Systemmedien: Wir machen die Wahrheit für Zielgruppen passend.

Die deutschen Parteien müssen inzwischen mehr Anstrengungen unternehmen Stammwähler zu halten als neue hinzuzugewinnen. Natürlich richtet ein Bürger sein Wahlverhalten darauf aus, wie er selbst von politischen Entscheidungen betroffen ist bzw. welche Informationen er über bestimmte politische Bereiche hat. Ich meine, dass im Streit zwischen Merkel und Seehofer die Medien fast schon massenpsychotische Wirkungen berücksichtigen, um Bürger in ein bestimmtes Verhalten zu drängen. Wer sich heute in seinem bevorzugtem Medium über seine eigene Meinung zur Flüchtlingspolitik im Verhältnis zum Rest der Bevölkerung informiert, der wird weitgehend feststellen, dass er in seiner Meinung bestätigt wird. Wer allerdings alle Zielgruppen und politischen Richtungen der Medien abgrast, der wird Erstaunliches feststellen.

Nimmt man die immer noch Merkeltreuen, die offene Grenzen befürworten, dann findet man sie zum Beispiel auf bento. Denn die sagen über ihre Zielgruppe.

Jung, urban und gebildet! Menschen, die zwischen 18 und 30 Jahre alt sind und deren Zuhause das Internet ist sind die Zielgruppe von bento.de.

Also junge Stadtbewohner, überwiegend Studenten. Hier gibt es eine Umfrage, dass 75% eine europäische Lösung befürworten. Da einfach angenommen wird, dass Seehofer eine europäische Lösung ablehnt, erscheint hier eine entsprechende Zustimmung zum Merkelkurs. Es liegt also womöglich an der Fragestellung, dass DER SPIEGEL, von dem bento ein Ableger ist, eine Umfrage in Auftrag gegeben hat, in der es heißt:

Laut einer Kantar-Public-Umfrage für den SPIEGEL unterstützen 57 Prozent der Befragten Horst Seehofers Migrationsplan.

Also schon wesentlich weniger die Merkel unterstützen. Im Münchner Merkur, also in Bayern, wo im Herbst Landtagswahlen sind, heißt es:

Dort befürworten fast 71 Prozent der Menschen einen Bruch der großen Koalition im Bund, wenn sich die CSU nicht mit ihrer Forderung durchsetzen sollte, künftig jene Flüchtlinge an der Grenze abzuweisen, die bereits in einem anderen EU-Staat registriert worden sind.

Hier braucht sich also der Befragte den jeweiligen Kurs von Merkel bzw. Seehofer nicht zusammenreimen, weil er ihnen nur bruchstückhaft bekannt ist, sondern es wird direkt die Forderung Seehofers in der Fragestellung genannt. Womöglich kommt diese Umfrage, auch wenn sie sich nur auf Bayern bezieht, der Bürgermeinung am nächsten, weil ja nach einem konkreten Vorschlag gefragt wird. Bemerkenswert ist, dass ja die studentischen Zielgruppen, also diejenigen, die meist SPIEGEL oder sogar bento lesen, ein ganz anderes Ergebnis suggeriert wird, die Meinung in den großen Städten München und Nürnberg also eine andere sein dürfe wie im Rest des Landes. Ich denke, dass es wie schon gesagt mit dem Versuch zusammenhängt, wenigstens die Stammwähler zu halten. Junge Leute sind noch nicht so „sturköpfig“ wie ältere. So reagieren sie stärker auf informative Einflussnahme:

Der Begriff besagt, dass wir in bestimmten Situationen, die unterschiedlich gedeutet werden können, andere Menschen als Informationsquelle benutzen. Wenn wir selbst nicht genau wissen, was zu tun ist, orientieren wir uns am Verhalten anderer.

So entsteht womöglich auch der scharfe Kontrast, wenn nicht gar Feindseligkeit, bei Demonstrationen wie „Wir sind Kandel“ in größeren Städten. Menschen aus dem ländlichen Raum, die ihre Meinung von den Medien gestützt sehen, reisen dazu in größere Städte an und sehen sich Studenten gegenüber, deren gegensätzliche Meinung laut ihren bevorzugten Medien ebenfalls die Mehrheit hat. So entsteht eine unverbrüderliche Situation, weil man ja laut angeblicher Mehrheitsmeinung jeweils recht hat.

