BBC macht auf DDR-Humor.

Eigentlich hätte den richtigen Comedians -ich meine nicht die staatlich gelenkten wie Welke- nichts Besseres passieren können. Der Chef des BBC hat angekündigt, da der britische Humor für das Fernsehen nicht mehr zeitgemäß sei, dass in ihrem Sender in Zukunft „gegendert“ und „diversiviziert“ wird und die Sketche die Vielfalt der britischen Gesellschaft widerspiegeln sollen. Er richtet sich gegen den typisch englischen Humor etwa von Monty Pythons den Machern von „Das Leben des Brian“ oder „Ritter der Kokosnuss“ dem man Jahrzehnte die Stange gehalten hat. Der Mitbegründer von Monty Python, John Clees, hat schon entsprechend zurückgeschossen.

We were remarkably diverse FOR OUR TIME. We had three grammar-school boys, one a poof, and [Terry] Gilliam, though not actually black, was a Yank. And NO slave-owners.“

“We were never ashamed to reveal the more feminine side of our personalities. And… to demonstrate solidarity with all suffragettes, 91.6% of the people we ridiculed were male (in the old-fashioned sense, that is.”

Er wehrt sich gegen rassistische Vorurteile gegenüber seiner Comedy-Gruppe, denn sie wären für ihre Zeit bemerkenswert vielfältig gewesen, denn sie bestanden aus drei Gymnasiasten, eine Schwuchtel und Gilliam war, obwohl er nicht wirklich schwarz wäre, ein Yankee und kein Sklavenhalter.Sie hätten sich nie geschämt ihre weiblichere Seite zu zeigen, indem sie in Solidarität mit den Suffragetten zu 91,6% Männer verarscht hätten.

In diesem Satz wird deutlich, dass der Schuss nach hinten losgehen könnte, indem die Macher von Sketchen nun zwar auf Diversität setzen, aber vorsätzlich davon ausgehen, dass Moslems, SJWs oder Feministinnen ebenso viel Humor haben wie die bösen weißen Männer. Diese Art des Humors dürfte aber den Vorstadtbühnen und Pups vorbehalten sein, am besten gleich unter Polizeischutz, denn diejenigen, die am Tropf der BBC hängen. würden sich sicher nicht gegen diese Vorgabe stellen, um nicht ihren Job nicht zu verlieren. Das würde aber den Regierungs-Spaßmacher Oliver Welke trotzdem in Bedrängnis bringen, denn schließlich richten sich seine „Witze“ sogar zu über 90% gegen weiße Männer: AfD-Abgeordnete und deren Wähler, Trump, Putin und die restlichen deutschen Spießer. Da kann er sich höchstens noch darauf hinausreden, dass Alice Weidel lesbisch ist.

Gibt es für einen Comedian eine bessere Steilvorlage, als gezwungen zu werden, den ganzen Gender-, Sternchen- und Diversityirrsinn bloßzustellen? Allein die Auswahl der Akteure lieferte Stoff genug. Man stelle sich einen banalen Bundeswehrwitz vor, bei dem im Hintergrund die ganze Vielfalt der Welt angetreten ist: Kleinwüchsige, schwarze Massai, Rollstuhlfahrer, Olivia Jones, ein Selbstmordattentäter und eine rothaarige SED-Funktionärin.

Mit Hinweis auf Monty Python selbst könnte man Zeichentrickeinspieler naiver Machart bringen, wie in Ritter der Kokosnuss. Die konnten sich mangels Budget, keine echten Pferde und Rüstungen für eine Szene leisten und behalfen sich mit dieser Lösung. So könnte man sich darauf berufen, dass der Markt mit schauspielernden Ureinwohnern, Transen und Behinderten durch die Diversity-Vorgabe inzwischen leergefegt sei.

