Der Putz bröckelt.

Zumindest punktuell musste einem aufgefallen sein, dass bei der EU nicht immer die fähigsten Leute über unser Schicksal bestimmen. Doch wenn die dann von Zeit zu Zeit ein Treffen der Regierungschefs inszeniert haben, dann glauben viele, sie hätten es mit der Creme de la Creme der Politik zu tun. Schöne, fast feierliche Bilder, ein bisschen Geschwafel über europäische Werte und Fressen und Saufen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Jahrelang hatte man die kleineren Leuchten aus der Politik dort endgelagert und die konnten dort mehr oder weniger unbehelligt ihre persönlichen Visionen von einem besseren Europa in Gesetze gießen, die den Mitgliedsländern einfach aufgenötigt wurden. Dort entstanden dann wieder Endlager für nutzlose Bürokraten, die die Umsetzung überwachten. Bürger und vor allem Unternehmen nahmen jeden Irrsinn klaglos hin, doch schön langsam sind die Kollateralschäden von diesen fixen Ideen so groß, dass sich Widerstand formiert bzw. betroffene Unternehmer lieber auf Gewinn verzichten, als sich mit diesem Blödsinn abzugeben.

Die Mitgliedsländer lassen sich nicht mehr mit schönen Worten abspeisen, sondern fordern plötzlich, dass man auch mal was Konkretes liefert. Und wie reagieren die EU-Eliten? Wie bockige Kinder, wenn sie mal nicht recht haben dürfen. Die sind so von ihrem EU-Projekt überzeugt, dass sie jedem Gegner böse Absichten unterstellen, sogar dann, wenn sich Länder untereinander an der EU vorbei gütlich einigen oder für andere sogar das Wort ergreifen.

Seehofer hatte die EU-Kommission aufgefordert, in den Brexit-Verhandlungen Flexibilität walten zu lassen. Deren Ziel müsse unter anderem eine „uneingeschränkte Sicherheitszusammenarbeit“ mit London auch nach Großbritanniens EU-Austritt sein.

Da fordert also einer, dass die Briten auch nach dem Brexit in die Sicherheitszusammenarbeit wie z.B. Europool oder internationale Terrorismusbekämpfung eingebunden bleiben. Andere setzen sich dafür ein, dass es noch weitgehend ungehinderte Handelsbeziehungen geben sollte. Schließlich hilft das auch den verbleibenden EU-Ländern. Was für eine unverschämte Forderung! Merkel und Macron würden wohl am liebsten die „französische Lösung“ bevorzugen, als Kolonien ungefragt ihre Unabhängigkeit erklärten.

Als Sékou Touré von Guinea 1958 entschied, sich aus dem französischen Kolonialreich zu lösen und für die Unabhängigkeit des Landes stimmte, wurde die französische Kolonialelite in Paris zornig, und in einem historischen Akt des Zorns zerstörte die französische Verwaltung in Guinea alles im Land, was für das stand, was sie die Wohltaten der französischen Kolonisierung nannten.

Dreitausend Franzosen verließen das Land, nahmen all ihren Besitz mit und zerstörten alles, was nicht bewegt werden konnte: Schulen, Kindergärten, öffentliche Verwaltungsgebäude wurden zerstört; Autos, Bücher, Medikamente, die Instrumente in Forschungseinrichtungen, Traktoren wurden zerstört und sabotiert; Pferde und Kühe in den Farmen getötet, und Nahrungsmittel in Lagerhäusern wurden verbrannt oder vergiftet.

Kein Wunder, dass Frankreich auch zu den humanistischen Großmächten zählt. Und dabei begründet sich die heutige, unversöhnliche Haltung, für die die EU auch gerne Nachteile in Kauf nimmt, auf die gleiche Weise wie damals:

Der Zweck dieses schändlichen Tuns war es, eine deutliche Botschaft an alle anderen Kolonien zu schicken, dass die Kosten einer Zurückweisung Frankreichs sehr hoch sein würden.

Ersetze Zurückweisung Frankreichs mit Zurückweisung der EU, dann ist klar, warum die EU so hysterisch reagiert, wenn ein Land mal seinen eigenen Kopf hat und nicht vorher die Kommissare fragt, ob es das auch tun darf. Welches Land würde baer je einen Öttinger um irgendeine Erlaubnis fragen?

Auf einem anderen Gebiet, wo die EU-Dödel keine Ahnung haben, ist in Wirtschaftsfragen, weil kaum einer je einer nicht-steueralimentierten Tätigkeit nachgegangen ist. Bei derartiger Ansammlung von Inkompetenz sind die Ergebnisse dann entsprechend:

Die Exporteure von Waren, sollen in Zukunft die Mehrwertsteuer im Empfängerland bezahlen (bisher führt die der Einzelhändler ab),

(Folgen:)

die Führung eines Steuerkontos im betreffenden Land,
die Zahlung über das eigene, nationale Finanzamt oder über eine
Clearing-Stelle in Brüssel zur Debatte stehen.

