Frau Böhmermann darf das nicht.

Im Münchner Merkur war gestern ein Bericht mit der Überschrift: Putzfrau hetzt auf Facebook gegen Flüchtlinge und landet vor Gericht.

Seien wir ehrlich! Vor Jahren hätten wir eine Schimpftirade mit wüstesten Beleidigungen erwartet, um dafür vor Gericht zu kommen. Wenn man aber ihren Post liest, dann muss man sich fragen, was das Gericht da geritten hat, diese Frau zu über 1600 € Geldstrafe zu verurteilen.

Die Frau hatte auf ihrer privaten Facebook-Seite einen Artikel der Tageszeitung Die Welt mit der Überschrift „Subsidiärer Schutz: 10 000 Flüchtlinge verklagen Deutschland“ mit folgenden Worten kommentiert: „Den Staat bescheißen, Leute beklauen, vergewaltigen, sich die Eier wundschaukeln, Geld von uns fordern und den Staat verklagen. Das können sie. Sie sind ja wertvoller als Gold, unsere Superfachkräfte. Ich hoffe, unsere Gerichte schmettern alles ab. Wenn ich Richter wäre, würde ich sagen, wenn euch etwas nicht passt, geht wieder nach Hause. Wir müssen aufhören, uns das alles gefallen zu lassen.

Die Vordenker der „seriösen“Medien, die den Unmut in der Bevölkerung spüren, verpacken doch den gleichen Sachverhalt seit Kurzem mit gewählten Worten:

Viele Migranten versuchen mit falschen Identitäten Sozialleistungen zu erschleichen, gleichzeitig sind sie oft kriminell, was sich an steigenden Vergewaltigungszahlen ablesen lässt. Gehen die gewünschten Zahlungen nicht ein, dann geht man mit Hilfe von Anwälten vor Gericht, damit das Auskommen gesichert bleibt. Der Kanzlerkandidat Martin Schulz von der SPD, behauptete dagegen, dass die Migranten wertvoller als Gold und hochgebildete Fachkräfte wären. Ich hoffe, dass die Gerichte ein Einsehen haben und dies unterbinden, denn im Gegensatz zu den Herkunftsländern genießen sie hier eine gute Betreuung und Versorgung.

Jeder dahergelaufene Journalist oder vermeintlicher Satiriker darf sich ungestraft unter dem Schutz der Meinungsfreiheit und der Kunst austoben, aber wenn eine „Putzfrau“ mit einfachen Worten den gleichen Sachverhalt äußert, dann fühlen sich die Sprachpolizisten gemüßigt einzugreifen. Wo waren denn die ganzen Gender-Tunten mit Hochschulabschluss, die sich über jede inkorrekte Wortwahl aufregen? Da wird jeder Beruf sprachlich veredelt, wie normalerwaise hier zur Raumpflegerin, doch wenn die Gesinnung nicht stimmt, dann darf man sie auch wieder zur Putzfrau abwerten.

Angeblich hat sie gegen die Flüchtlinge aufgestachelt, weil sie denen Angst gemacht hat. Huch!

Was hat der Böhmermann gegen Erdogan gehetzt, das Heiligtum der Neu-Osmanen!

(…)waren strafbare Handlungen nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen“.

Ach was. Die Zeile „sich die Eier wundschaukeln“ ist also schlimmer als

Sackdoof, feige und verklemmt

ist Erdoğan, der Präsident.

Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner,

selbst ein Schweinefurz riecht schöner.

Na, wenn man aus der professionellen Ecke Hass-Verbrechen meldet, dann ist natürlich keiner betroffen, dem die GEZ-Abgreifer die Eier kraulen, sondern die „Putzfrau“, die es nicht zu einem Abschluss in Sprachwissenschaft geschafft hat.

Das, was die Frau geschrieben hat, kann nicht mal eine Beleidigung sein. Die Frau ist mit einem Slowenen verheiratet und hat Wurzeln in der Dominikanischen Republik. Hättest Du bloß eine andere Staatsbürgerschaft angenommen, dann stünde nicht schon im Pass, dass Du ein Nazi bist. Sicher hast Du viele Kollegen aus anderen Ländern, die sich genauso darüber aufregen, dass sie für einen Hungerlohn, den Dreck von anderen Leuten wegmachen, während andere sich den Arsch pudern lassen. Hättest Du lieber mal die Aysche rangelassen oder den Owamba aus Guinea, da hättet Ihr gefahrlos Euren Ärger Luft machen können.