Die humorlosen Schabracken aus der Feministenszene dürften aber mit der BBC eine Vorzensur durchführen, damit die ganzen verletzlichen Schneeflöckchen nicht auch noch Gegenstand eines Witzes werden. Für die Fernsehmacher dürfte es ebenfalls billiger und ungefährlicher sein, Witze über Ramadan und Mohammed (was haben wir gelacht!) auszusieben. Dabei wäre schon allein das Vorlesen einer Fatwa oder einer Magisterarbeit von islamischen Universitäten ein Kracher.

Was dann noch übrig bleibt, ist nicht mehr ein Abbild der Gesellschaft, sondern ein gestelztes Potpourri, in dem allen Verletzlichkeiten und der Political Correctness Rechnung getragen wird, sodass am Ende wieder die bösen weißen Männer lächerlich gemacht werden müssen, weil die die einzigen sind, die das ohne psychischen Schaden aushalten.

Die Vorgabe wie Humor auszusehen hat, gab es zuletzt in der DDR und dem restlichen Ostblock. Dass die BBC nun wieder das Gleiche versucht, könnte zu einem Running Gag werden, der sich durch alle Sketche zieht, indem man die Vorgaben einfach bewusst stümperhaft umsetzt. Zum Beispiel einen Sketch nochmals neu beginnt, weil man im Verweis darauf die Akteure tauschen müsste, weil schon im letzten der Neger verarscht wurde.

Das dürfte aber nur in der Anfangsphase möglich sein, bis auch alle eingenordet sind, dies zu unterlassen. Am Ende werden sich der Witz und die Satire, die uns auf hintergründige Weise die Zustände in der Gesellschaft und der Politik erhellen, wieder auf die Straße unter die Normalbevölkerung zurückziehen. Man ist dort immer gewahr, dass der Denunziant mithören, weshalb man dann wieder einen kurzen Blick über die Schulter richtet, bevor man den Witz mit gedämpfter Stimme zum Besten gibt.

Auch lesenswert: Kohnens Schrei nach Anerkennung

 

 

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5 Gedanken zu “BBC macht auf DDR-Humor.

  1. Die Attentäter vom Charlie Hebdo Massaker haben gewonnen. Ich erinnere mich, dass ich einen alten Bekannten direkt nach dem Attentat wiedersah und, als ich das Thema ansprach, sagte er, „Mir ist das auch zu viel.“ Ich meinte, wie „zuviel“. Er: Na, dass die jetzt alle auf „Je suis Charlie“ machen und die ganzen Politiker protestieren.

    Da ist meine Sicherung rausgeflogen. „Zu viel“ war nämlich nicht das Attentat auf den koscheren Supermarkt am gleichen Tag. „Zu viel“ war nicht die Dreistigkeit der Muslime. „Zu viel“ war auch nicht, dass bis auf die FDP alle Politiker betonten, dass Blasphemiegesetze doch sinnvoll seien. „Zu viel“ waren die paar Lippenbekenntnisse für die Freiheit zu lachen.

    Plötzlich saß ich diesem Homosexuellen gegenüber, für dessen Möglichkeit zu heiraten ich mir den Mund fusseling geredet hatte, und verstand, dass er für Israel, für koshere Supermärkte und für (jüdischen und nichtjüdischen) Humor sich nicht die Finger schmutzig macht. Da war ich satt. Den hab ich nie wieder gesehen.

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  2. Es stellt sich doch die alles entscheidende „Quizfrage“ : Warum?
    Warum kann ein so abgrundtiefer Schwachsinn in einer ach so freiheitlichen, demokratischen Grundordnung so „raumgreifend“ Bedeutung erlangen.
    Wir glauben nicht, daß diese penetranten DDR-Vergleiche, so nahe liegend sie auch erscheinen mögen, für die Beantwortung dieser Frage hilfreich sind, zumal sie die sich wohl ausbreitende Ansicht befördern, die DDR habe, entgegen der unbestreitbaren, nicht zuletzt ökonomischen Tatsachen, die BRD „übernommen“. Wer das glaubt, ist, mit Verlaub, einfach nur dämlich.

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