(…)

Für zahllose Firmen zahlt sich der Aufwand in vielen Ländern nicht aus und diese Destinationen werden folglich nicht beliefert. Diese Vorgangsweise wird als Geo-Blocking bezeichnet und von der EU heftig bekämpft, ohne dass in Brüssel daran gedacht wird, die Ursachen zu korrigieren. (hier)

Ach was. Da entscheiden also Unternehmen, dass sie keinen Bock haben, in jedem Land ein eigenes Büro aufzumachen, um diesen EU-Käse umzusetzen. Dann wird eben nix geliefert. Wie können die nur unsere schöne EU-Planwirtschaft aushebeln, wo wir doch netterweise die ganzen Zombie-Unternehmen, die nicht wettbewerbsfähig sind, mit billigem Geld am Leben erhalten!

Wahrscheinlich war der Ober-Juncker nicht ausreichend mit Brandwein sediert, weshalb er dem österreichischen Kanzler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz ziemlich unverschämt über den Mund fuhr:

Während einer gemeinsamen Pressekonferenz erläuterte Kurz, er sei optimistisch, dass die europäischen Länder noch bis Ende des Jahres asylpolitische Änderungen auf den Weg bringen könnten. Soviel Tatendrang und klare Ansagen schienen dem 67-jährigen EU-Funktionär Juncker zu viel des Guten, zumal er selbst über Jahre hinweg keinerlei Maßnahmen durchsetzen konnte, die einen nennenswerten Erfolg gebracht haben.(…)

„Die Kommission hat ihre Arbeit gemacht. Wäre ich Ratsvorsitzender, würde ich nicht so großspurig auftreten“. Wenn man keine Kompromisse finde, solle man den Kommissionsvorschlägen einfach zustimmen, so Juncker.

Bei dem tollen EU-Urhebergesetz, das zumindest im ersten Anlauf gescheitert ist, würden dann die wenigsten Leute erfahren, wenn man erst fragen und zahlen muss, um das auch zu zitieren. Vielleicht war das mit ein Grund, warum Juncker so mies drauf war.

Länder, die nicht der Politbürolinie aus Brüssel folgen wollen, werden von der Kommission als populistisch oder zunehmend undemokratisch bezeichnet. Da wird dann mit Entzug von Fördergeldern oder des Stimmrechts gedroht, wie im Falle Polens und Ungarns.

Wenn der EU-Laden so toll ist, warum brauchen sie dann professionelle Hilfe von PR-Agenturen und NGOs, um deren neomarxistischen Irrsinn zu verbreiten bzw. ein positives Bild darüber zu vermitteln? Warum glaubt man, den Bürger mit NetzDG, Datenschutzgesetz oder EU-Urheberrechtsgesetz vor „nicht hilfreichen Äußerungen“ (=vermeintliche Fake-News) zu schützen? Eine Organisation, die ihre Untertanen für unmündige Idioten hält, der träumt natürlich vom Sozialismus als Wohltat für alle.

Bei all diesen Beispielen ist jetzt klar, was mit dem Gefasel über „europäische Werte“ und „Gefahr für die liberale Demokratie“ gemeint ist. Es ist ein neomarxistisches Elitenprojekt, das nicht den Bürgern dienen soll, sondern international agierenden Konzernen, die den mündigen Bürger als größten Feind sehen und ihn im Verweis auf höhere moralische Ziele zu freiwilliger Selbstaufgabe nötigen.

Hoffen wir, dass nicht nur der Putz bröckelt wie jetzt, sondern diese ganze versoffene, größenwahnsinnige Clique alsbald von der Bildfläche verschwindet.

Advertisements

9 Gedanken zu “Der Putz bröckelt.

  1. Eigentlich bröckelt der Putz schon seit mindestens dreißig Jahren. Die Leute wachen einfach nicht auf.

    Die May ist auch nicht sauber. Ich wäre mittlerweile fast für eine Verfassungsänderung, um das Staatsoberhaupt nur noch Menschen zu überlassen, die eigene Kinder aufziehen oder aufgezogen haben.

    Gefällt mir

    1. ZEIT online

      Theresa May: Jetzt kann sie loslegen
      Boris Johnson und David Davis standen in der Regierung May für den harten Brexit. Nach ihrem Rücktritt kann die Premierministerin den EU-Austritt strukturiert umsetzen.

      Gefällt mir

      1. Der quote ist verschwunden.

        Theresa May: Jetzt kann sie loslegen
        Boris Johnson und David Davis standen in der Regierung May für den harten Brexit. Nach ihrem Rücktritt kann die Premierministerin den EU-Austritt strukturiert umsetzen.

        Gefällt mir

  2. Die Tatorthexenjagd geht offenbar auch weiter.

    Rechtsextreme Frauen im TV: Die anderen Nazis
    In dieser „Tatort“-Saison richtete sich der Fokus auffällig häufig auf rechtsradikale Frauen. Das Fernsehen hat sich viel von realen Zuständen in Deutschland abgeschaut.
    Von Angelika Nguyen

    Von der Autorin gab es auch vorher schon was.
    https://goldsteinweb.wordpress.com/2017/12/23/zeit-praises-antifa-and-condemns-middle-east-forum/

    Wie um alles in der Welt lässt sich ein friedlicher Widerstand organisieren?

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.