Sichtbar machen, was besser im Dunkeln bliebe.

Es gab Zeiten, da war man darauf bedacht, dass nicht alles Private an die Öffentlichkeit gezerrt wurde. Nicht selten folgten auf das „Sichtbarmachen“ von Häresie, Ketzerei und vermeintlichem Hexenwerk das Verbrennen oder Kreuzigen. Obwohl es seit etwa 70 Jahren für Unzucht und Homosexualität weniger gewaltsam zuging, vermied man mit allen Mitteln, dass das nach außen sichtbar wird. Dann gab es eine lockere Zeit in den Achtzigern und Neunzigern, wo es schlichtweg keinen mehr interessierte, was jemand privat so treibt, außer es waren „Ratschen“ oder Denunzianten. In diese Zeit fällt eine Begebenheit, die mir ein Rettungs-Assisstent erzählt hat. Er überraschte einen älteren, freiwilligen Rotkreuzler, wie er sich in einer Altkleiderkammer mit einem Slip auf dem Kopf einen runterholte. Obwohl der noch bettelte, es nicht weiter zu sagen, war das ohnehin klar. Schulterzucken, ignorieren und niemand hat mehr ein Wort darüber verloren.

Heute strengen sich einige Gruppen furchtbar an, dass alles sichtbar gemacht wird, wofür man früher auf dem Scheiterhaufen landen konnte. Weil jetzt das so penetrant gefordert wird, habe ich das Gebiet mal abgegrast. Beginnen wir mit Frauen; und zwar die, die glauben, es müsste alles was sie tun und sagen, mit ihrer Vagina gepusht werden.

Da müssen natürlich die Leistungen von Frauen in der Wissenschaft veredelt werden. Da gibt es ein Video, wo man die Leistung der Ehefrauen von John Stuart Mill (Über die Freiheit), Mileva Maric‘, die Frau von Albert Einstein, und  die Frau des Mit-Entdeckers der DNS-Struktur besonders gewürdigt sehen wollen. Die Frau von Mill war Frauenrechtlerin und soll sein Werk maßgeblich beeinflusst haben. Ich hab‘ es gelesen und kann mich nicht an irgendwas mit Frauenrechten erinnern. Auch Wikipedia erwähnt sie nicht und so dürfte hier der Einfluss der Ehefrau eher gering ausgefallen sein. Mileva Einstein ist zweimal durch die Diplomprüfung gefallen, damit würde ich trotz der damaligen männlichen Dominanz in der Prüfungskommission trotzdem nicht angeben. Die Frau von dem, des Duos Watson/Crick, war Physikerin und beschäftigte sich vornehmlich mit Rötgenspektralanalyse. Crick/Watson verwendeten ungefragt die Analyse über die DNS. Und? Wahrscheinlich haben eben Crick/Watson etwas damit anfangen können, weil es im Gegensatz zu ihr die DNS Cricks und Watsons Fachgebiet war. Soll dem Zuträger der Ruhm gebühren? Ich kann mich nicht erinnern, dass man bei bestimmten wissenschaftlichen Errungenschaften von Männern immer an das Ding zwischen den Beinen gedacht hat. Drum heißt es auch Schrödinger-Gleichung, Heisenbergsche Unschärferelation oder Plancksches Wirkungsquantum. Das weiß jeder, mit welchem Namen das verbunden ist, auch wenn man den Namen weglässt, und dachte ans Geschlecht als letztes. Gab’s sogar Nobelpreise. Den hätte am ehesten Lise Meitner verdient gehabt und ihre wissenschaftliche Leistung ist so oder so besonders, nicht, weil sie eine Frau war, sondern sie war zufällig eine Frau.

Aber zumindest mitgemeint müssen Frauen sein, wenn sie schon nicht am Werk beteiligt sind. „Feministische Linguistinnen“ sinnieren darüber, ob sie in der „Ode an die Freude“ von Friedrich Schiller auch wirklich mitgemeint sind:

„Alle Menschen werden Brüder“ lege entweder die Interpretation nahe, dass Frauen keine Menschen seien oder dass sie sich vermännlichen müssten, um in den „Bruderbund“ einbezogen werden zu können, indem sie nicht „Schwestern“, sondern „Brüder“ würden.

