Links-Journalismus: Die Blase platzt!

Der Blogger Benjamin Goldstein postete ein sehenswertes Video des Projekt Veritas über die mangelnde Neutralität der Medien in den USA. Sie kommentieren einige Stimmen von Mitarbeitern des Fernsehens und der New York Times. Dort meinte der Public Strategy Editor, Nick Dudich, er hoffe, er könne seine Position dazu nutzen, dem Präsidenten (Trump) das Leben so schwer wie möglich zu machen. Und weiter.

„Ich bin objektiv!“ – „Natürlich nicht, sonst wäre ich nicht hier.“

Der Chefherausgeber Deam Baquet nannte die Mitarbeiter von Projekt Vertitas „verabscheuungswürdig“, weil sie Journalisten dazu gebracht hätten, dass sie die Wahrheit sagten. Eine andere Mitarbeiterin meinte, jeder Journalist sollte ein tiefes Verlangen haben, die Welt zu einer besseren zu machen. Der Macher des Videos widerspricht dem, denn nicht die Journalisten sollen die Welt zu einer besseren machen, sondern die Menschen brauchen wahrhaftige Information von ihnen, damit diese Welt zu einer besseren zu machen.

Goldstein gibt dazu folgenden Kommentar. (Übersetzung)

Aus meiner Sicht können Medien nicht neutral sein. Jeder sucht nach Informationen, die seinen Fall begründen. Es gibt nur ein Problem, wenn Menschen in ihrer Berichterstattung unehrlich werden und wenn sie ihre Positionierung nicht kommunizieren. (…)

Goldstein positioniert sich in „about“ ebenfalls:

Goal of this blog is to translate the desastrous political situation in Germany (and the EU) in a way that it can be understood from outside. There are language  and cultural barriers to overcome.

When I write about free speech (freedom of opinion), I mean it. I believe in the definition of the US Supreme Court that polical speech is core free speech and deserves most protection. I don’t believe in the colloquial German definition that a state, a majority, a church or some other authority comes to decide what is ‘still covered’ by free speech and what not.

Da dürfte er kaum Chancen haben auf eine Stelle bei den Regierungssprachrohren der SZ, der ZEIT oder der ÖR-Medien. Wenn ich angelogen werde, dann will ich gar nicht mehr wissen wie der positioniert ist, denn der ganze Mainstream-Journalismus zerbröselt ohnehin gerade. Darauf will ich mal kurz eingehen.

Bei RUBIKON schreiben über 100 Autoren und nennt sich selbst unabhängig. Nun kann man bei so vielen namhaften Autoren sicher von einer Meinungsvielfalt sprechen. Wenn man die ausgewiesenen Fachleute vom Format eines Ray McGovern, Daniele Ganser oder Rainer Mausfeld wegnimmt, dann fallen zwei Dinge auf: Zum einen ist ein großer Rest entweder in einer linken Partei oder engagiert sich gesellschaftlich „links“, zum Beispiel in Migrantenvereinen oder „multireligiösen“ Projekten u.a. Dazu sind es ausschließlich Geisteswissenschaftler.

Natürlich trifft letzteres auch auf die Meinungsmacher des ÖR-Fernsehens und der großen Tageszeitungen, weil dazu schon eine bestimmte Ausbildung nötig ist, und die nennen sich bis auf wenige auch unabhängig. Das ist es, was den Bürgern so sauer aufstößt. Denn sie positionieren sich angeblich neutral, doch allein an der Themenauswahl, den Schlagzeilen und der Gewichtung erkennt man, dass hier nichts Anderes wie die linke Agenda der Blockparteien gepusht wird. Anti-Russland, Anti-Trump, für Abtreibung, für Feminismus, für EU, für Energiewende und alles was diese Agenda nicht stützt ist rechtspopulistisch. Das geschieht mit so einer Penetranz und Selbstgerechtigkeit, dass der Normalbürger schon angewidert ist, sobald er bloß das Gesicht eines Claus Kleber oder einer Karin Miosga sieht.

Inzwischen beklagen aber die großen Medienhäuser, dass sie den Bürger nicht mehr erreichen. Geisteswissenschaftler neigen im Gegensatz zum Gro der Bürger zu Selbstüberschätzung. Der gewöhnliche Facharbeiter mag in seinen Kenntnissen über Fußball und in seinem Fachgebiet auch dazu neigen, Geisteswissenschaftler tendieren aber dazu, gleich die ganze Welt verstehen und erklären zu können. Ein Politikwissenschaftler kann über die Politik Friedrich des Großen promoviert haben, kann aber locker in der ARD als „Experte“ für alles herhalten.

