Münchens Patrioten.

Als ich Radio gehört habe, dass Seehofer intern gesagt hat, er könne mit dieser Frau nicht mehr zusammenarbeiten, da war ich bestärkt, dass ein Funke der Patrioten aus dem Osten auch auf München überspringt. Denn wenn über 60% die Vorschläge Seehofers teilen, und ich persönlich niemanden kenne, der diese Frau noch sehen kann, da erwartete ich, dass zum „Tag der Patrioten“ mehr Leute als sonst den Mut haben, an einer Demonstration teilzunehmen. Ich dachte, dass viele sich nicht nachsagen lassen wollen, sie wären nicht gegen Merkel auf die Straße gegangen, wenn sie ihren Abgang macht. Mich interessierte aber auch die Zusammensetzung der Gegendemonstranten, die ja in München immer als „breites Bündnis“ aus staatlichen und halbstaatlichen Organisationen auftreten, und wollte ein paar Photos machen.

Mit meinen Erwartungen bin ich aber mehr als daneben gelegen! Zum geplanten Beginn der Demonstration am Siegestor in München, fanden sich genau sechs Personen ein, von denen ein Teil zu den Veranstaltern gehörte. Mehr Polizeiwagen als Teilnehmer. Das konnte man knicken, sodass ich kehrt machte und wieder zwei Stunden nach Hause fuhr. Auf dem Weg zum Auto und auf der Heimfahrt, berieselt durch BR5, stellten sich mir doch einige Fragen.

Da sah ich Ehepaare mit ihrem (vermutlich) einzigem Sohn in der Mitte an der Hand mit einem Trikot der Nationalmannschaft. Ich kann mich erinnern, dass es mal einen Bericht in unserer Lokalzeitung gab, dass es eine Versammlung von Eltern und Schulleitung gab, weil man mit der Qualität des Essens in der Mittagsbetreuung der Schule nicht zufrieden war. Da sollte es für 2,50€ ein Sternemenü sein. Jetzt haben in München gut 50% der Grundschüler einen Migrationshintergrund, da dürften die meisten einen arabischen Hintergrund haben. Wenn man die Verhältnisse in Berlin sieht, welche Probleme die deswegen haben, sodass Unterricht teilweise nicht mehr möglich ist, dann liegt das sicher nicht nur an dem maroden Schulsystem. Jetzt darf es ruhig halal sein, aber man rennt jetzt zum Klassenleiter und beschwert sich über die Unruhe in der Klasse, da könnte der Sohnemann niemals aufs Gymnasium. Der kann aber beruhigen, denn bevor man sich deswegen mit einem Anwalt der Eltern auseinandersetzt, gibt’s den Übertritt geschenkt, auch wenn das Kind nicht geeignet ist. Da ist es den Eltern aber egal, ob es überhaupt richtig scheiben oder rechnen kann, Hauptsache Gymnasium, was schert mich der Migrantendreck!

Und später finden es dann alle normal, wenn der Balg oder die Göre nach einem Laberstudium die Flatter bekommen wie in einem Interview auf bento (warum löschen die immer den schönsten Käse), weil sie jetzt zur Diplomarbeit „qualitativ forschen“ soll und kaum Ahnung von Mathematik hat. Solche Eltern gehen natürlich nicht auf so eine Demo.

In derselben Straße hockten dann junge Männer herum in Fußball-Shirt zum Vorglühen fürs erste Spiel der Deutschen bei der WM. Da passt es, dass die gerade verloren haben. Die dachten, man simuliert ein Spiel und gibt den Ball weiter, damit der Nebenmann weiterkämpft. Die dachten, weil sie Deutschland sind, jetzt macht man ein bisschen Tralala und gewinnt, damit man danach sagen kann, woran es bei den anderen gehapert hat. Ist ja zu nett! Diejenigen, die sich da am Biertisch womöglich über Özil und Gündogan aufgeregt haben, haben keine Zeit sechs Stunden vor dem Spiel 200 Meter zum Siegestor zu gehen, um mal zu zeigen, wofür sie stehen; nicht nur beim Fußball. Das WIR, wenn es erfolgreich ist, ist sozusagen nur die Deko für deren ich-zentriertes Leben. So jemand geht natürlich nicht zu einem „Tag der Patrioten“.

Alles ist für die nur durchschnitt, nett und selbstverständlich und wenn es weg ist, dann macht man halt was anderes, was Spaß macht. An solchen Sonntagen wie heute gingen die Münchner normalerweise in den Westpark um sich zu erholen. Doch jetzt sieht es laut einem Bericht so aus wie auf einem orientalischen Basar, wo der Ober-Macho seinen Familienclan ausführt. Da führen die Leute ihre Hunde, wie ich heute im Englischen Garten gesehen habe, zwischen sieben und neun aus. Wir sind multikulturell und der Park gehört allen. Da reichen ihnen die zwei ungestörten Stunden, die man uns noch übriggelassen hat. Solange man ihnen die zwei Stunden lässt, braucht es auch keinen „Tag der Patrioten“.