„Die Interpretation legt nahe“; aber nur, wenn man nahe am geistigen Schwachsinn staatlich gefördert die Zeit totschlagen muss.

Dass man die Leistungen von Frauen in der Politik sichtbar machen will, halte ich inzwischen für kontraproduktiv. Der Schaden, den Merkel, Nahles, Schwesig und einige andere Frauen angerichtet haben, der sollte lieber unsichtbar bleiben.

Auch queer will sich sichtbar machen.

Die poststrukturalistisch Gebildeten unter den politischen Aktivisten betonen, dass der Begriff „queer“ sich gerade dadurch auszeichnet, dass er Identitäten nicht scharf abgrenzt, sondern dass seine Bedeutung sich ständig verschiebt. Er soll sichtbar machen, wie Machtverhältnisse Identitäten erst hervorbringen – natürlich auch in der Gruppe der Queers.

In der Politik bedeutet das wohl, dass die auf den Listenplätzen anderes Geschlecht haben, als die Direktkandidaten. Queer muss erst Kanzler werden, um sich mit dem richtigen Geschlecht zu outen.

Queer und Drogen ergeben zusammen dann Folgendes:

Während Feminismus eine Notwendigkeit im Hier und Jetzt ist, bietet der queer*feministische Ansatz darüber hinaus die konkrete Utopie jenseits der gesellschaftlichen Regeln zur biologischen Zweigeschlechtlichkeit. Queere Ansätze hinterfragen die Basis, auf der geschlechtliche Unterdrückung überhaupt passieren kann. Wie werden Geschlechter gemacht? Wen schließen sie aus? Wie kann die starre Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit unterlaufen werden? Der queere Ansatz ist für uns eine aktiv eingreifende Methode, scheinbare Selbstverständlichkeiten in alltäglichen Praktiken zu demontieren und darüber hinaus ein analytisches Werkzeug, um die kapitalistische Logik dahinter auseinander zu nehmen…

???

Lesben raufen mit Homos um mehr Sichtbarkeit:

Denn lesbische Frauen fühlen sich in der Gesellschaft zu wenig wahrgenommen – «dies nur schon im Vergleich etwa mit homosexuellen Männern», sagt Vereinsmitglied Petra Bleisch.Gehe es etwa um die Prävention sexueller Krankheiten, würden immer nur heterosexuelle Paare oder Schwule angesprochen – «uns Lesben spricht man oft gar keine eigene Sexualität zu», nervt sich Bleisch.

Muss es mich wirklich interessieren, wer von den Gleichgeschlechtlichen mehr Blasen zwischen den Beinen hat, weil er kreuz und quer vögelt und wie sie sich davor schützen? Will jemand wirklich für alle sichtbar machen, bei was und wo er sich das geholt hat?

Da sind die homosexuellen Männer noch die normalsten. Ich gehe mal davon aus, dass die Mach-mich-sichtbar-Schreier eher die Minderheit bilden. Vielleicht liegt es daran, dass die Männer, die erfolgreich sind, das nicht auf ihr „Schwulsein“ zurückführen und ihr Versagen auch nicht. Vielleicht liegt es eben daran, dass es eben Männer sind. Dabei sind die, die sich als Meinungsführer aufspielen, im Moment im Clinch mit den Lesben, weil die jetzt zwar fürs Sichtbarmachen Preise kriegen, dafür die Schwulen mehr staatlich geförderte Häuser für Schwule haben.