Wenn die ÖR-Medien in jedem Nebensatz oder jeder Wortwahl versuchen, eine bestimmte Agenda zu verbreiten, dann kann ich nicht glauben, dass man nicht durch eine gezielt modulierte Fragestellung an bestimmte Zielgruppen, ein bestimmtes Ergebnis bei einer Umfrage generieren wollte. Wer sich in seiner Meinung bestätigt sieht, der wird kaum nach abweichenden Ergebnissen suchen. Alle anderen schon. So fühlen sich am Ende alle im Recht, weil sie eben das selektiv wählen, was ihnen als Ergebnis zusagt. Es dürfte aber den wenigsten auffallen, dass man durch unterschiedliche Fragestellung, entsprechend zu verschiedenen Ergebnissen kommt, obwohl alle den gleichen Sachverhalt vermuten lassen.

Ich gehe nicht soweit, den Medien vorzuwerfen, dass sie eine Spaltung innerhalb der deutschen Bevölkerung vorantreiben wollen, obwohl das für manche ein willkommener Nebeneffekt sein dürfte. Nachdem die SPD bei den meisten Medien wie Tageszeitungen, Magazinen und im ÖR (da noch durch GRÜN verstärkt) ihre Finger drin haben, denke ich, dass die gar nicht das intellektuelle Niveau haben, soweit zu denken.

Bei der Sonntagsfrage, wen man bei der nächsten Bundestagswahl wählen würde, da können schon zwei Prozentpunkte die ganze Parteienlandschaft in Bewegung bringen. Mit 2% Plus und 2% Minus bei AfD bzw. SPD und ein Absacken der CDU/CSU unter 30% bei gleichzeitigem Anstieg bei den GRÜNEN um den gleichen Wert, bekäme die AFD einen ungeahnten Aufwind, während die SPD endgültig in die Bedeutungslosigkeit als Volkspartei versinkt. Umgekehrt würden die Medien von einer Beruhigung der politischen Lage sprechen, die Wähler wollen Stabilität und die Ränder verlieren an Bedeutung.

Nun meldet n-tv in ihren Schlagzeilen begeistert „Einigung in Europa“ und „Europa stützt Merkel“. Wie hat sie es nur wieder geschafft? Indem man heiße Luft als Durchbruch verkauft -wer liest schon den genauen Wortlaut-, weil alles auf Freiwilligkeit und Wunschvorstellungen beruht und man Dinge aufwärmt, die schon seit Jahren nicht funktionieren. Was sollte auch ein Fernsehsender andres als Erfolgsmeldungen berichten, der zu Bertelsmann gehört, wo die beste Freundin Merkels, Liz Mohn, im Aufsichtsrat sitzt. Das ist wie zurück zu den Wurzeln der Wochenschau vor einem Viertel Jahrhundert, wenn es heißt:

Heinrich Mohn war Förderer der SS und wollte aus seinem Unternehmen einen nationalsozialistischen Musterbetrieb machen. Während des Krieges wurde der C. Bertelsmann Verlag zum größten Lieferanten der Wehrmacht, noch vor dem Zentralverlag der NSDAP Franz Eher.

Zuträger für die Mächtigen zu sein, liegt da also sozusagen in der Familie. Da kann man auch mal eine Umfrage passend machen.

Die politische Meinung zur Flüchtlingsfrage ist aber wie ein großer Tanker. Die Systemmedien versuchen ihn auf Kurs zu halten, was ihnen durch die obige Methode noch gelingt. Dass er den Kurs schon geändert hat, zeugt von einer kräftigen politischen Bewegung in Deutschland, die auch die Medien trotz aller Manipulation nicht mehr leugnen können.

 

 

 

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6 Gedanken zu “Systemmedien: Wir machen die Wahrheit für Zielgruppen passend.

  1. Das einzig gute an dem Mediensblabla um ein Nichtthema, ist dass ich auf meinem Blog Artikel zum allgemeinen Stand der Kultur veröffentlichen kann.

    https://goldsteinweb.wordpress.com/2018/06/29/combat-of-the-thirty/

    Das ganze Seehofertheater nervt mich. Leute in die Länder zurückzuschicken, wo ihre Asylanträge schon bearbeitet werden ist keine Forderung. Mir ist egal, ob das durchgeht oder Seehofer in Bayern weiterwurstelt, während Merken in BRD weiterwurstelt.

    Und die Drehtürlösungen für Rücknahme von Türkei oder jetzt Griechenland und Spanien interessieren mich auch nicht. Immateriell.

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    1. Ja. Das ist eine Nullforderung, sondern sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Was passiert mit denen, die sich nicht registrieren, sondern einfach weitermarschieren. Und was passiert mit denen, die behaupten in De jemanden zu kennen. Zudem müsste ich ein rigeroses Grenzregiment einrichten. Wenn ich das aber habe, kann ich aber Dublin konsequent anwenden und keinen rein lassen.

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