Auf der Heimfahrt kam dann das „interkulturelle Magazin“ auf BR5. Da berichtete man über mutige Schüler, die sich gegen Abschiebungen stellen, und sich vernetzt haben. Denn alle „SchülerInnen“ (der hat wirklich „gender“ geredet) und Asylanten haben das Recht auf Chancengleichheit. Chancengleichheit bedeutet für die, dass alle geistigen Defizite als Ungleichheit gelten und sich nicht auf das Erlangen eines Abschlusses auswirken dürfen. Der Verein heißt Bildung statt Abschiebung. Warum gründen wir nicht einen Verein Freibier statt Pilotenschein?

Da musste ich dann wegschalten. Dort kam dann eine „lustige“ Spielszene über die russische Fußballmannschaft. Ganz originell ging es natürlich um Doping, während man die russischen Akteure grunzen ließ in der Art slawischer Untermenschen. War sehr befremdlich. Woher kenn ich das bloß?

Am Schluss fällt mir nach so einem Tag nur der abgedroschene Spruch ein: Es muss noch schlimmer werden, damit es endlich besser wird. Dass „die Mannschaft“ heute verloren hat, könnte sich noch als Segen erweisen. Wir haben uns so lang als die moralisch Besten aufgespielt, dass sich heute alle anderen Länder ganz mächtig gefreut haben, dass die Mannschaft verloren hat. Unter Merkel sind wir inzwischen in allem, wo sich die Politik einmischt, Mittelmaß, außer in der Arroganz. Mit welchem Argument sollte man dieses Weib loskriegen, außer damit, dass man ein Patriot ist, der sich derer entledigt, die diesem Land Schaden zufügen.

5 Gedanken zu “Münchens Patrioten.

  1. Apropos WM: Wir haben gesündigt und bekamen promt zu hören, das sei die „teuerste WM aller Zeiten“. Die sind da wohl einfach ins Archiv gegangen.

    Es gehört zwar wieder nicht hierher aber in die Zeit von „Putins Spielen“ … Moment, falsches Jahr … „Putins WM“.

    Vielleicht ist dies etwas unter dem Horizont geblieben:

    „Ich hoffe, dass es nicht zu solchen Provokationen kommen wird. Falls dies passiert, wird es aus meiner Sicht sehr schwere Folgen für die ukrainische Staatlichkeit im Ganzen haben“ (07.06.2018)

    https://de.sputniknews.com/politik/20180607321052753-putin-wm2018-provokation-donbass/

    Für die dem zugrunde liegende Frage darf man – mit der gebotenen Vorsicht – durchaus eine gewisse „Nachhilfe“ annehmen, zumal das Vorstehende später (13.06.) Preskow auf seine typische diplomatische Art bekräftigt hat:

    https://de.sputniknews.com/politik/20180613321143048-peskow-putin-donbass-fragerunde-antwort/

    Nun kann man da sicher viel heruminterpretieren – wir meinen, „da hat der Bär doch recht unwillig gebrummt“:

    „Treibe es nicht zu weit – Schwesterchen, sonst bringe ich Dir bei, was Familie heißt, und die kläffende Meute räudiger Köter an meiner Westflanke ist zwar lästig, aber sie hält mich da nicht auf.“

    Übrigens, das müssen wir jetzt auch noch los werden – es paßt doch zu schön:

    Wir Menschen können ja oft mit dem „Siegen“ nicht aufhören (man nennt das wohl zu recht „siegestrunken“).
    Von Zeit zu Zeit vergewissern wir uns daher unseres „grandiosen Sieges“ gegenüber demjenigen Getier, dem wir einst – von Fall zu Fall – als Nahrung dienten.
    Die einer oder andere Spezies mag sich da mit Wehmut an „selige Zeiten“ erinnern – heute fallen wir ihnen eher selten und meist infolge einer uns eigenen dümmlichen Arroganz zum Opfer.

    Interessanter Weise lassen wir unsere Überlegenheit solchem Getier mittels einer ähnlichen, ja prinzipiell gleichen, Methoden spüren, wie wir sie oft gegenüber Angehörigen unserer eigenen Spezies anwenden.
    Bezüglich letzterer sprechen wir da von „Manipulation“ oder „Propaganda“ – erstere „dressieren“ wir.

    Nun „erinnert sich“ ein, einer solchen Behandlung unterworfenes, Raubtier gelegentlich tatsächlich an besagte „selige Zeiten“, was die Sache für uns nicht ganz ungefährlich macht.

    Jedoch – solches kam uns vor längerer Zeit zu Ohren – gibt es da etwas, was uns zu recht einen Bären mehr fürchten lassen sollte:
    Der Tiger, der Löwe oder der Panther geben einem Dompteur rechtzeitig zu verstehen, wenn sie nicht mehr „mitspielen wollen“, also im wahrsten Sinne des Wortes die „Schnauze voll haben“ – der Bär – da offenbar besonders perfide und rachsüchtig – tut das eher nicht.

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  2. Vor kurzem hatte ich auf PP kommentiert, dass zum international beworbenen Frauenmarsch in Berlin weniger Teilnehmer kamen, als zu einem Kreisklassespiel in Hintertupfingen. Die meisten Waehler denken nur: Hauptsache ICH krieg noch Rente, nach mir die Sintflut.

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  3. Oh verdammt. Ich muss zugeben, ich hatte den Tag der Patrioten nicht auf dem Schirm. Einfach nicht mitgekriegt. Ich lese nun wirklich viele nicht-linke Quellen. Ging es nur mir so?

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