Kleber und der Syrienkrieg: Immer dieselbe Platte.

Ich dachte schon, dass Syrien in den Nachrichten kein Thema mehr wäre, weil es den Kämpfern für die westlichen Werte aus Obama-USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland nicht gelungen ist, das Land in ihrem Sinne zu filetieren. Nun durfte das Moralgeschütz im heute-journal, Clausi Kleber, gestern wieder ran und berichtete aus der Stadt Daar’a, in der der Krieg den Anfang nahm. (hier ab 4:00)

Zusammenfassend wird folgendes Narrativ gebracht: Der Krieg nahm seinen Ausgang, weil Junge Leute verhaftet wurden, die regierungsfeindliche Parolen an Wände geschmiert hatten. (Was dann geschah wird wohlweislich ausgespart. Dazu unten mehr). Die syrischen und russischen Truppen haben die Stadt sturmreif geschossen, die Menschen und die „Rebellen“ flüchten nach Südosten und nach Idlib. Dann der entscheidende Satz:

In den zurückeroberten Gebieten bejubeln sie Assad; ob aus Überzeugung darf bezweifelt werden. Die Leute wollen erst mal ihre Ruhe, Frieden ist das noch nicht.

Zuvor darf noch ein Experte seine Meinung abgeben. Er bezweifelt, dass Assad die ausländischen Akteure befrieden kann.

Es grenzt an Verlogenheit, wenn eine Sendung, die, wenn es der Sache dient, sonst jede Kleinigkeit an die Öffentlichkeit zerrt und jede Wortwahl zu ihren Zwecken seziert, hier nun durch Weglassen und die passende Wortwahl immer die gleiche Platte verbreitet.

Der Konflikt nahm zwar ihren Ausgangspunkt in Daar’a, doch zu dieser Zeit waren schon Waffen und Unmengen an Proxykriegern des Westens über Jordanien nach Syrien eingesickert. Der eigentliche Beginn war der Beschuss von Protestierenden aus einer Moschee heraus und der nachfolgenden Beerdigung der Opfer.(diese und folgende Informationen aus dem Buch: Tim Anderson: Der schmutzige Krieg gegen Syrien,Marburg 2016) Das heißt sich dann auf Wikipedia:

Bei den Protesten wurde die al-Omari-Moschee als Organisationsbasis für Demonstrationen benutzt.

Schon während des Hama-Aufstandes 1980 durch Islamisten wurden nach der Niederschlagung 15000 automatische Waffen sichergestellt. Diesmal wurde die Waffen aus Saudi-Arabien an die Al-Omaari-Moschee in Daar’a geliefert. Nach der Verhaftung des Oppositionellen war Assad zu Reformen bereit. Der nachfolgende bewaffnete Konflikt richtete sich nicht gegen die Oppositionellen, sondern gegen die, die deren Bewegung infiltriert hatten und die Situation als willkommenen Anlass sahen, diesen Konflikt für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Schon 1982 stellte der US-Geheimdienst fest:

Die Syrer sind Pragmatiker, die keine Regierung durch die Moslembruderschaft wünschen.

Die islamisch-demokratische Bewegung stand aber der Moslembruderschaft nahe und fühlte sich durch die Vorgänge in Ägypten zuvor ermutigt. Diese Oppositionellen hatten also auch nicht die Unterstützung der breiten syrischen Bevölkerung. Kein Wunder, dass die Aufrufe zum „Tag des Zorns“ gegen Assad mit mehreren Versuchen nur wenige Bürger auf die Straße brachten. Dagegen gab es riesige Kundgebungen für Assad, die in den westlichen Medien einfach als Protestkundgebungen verkauft wurden.

Der Kopf der syrischen Moslembruderschaft Riyad Al Shaqa sagte, dass die

Revolution eine reinislamische sein wird und dass keine andere Sekte einen Anteil an seinem Erfolg haben wird.

Der US-Geheimdienst sah hinter ihr zusammen mit den Salafisten und Al-Kaida die treibenden Kräfte für den Syrienaufstand. (S.48). Alle syrischen Oppositionsbewegungen, die sich schon organisiert hatten, waren in keiner Weise islamistisch eingestellt. In den Monaten danach wurden unzählige syrische Soldaten und Polizisten aus dem Hinterhalt getötet, doch von der Assad-Regierung verschwiegen, um die Situation nicht eskalieren zu lassen. Gab es trotzdem Bilder von Toten wie in einem Krankenhaus, dann wurden sie von den westlichen Medien zu „Demonstranten“ umgemünzt. (S.51)

Der tunesische Dschihadist Abu Ausay gab später zu, dass er den Aufrag hatte, sunnitische Moscheen in Syrien zu zerstören und zu entweihen und Graffiti wie „Es gibt keinen Gott außer Bashar“ an die Wände zu sprühen.