Wer sich aber von denen bisher nur in dem vorgegebenen Meinungskorridor bewegt hat, der hat anscheinend auf das falsche Pferd gesetzt. Die haben sich das so vorgestellt: Man wollte die Bürger nach und nach an die „Realität“ ihrer Agenda für eine bessere Welt bei gleichzeitiger Indoktrination gewöhnen, so dass das zu einem Selbstläufer wird, den sie dann nur noch selbstgerecht moderieren, im Verweis darauf, dass das ja schon ihre Visionen waren, wo noch keiner daran gedacht hatte. Doch die Bürger wollen einfach nicht (mehr). Was interessieren mich irgendwelche Unisex-Toiletten, wenn ich mir nicht mal ne Wohnung mit anständigem Klo leisten kann? Was interessieren mich Frauenquoten und Integrationspläne, wenn ich wo arbeite, wo weder Frau, noch Moslem je freiwillig auftauchen würden, was interessiert mich Feinstaub, wenn ich froh bin, dass mein alter Diesel nicht auseinander fällt, weil ich sonst nicht mehr zur Arbeit komme? Der Blogger Hadmut Danish beschreibt hier (und hier, hier) wie bei einer Veranstaltung den Journalisten die Themen ausgehen, weil einfach keinen mehr die Rechte von Homos, Geschrei um #metoo oder die vermeintliche Gefahr von rechts hören will. Wo es letztes Jahr bei polit-inkorrekten Zwischenrufen noch wütende Reaktionen aus dem Publikum gab, werden die heute zustimmend hingenommen. Da wurde ein Haufen Geld verschwendet und die Bürger haben gemerkt, dass das von den wirklich drängenden Problemen meilenweit entfernt ist, wenn sie nicht gar von denen mitverursacht wurden.

Unter den Augen von diesen links-verstrahlten Journalisten ist Tichys-Einblicke eine rechtspopulistische und verschwörungstheoretische Seite. Tichys-Einblicke positioniert sich als liberal-konservativ und es ist klar, dass sie fast ausschließlich die Blockparteien und die EU kritisieren, was ihnen die linken Journalisten vorwerfen, weil sie vor allem nicht gleich die Lösung anbieten.

Doch Journalist Wolfgang Herles bringt es im Mittagsstammtisch im BR (ab ca.8:00) genau auf den Punkt.

Noch nie waren Journalisten und Kabarettisten so regierungsfromm, Ich hätte mir den Schuss gegeben, hätte ich jemals sowas geschrieben. Journalisten und Kabarettisten müssen per se gegen die Regierung sein, denn sie sind eine Kontrollinstanz der Regierung. Anders ist es eine Perversion des Berufs (Berufsstandes).

Würden beide Gruppen ihren Beruf ernst nehmen, dann wäre die Forderung Goldsteins sogar hinfällig, dass man sich vorher positioniert, wo man politisch steht, denn es wäre ohnehin klar.

Der Kabarettist Maxi Schafroth hat den Schuss in dieser Sendung noch nicht gehört, gerade, dass er nicht noch sagt, er wolle das Publikum mit seinem Programm belehren. Er sagt, er parodiert den Heimatbegriff mit dieser Kleindenkerei und das populistische Fahrwasser in das sich die CSU begeben hat. Bei der Nachfrage, was denn nun „Kleindenkerei“ sein, kam er dann ganz schön ins Schwimmen (ab 12:00) und die anderen Gäste waren so nett, ihn nicht gleich vollständig zu zerlegen. Anstatt sich hier zu erklären, ist es ja eigentlich im Moment seine Aufgabe, den Finger in die linken multikulti Träume zu legen und in dem Moment, wenn das Pendel zu Heimat und Nation zurückschwingt, das ebenfalls aufs Korn zu nehmen, sobald die Entwicklung droht zu überschießen. Da braucht man sich nicht erklären, denn das wäre seine ureigenste Aufgabe als Kabarettist. Andernfalls betriebe er nur freiwillige Regierungspropaganda wie ein Oliver Welke.

In diesem Zusammenhang ist mir ein Satz aufgefallen in einem Artikel von Ulrich Teusch auf seinem Blog „augen-zu-und-durch“. Bei einer Kritik an einer Aussage des Journalisten Julian Röpcke auf RUBIKON, ich habe den Artikel selbst nicht gelesen, er hatte irgendwie eine Holocaust-Opfer angegriffen, die eine Dokumentation auf RT über ihr Leben zeigte, meinte Teusch, der auch für viele ÖR-Hörfunksender gearbeitet hat:

Wenn wir unseren existenziellen Kampf gegen das diabolische Putin-Regime siegreich bestehen wollen, können und dürfen wir uns solche Dummheiten, solche Fehler einfach nicht leisten.

