurrt, die Müdigkeit wird stärker und Kopfschmerzen melden sich

Und wer wie ein Mesut Özil all die Ausnahmen beherrscht, weil er ja für Deutschland in eine Art Krieg ziehen muss, obwohl er eigentlich lieber mit den Osmanen ziehen wollte, der kann sich der Pflicht entledigen. Der kann auch nach Mekka in Urlaub fliegen oder statt Nationalhymne Koransuren brabbeln um Allah zu gefallen. Manche müssen wahrscheinlich nur noch die richtige Ausrede finden.

Da der Ramadan mit nachts futtern, tagsüber fasten eher dem damaligen Kriegsgeschehen geschuldet ist, dann müssten doch Frauen eigentlich doch gar nicht fasten, denn im Durchschnitt nimmt man in der Zeit zusätzlich sogar zu.

Muss mich wirklich interessieren, ob sich jemand von irgendwoher entschieden hat, tags zu fasten, nachts zu futtern? Das interessiert mich ja bei einem Christen nicht mal, ob der fastet. Auch nicht, ob jemand gerade eine Diät macht und Heißhunger hat.

Und wenn einer dann auf der Baustelle vor Wassermangel zusammensackt, dann stellen all die Jungs von der Eisenflechtergilde die Arbeit ein, hocken sich zu ihm und halten ihm die Hand, weil sie so toll Mitleid haben, weil sein Mondgott das so angeordnet hat.

Mal ehrlich. Wenn wir den ganzen Ramadan-Zinnober einfach ignoriert hätten, dann würden wir uns zwar über manchen nächtlichen Ranbazamba wundern und einem von denen eine Leberkässemmel zur Stärkung unter die Nase halten, aber dann hätte es auch keinen Grund gegeben, uns mit Gewinsel und Wehleidigkeit überhaupt abzugeben, weil es uns nicht aufgefallen wäre.

 

 

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3 Gedanken zu “Ohne Ramadan kein Jammer dann.

  1. […]Man sollte nichts zu trinken oder essen anbieten.[…]
    Also so:?
    Wos is Ali, mogst ned doch e Hoxn un a Weisse?
    […]Also keine anzüglichen Witze machen[…]
    So:?
    Ali, dusd du dei Oide pimpern wender eich obends dann vollgfresse und vollgsuffa hobt?
    Peace out, Ali, peace out 😉

    Gefällt 1 Person

  2. Mein Kater ist wahrscheinlich Mohammedaner.
    Tags schläft und fastet er, bei Einbruch der Dunkelheit wendet er sich an den einzigen Christen im Haushalt mit der Bitte, versorgt zu werden oder er geht beleidigt sich auswärts Magenfüllung zu besorgen.
    Nur wenn er mehrmals täglich sein Ritual erfüllt, sich streckt und verbeugt und sein Hinterteil gen Himmel streckt, geschieht dies selten gen Osten. Hängt wahrscheinlich mit der Polverschiebung zusammen.

    Gefällt 1 Person

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