Wenn man dann plötzlich versucht, alle Mehrfachdiskriminierten auch noch sichtbar zu machen, wo es mehr Sichtbarmacher gibt als Diskriminierte, dann glaubt keiner mehr, dass das von denen selbst angestoßen wird.

lesben

Behinderte lesbische Migrantinnen? Warum nicht blauäugige, schwule Neger? Hier versucht man im großen Stil Quoten und Fördergelder abzugreifen, indem man immer neue diskriminierte Gruppen erfindet. Die Befeuerung sich zu outen, weil sich nur 30% der Schüler anders-sexuell äußern, liegt wohl daran, dass man den Tochterunternehmen ein paar Diskriminierte mehr zuschanzen will.

Die Migrationsindustrie hat da den Dreh raus. Man schafft es sogar förderungswürdige Angebote zu kreieren, wo es trotz millionenfacher Einwanderung keine Nachfrage geben dürfte. Wer geht schon zur „Trommelgymnastik für Migrantinnen“? Statt Teilnahmegebühr gibt’s dann dafür extra Fördergelder für geförderte Frauenberatungsstellen.

Wenn erst die Gender-fluiden ihren Fuß zwischen der Tür haben, dann wird es am Morgen keine Wetter-, sondern eine Geschlechtsvorhersage geben, wo es dann für die Heute-Diskriminierten eine Drive-In-Beratung auf dem Weg zur Arbeit gibt.

Obwohl es unter dem Suchbegriff „Dachschaden sichtbar machen“ 32000 Treffer gibt, geht es gegenwärtig noch um Schäden am Dachstuhl. Mit etwas Anstrengung der „Sichtbarmacher“ dürfte es aber bald förderungswürdige Treffer mit „Dachschaden und lesbisch“ geben.

 

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9 Gedanken zu “Sichtbar machen, was besser im Dunkeln bliebe.

  1. Lesben, die ihre Geschlechtskrankheiten sichtbarer machen wollen, sind der Knaller. Ich kann auch schwer so tun als hätte ich das Irre als Feminist nicht mitbekommen. Der planke Irrsinn. Vor allem … ich meine … ähäm.. Lesben, ja?!? Die sind typischerweise ein bisschen grauer als der Sänger Prince.

    Was mich stört ist der Trend zum Kindergarten-Aktionismus. Dragqueen Olivia Jones hat ein Kinderbuch geschrieben. Es gibt auch ganz wenige, die dem Widersprechen. Gabriele Kuby, die Neffin von Nobelpreisträger Werner Heisenberg, wird schon lange nicht mehr in Talkshows eingeladen. Manchmal findet die Autorin Birgit Kelle noch ins Fernsehen. Ansonsten wird das Thema Schwul am Kind unter Gutmenschen ausgehandelt. Ich will aber, das der Bub nicht „Tom wird Paula“ liest, sondern „Feuerwehrmann Tom löscht ein brennendes Haus“! Und dann hat man die ganzen CDU-Leute, die für ihre Karriere Positionen beziehen, sie aber nicht erklären können. „Ja, irgendwie Familienbild und so“. Schwul ist eigentlich wie Tod oder Bausparfinanzierung. Damit kommt man, wenn die Tante Krebs hat und die doofe Gans alles ans Tierheim vermachen will. Vorher braucht das Kind davon nichts hören.

    Für die Intersektionellen schlage ich die Gründung der Gesellschaft „International Society of Muslim Native-American Latin Lesbians of a Leg off“ vor. Die muss die Fördergelder dieser miesen Truppe von „Global Initialtive of Black Trans*genders of an Eye out“ abjagen.

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  2. […]Hier versucht man im großen Stil Quoten und Fördergelder abzugreifen, indem man immer neue diskriminierte Gruppen erfindet.[…]
    Das ist ja das Geschaeftsmodell welches ich auch schon beschrieb. Leute, die ausser Aktivismus nichts gelernt haben, muessen sich so etwas ueberlegen, weil sie sonst Putzen gehen oder Burger braten muessten. Die Fluechtilanten sind ja nicht die Ersten, die entdeckt haben wie einfach man den deutschen Steuertopf anzapfen kann, ohne dafuer einen Finger krumm zu machen.

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