Gewiss, Röpcke ist einer von uns. Und er wird einer von uns bleiben. Doch er hat der gemeinsamen Sache durch seinen unbedachten Angriff schweren Schaden zugefügt. Er hat uns – man muss es so deutlich sagen – einen russischen Bärendienst erwiesen.

Der Kampf mag ja ehrenwert sein, doch wie oben gesagt, ist das nicht ihre Aufgabe, sondern sie sollen objektive Informationen zur Verfügung stellen, damit die Bürger sich ein richtiges Bild über Putin machen können. Dass das nicht funktioniert, wenn in den ÖR-Nachrichten in jedem Nebensatz darauf hingewiesen wird, dass das Böse „möglicherweise“ mit Putin in Verbindung stehen könnte, müsste ihm inzwischen aufgefallen sein, schließlich ist er Professor für Politikwissenschaft. Das Volk lässt sich eben nicht mehr wunschgemäß aufhetzen.

Der Witz bei den ÖR-Medien ist dann noch der Versuch durch „Experten“ und Kommentare eine Meinungsvielfalt vorzugaukeln. Man hört dann sozusagen drei Mal das Gleiche. Witzigerweise hat nun der ARD-faktenfinder (das ist überhaupt der blödeste Name, wenn man deren Arbeit betrachtet) dementiert, dass die ARD den Rücktritt Merkels gefordert hätte, weil einer ihrer Korrepondenten dies in einer Sendung gesagt hat. Das nenn ich mal Positionierung.

Der linke Journalismus der letzten Jahre (die positionieren sich selbst weitgehend in dieser Ecke) hat dazu geführt, dass die Meinungsbildung nur mehr auf „linke“ und „rechte“ Information beruht -man denke an das Gezeter um die Herkunftsnennung von Straftätern- anstatt auf objektive und neutrale Information. Dass sich ein Journalist politisch positionieren müsste, das haben wir uns von denen aufdrängen lassen, dabei wollen sie sich nur als welche von den „Guten“ outen und gleichzeitig Freund und Feind innerhalb des eigenen Berufsstandes ausfindig und gegebenenfalls mundtot machen.

 

 

6 Gedanken zu “Links-Journalismus: Die Blase platzt!

  1. Vielen lieben Dank für die vielen Referenzen.

    Ich bin schrecklich. Ich hab gerade geschaut, ob dein Link zu einem Zitat eines Journalisten führt, der Tichys Einblick als verschwörungstheoretisch bezeichnet. Das tut es nicht. Ansonsten wieder ein klasse Text!!!

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    1. Christian Bommarius sah bei Tichy das Bestreben, das Eintreten von Bundesjustizminister Heiko Maas und anderen für die Menschenwürde als stasiartige Zensur abzuwerten, in einer „Kampfgemeinschaft“ mit der „rechtsradikale[n] Zeitung Junge Freiheit“, der „islamophobe[n] Achse des Guten“, der „rechtsextremen identitären Bewegung“, dem verschwörungstheoretischen Kopp-Verlag, dem „rassistische[n] Blog politically incorrect“ und „was sich derzeit sonst noch auf dem Markt intellektueller Unredlichkeit und trostloser Unanständigkeit tummelt“.[27]
      https://de.wikipedia.org/wiki/Tichys_Einblick
      Ich denke, dass der mit dem Wort „Kampfgemeinschaft“ genau das wollte, nämlich diese Attribute Tichys Einblicke anzuhängen. Das ist ja der Sinn von solchen Sätzen der Links-Meute.

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      1. Das stimmt. Oft wird auch nur insinuiert wie verrückt, um hinterher den schlanken Fuß machen zu können. Er würde natürlich auch gerne einfach sagen, dass Tichy ein Nazi sei, der einen zweiten Holocaust anzetteln will.

        Neueste Entwicklung bei ZEIT ist es jetzt tatsächlich aber aus den Püschen zu kommen und ganze Regierungen wie die italienische als rechtsextrem zu bezeichnen. Da ist das *wink wink* Wort Rechtspopulistisch nicht stark genug. Rom ist rechtsextrem. Es muss den Studis schon klar gemacht werden, dass das jetzt alles echt mindestens so schlimm wie der Holocaust sei. Aron Sperber hat mich gestern darauf aufmerksam gemacht, dass die WELT auch mal die Auffanglager in Libyan als „so schlimm wie KZs“ bezeichnet hat. Ja, es gibt da so gewisse Linke bei denen einfach schier alles schlimmer ist als Auschwitz. Nur wenn Gauland, der nun wirklich solidarisch mit Juden ist, Vogeldreck sagt, dann ist plötzlich die Hölle los.

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