Natürlich war die Situation ein willkommener Anlass für den Westen oppositionelle und terroristische Gruppen wie die FSA mit Waffen zu unterstützen und den Sturz Assads herbeizuführen wie es schon Jahre zuvor geplant war.

Vor diesem Hintergrund ist der heute-journal-Bericht nichts Anderes als Propaganda. Da flüchten nun die Menschen vor der russischen und der syrischen Armee zusammen mit den „Rebellen“ und immer wieder werden verschleierte Frauen interviewt. Kein Wunder, wenn die flüchten, denn sie können nicht wissen, dass die Islamisten den Konflikt aus der Oppositionsbewegung heraus inszeniert haben und die Angriffe nicht von Seiten Assads kamen. Darum immer der Spruch „Assad kämpft gegen das eigene Volk“. Der größte Teil der Syrer dürfte froh sein, wenn sich die ganzen Strenggläubigen, die vom Kalifat träumen, endlich verziehen. Das heute-journal verschweigt natürlich jegliche Parallele zu Aleppo und Homs. Die Stadt wurde in dem Sinn nicht belagert, sondern die Bewohner durfte nicht heraus und wurden als menschliche Schutzschilder von den Islamisten missbraucht. Dort sind die Syrer nach Ende der Kämpfe nicht etwa vor Assad davongelaufen, sondern freiwillig zurückgekehrt oder geblieben. Die ganzen Dschihadisten wurde freier Abzug gewährt und wurden jeweils mit Bussen nach Idlib gebracht, deren ganzen Anhänger hinterher. Da braucht keine voll-verschleierte Mutter winseln, wenn ihr Sohn im Kampf gefallen ist, wenn sie vormals im freisten Land des Nahen Ostens gelebt (abgesehen von Israel) hat und der Sieg in einen diktatorischen Gottesstaat führen würde. Klebers unterschlagen, dass nun auch Bewohner nach der Befreiung wieder von Süden her in die Städte und Dörfer zurückkehren. (tagesschau.de vermeldet dies) Die pro-Assad-Demonstrationen als Inszenierung zu sehen ist da wohl der größte Witz.

Und dann wird gewinselt, dass Idlib das gleiche Schicksal drohen könnte. Niemand verlässt gerne seine Heimat, doch den Bewohnern dürfte aufgefallen sein, dass Idlib inzwischen nicht mehr so aussieht wie das westlich geprägte Damaskus, sondern wie die Hauptstadt des Kalifats, nachdem man dort alle vertriebenen Dschihadisten samt Anhang hingekarrt hat. Da müssten sie es schon läuten hören, dass es besser ist, mal vorübergehend woanders Unterschlupf zu suchen. Vor allem, wenn die Türken, die vom neuen osmanischen Reich träumen, als Schutzmacht für Idlib auftreten.

Da darf dann wie gesagt noch ein Experte darüber faseln, ob es Assad gelingt, das Land und die ausländischen Akteure zu befrieden. Ausländische Akteure? Da dürften wohl nicht die Russen gemeint sein, sondern sie ganzen dreckigen Provokateure, Kriminellen und Terroristen die unter dem Namen „gemäßigte Rebellen“ vom Westen bis an die Zähne bewaffnet wurden.

Natürlich darf es keinen Erfolg im Wiederaufbau Syriens geben. Wäre ja zu blöd, wenn dadurch das Ansehen Assads stiege. Lieber knebeln die Deutschen dieses Land mit Sanktionen und spielen sich dann als humanistische Supermacht auf, weil wir jeden Syrer mit Handkuss empfangen. Diese Gastfreundschaft dürfte sich inzwischen auch unter den Dschihadisten herumgesprochen haben, die von Assad in die Enge getrieben wurden, und die ganzen hirnentkernten deutschen Helferlein freuen sich dann, wenn sie einen vom Assad-Regime Verfolgten betreuen dürfen. Ich gehe mal schwer davon aus, dass jetzt nur noch die kommen, die auf der Seite der Dschihadisten gekämpft haben und die, die im eigenen Land schon vorher nichts auf die Reihe gebracht haben und jetzt die Vollversorgung wählen.

