Amnesie bei den Blockparteien.

Bei web.de heißt es:

Die Bundesregierung reagiert mit Unverständnis auf Aussagen des neuen US-Botschafters Richard Grenell. Dieser hat in einem Interview angekündigt, sich für konservative Kräfte in Europa einsetzen zu wollen. Ein Affront – weil Diplomaten eigentlich keine politische Stellung beziehen.

Gut. Die meisten Dinge die gemeldet werden, sind nach drei Tagen schon Geschichte, wenn man überhaupt groß davon erfahren hat. Das wissen auch Leute wie Ralf Stegner von der SPD, die so tun, als hätten sie noch nie was vom BAMF gehört, obwohl sie sich schon vor drei Jahren über die Zustände dort aufgeregt haben. Und genauso ist es mit dieser Meldung. Böser Trump schickt bösen Botschafter, der böse Worte sagt, weil Botschafter sich generell nicht zu politischen Themen äußern sollen.

So jetzt macht euch mal locker im Regierungsblock. Zu Gerhard Schröders Zeiten war man ziemlich sauer, weil er sich weigerte, dass Deutschland sich am Irak-Krieg beteiligt. Und die Retourkutsche kam damals nicht von Bush selbst, sondern gezielt als Affront gedacht von seinem Botschafter in Deutschland Dan Coats. (hier, man beachte die Überschrift des Artikels; da traute man sich noch nicht zu pöbeln)

Der langjährige US-Senator, der als einer der konservativsten und einflussreichsten Politiker in Washington gilt, warnte vor dem Komitee, Deutschland müsse mehr als Rhetorik bieten, wenn es weiter eine zentrale Rolle in der Nato spielen wolle. Im Klartext: Deutschland müsse mehr Geld in die Reform und die Instandhaltung seiner Streitkräfte stecken.

Coats wies ferner auf die Gefahr hin, dass die geplante „Europäische Eingreiftruppe“ als Papiertiger enden könne. Dies, so Coats, müsse eines der Hauptthemen im kommenden Bundestagswahlkampf sein.

Na? Wenn der letzte Satz keine Einmischung in die Politik sein soll, was dann? Wenn nun ein US-Botschafter ankündigt, er werde sich für die konservativen Kräfte in Europa einsetzen, da dürfte sogar ein Helmut Schmidt zu seiner Amtszeit positiv gestimmt gewesen sein, als sich zur gleichen Zeit in Italien eine Regierungsbeteiligung der Kommunisten anbahnte (für die Jüngeren: da war Kalter Krieg) und gerade die zweite Generation der RAF in Deutschland ihr Unwesen trieb. Auch zu Kohls Zeiten wäre so eine Aussage wie die Grenells wohlwollend hingenommen worden, schließlich war die CDU damals noch eine konservative Partei.

Nun hat nicht der Botschafter, sondern ein Barack Obama der Merkel 2016 verliebt ins Ohr gehaucht:

Ich bin stolz darauf, dass Angela meine Freundin ist.

Für die umstehenden Parteifreunde hatte sich seit Bush augenscheinlich nichts geändert. Wenn sich allerdings ein verkappter NWO-Kommunist und eine grün angehauchte ehemalige FDJ-Sekretärin in den Armen liegen, dann schauen sie sich tief in die Augen und sind sich einig, niemals mehr das Wort „konservativ“ in den Mund zu nehmen.

Und weil die Worte so süß klangen, konnte aber auch der damalige Botschafter Obamas, John B. Emerson, nicht widerstehen, sich bei der Teflon-Merkel anzubiedern:

Es liegt mir fern, einer der erfolgreichsten Politikerinnen in der deutschen Geschichte Ratschläge zu erteilen. Aber ich kann so viel sagen: schleim… schleim… schleim, aber in den Vereinigten Staaten wird sie enorm bewundert.

Die Welt: Trump hat Merkels Flüchtlingspolitik als „katastrophalen Fehler“ bezeichnet. Sehen Sie das ähnlich?

Absolut nicht. Sie hat außergewöhnliche moralische Führung gezeigt, als sich an Deutschlands Grenzen eine humanitäre Krise zuspitzte. … schleim… usw…bla, bla

Ich finde, wenn das der Botschafter von Peru sagt oder der von der Mongolei, dann ist das zwar nett aber nicht sehr gewichtig, wie das dann die EU am Ende sieht. Wenn es aber von einem Land kommt, für die jedes Problem ein Nagel ist, weil sie selbst der Hammer sind, dann war das damals nur ein Zeichen aus den USA, dass man die Invasion gutheißt.

Nun hat der neue US-Botschafter Richard Grenell zwar nicht so klare Worte zur Merkelschen Flüchtlingspolitik gewählt wie Donald Trump, er sagte nur, dass er die konservativen Kräfte unterstützen werde, die diese Politik ebenso bescheuert finden wie der amerikanische Präsident.

Da sind die links-grünen Weltenretter und EU-Vasallen natürlich sauer, wenn es ihnen mal einer richtig brühwarm aber vorerst noch verklausuliert ins Gesicht sagt, dass es in Europa nicht nur Parteien gibt, die Europa vor lauter Humanismus mit Halali gegen die Wand fahren wollen, und nicht weil es generell ein Affront wäre, wenn ein Botschafter sich politisch einmischt.

 

 

 

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2 Gedanken zu “Amnesie bei den Blockparteien.

  1. Die deutschen sind ja auch berühmt-berüchtigt dafür, sich nicht bei anderen einzumischen. Hatte Außenminister Sigmar Gabriel nicht seinerzeit Trump im Wahlkampf beleidigt? Und bei Israel hält man sich auch total zurück. Man finanziert nur die ganzen Tunnel und Raketen. Bei den Polen und Ungarn micht man sich auch fast gar nicht ein.

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