Irgendwie scheint selbst das ZDF an der eigenen Fähigkeit zur Meinungsmache zu zweifeln. Fassbomben und Giftgas finden nicht mal in einem Nebensatz mehr Erwähnung, womöglich, weil sie jedes Mal mit einem Haufen E-Mails zugemüllt wurden, wohin sie sich die Weißhelme, Syrische Beobachtungsstelle und die ganzen Giftgas-Fakes hinschieben können.

Wahrscheinlich zittern die ZDF-Propagandisten schon vor dem Treffen zwischen Trump und Putin, denn der Deal könnte sein, dass Russland die Waffenlieferungen nach Syrien und zur Hamas unterbindet, die USA dafür den Türken zeigt, wo in Syrien der Hammer hängt, die USA keine Waffen mehr an die „Rebellen“ liefern und einen unabhängigen Kurdenstaat zulassen. Mal sehen, ob sich das der MIK in den USA gefallen lässt, wenn man keinen alternativen Krieg anzetteln kann, wo sie ihre Waffen verbraten können.

 

 

 

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13 Gedanken zu “Kleber und der Syrienkrieg: Immer dieselbe Platte.

  1. Sehr optimistisch. Das Waffenlieferungsprogramm der CIA wurde übrigens schon kurz nach Trumps amtsantritt eingestellt.

    Ich hab ehrlich gesagt nie ZDF heute geschaut. Als ich noch einen TV hatte, hab ich mich von der Tagesschau belügen lassen. Schlimm genug.

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  2. Mal nebenbei

    Die Linke versucht gerade die Worte
    – Asyltourismus
    – Anti-Abschiebeindustrie
    – Asylgehalt
    als Beleidigungen zu definieren.

    Ich hab in meinem ganzen Leben noch niemanden mit dem Wort Asyltourist beleidigt, nicht mal einen Neger. Viel zu schwach. *g*

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    1. Hatte gerade für zwei Stunden kein Internet. Der Versuch, wieder „toxische“ Wörter zu kreieren, zeigt, dass der ganze linke Laden in den letzten Zügen liegt. Ich denke, dass das die meisten einfach ignorieren werden.

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      1. Komisch. Ich sehe kein Aufwachen in Familie und Freundeskreit. Und online werden eh nur die gleichen Irren in den Kommentaren freigeschaltet.

        Das Prinzip „Empörungskultur“ wird auch halt nicht verstanden. Man empört sich nicht, weil etwas schlimm ist, sondern etwas wird als schlimm empfunden, weil sich alle empören. Es gibt auch Leute in der konservativen Blase, die so denken. Stichwort „Pack“. Ich hatte das Video mit dem Zusammenhang gesehen und Gabriel hat sich überhaupt nicht im Ton vergriffen. Lange her. Hab die Details vergessen. Aber es wurden nicht alle Immigrationskritiker als „Pack“ bezeichnet. Empörungskult. Das wird uns noch eine Weile erhalten bleiben.

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  3. Gabriel hat sich im Ton vergriffen. Die 19 Punkte von PEGIDA wurden völlig totgeschwiegen und plötzlich haben sie alle nach und nach übernommen, als wären sie selbst drauf gekommen. Die waren die, die als erste einen gesamteuropäischen Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge forderten und das war schon 2014! Und jetzt geht die Merkel damit bei der EU hausieren. DAS ist Pack!
    Es schadete nicht, dass ich einige Demonstrationen besucht habe, weil ich die Realität mit der Berichterstattung abgleichen wollte. Seitdem ist für mich Kleber und Konsorten nur mehr Abschaum.
    https://www.menschen-in-dresden.de/wp-content/uploads/2014/12/pegida-positionspapier.pdf

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    1. Natürlich ist Merkel Pack. Ich meine nur, dass Gabriel nicht Pegida als Pack beschimpft hatte. Da ging es um Krawalle einige Tage vorher in dem Dorf, wo er sprach. Er differenzierte das Pack dann auch in Steinewerfer, Krawallmacher etc.

      Ob die Krawalle stattgefunden haben, sei dahingestellt. Aber das „Pack“ bezog sich jedenfalls nicht auf Einwanderungsgegner und Demonstranten.

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      1. Dass das bei mir anders hängen geblieben ist, liegt wohl daran, dass zu dieser Zeit wirklich ausschließlich Dreck auf PEGIDA abgekübelt wurde. Özdemir: Mischpoke, Ralf Jäger SPD: Neonazis in Nadelstreifen usw…

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