„Scheiß Deutscher!“ oder „Ich fick deine Mudda!“ist bei manchen doch Grundwortschatz. Da hört man ohnehin nicht mehr hin und eine Anzeige ist da völlig nutzlos. Sollte dennoch mal einer vor Gericht stehen, dann ist er entweder traumatisiert, psychisch krank oder lebte die sprachliche Vielfalt seiner Kultur aus. Da haben ihn dann der „strukturelle Rassismus“ und die „mangelnde Teilhabe“ berechtigterweise zu dieser Aussage genötigt. Huch! Wie unsensibel wir doch sind, dass wir das nicht gleich gemerkt haben.

Facebook hat sich damit gebrüstet, sozusagen der Riesenstammtisch zu sein, wo eben wie früher im Wirtshaus ein paar Leute mithören. Da gab es aber nie so linke Bazillen, die jede Aussage einer Sprachprüfung unterziehen. Früher musste man jemanden schon Aug in Aug sagen, dass er ein „Depp“ ist. Da hat man dann gesagt: Weißt Du, was ich Dir sage? Du bist ein richtiger Depp!

Und wenn sich doch einer in der Wortwahl vergriffen hat, dann haben die anderen nicht noch stärker gehetzt, wie das Hochschulgeschwerl annimmt, sondern haben gesagt, er solle nicht so viel saufen. Und dann war’s auch wieder gut.

Heute gibt es so kranke Charaktere, die sich die Zeit nehmen, das ganze Netz nach Hetze zu durchforsten. Dabei müssten sie sich nur täglich die 20-Uhr-Nachrichten ansehen: Hetze gegen Russland, Hetze gegen Ungarn, Hetze gegen Trump, Hetze gegen alles, was nicht der links-bunten Sprachregelungen entspricht. Wem das noch nicht reicht, der kann sich auch wöchentlich den Berufs-Hetzer Welke reinziehen.

Da stellt sich bei dieser deutschlandweiten staatlichen Hetze am Ende die Frage, wer diesen Post von der Reinigungskraft überhaupt liest oder sich beleidigt fühlen kann. Gäbe es nicht die Stellvertreter-Beleidigten oder Dolmetscher von pro-Asyl, die sich dann einen schwarzen Strohmann für’s Beleidigtsein suchen, dann würde das in der Menge an Posts einfach wieder im Netz verschwinden, so wie man sich beim nächsten Stammtisch auch nicht mehr daran erinnert, was eigentlich gesprochen wurde.

Dieses Urteil wurde unter dem Motto gesprochen: „Strafe einen, erziehe hunderte,“ und diese Frau wollte mit der Äußerung

Ich weiß nicht, ws mich da gepackt hat.

verhindern, dass es richtig schlimm kommt. Würde ich auch tun.

Meine Frau hat mir heute erzählt, dass bei ihnen jetzt ein Schwarzer in der Abteilung arbeitet, der hat sich mit „Sepp“ vorgestellt, obwohl er eigentlich Jussuf heißt und kann auch schon ein bisschen Bayerisch. Mal seh’n, was die Sprachpolizisten sagen, wenn der mal postet:

De ganzn Kaschperl, wo nix oabant wolln und dene nix passt, de solln se halt wieda vozupfa!

10 Gedanken zu “Frau Böhmermann darf das nicht.

  1. Hab heute auf deutsch gebloggt. Das dürfte dich auch interessieren. Wie man öffentlich rechtliches Zeug einbindet. Tatsächlich ist nicht alles verfügbar. Absurderweise ist von deinem ttt-Beitrag gestern nur David Precht…

    [video src="https://pdvideosdaserste-a.akamaihd.net/int/2018/07/10/a4bf04dd-d2b0-4502-acc6-8f6b25e8fb6c/480-1.mp4" /]

    und das Schlusswort mit der Sommerzeit…

    [video src="https://pdvideosdaserste-a.akamaihd.net/int/2018/07/09/481ceb0a-0f6d-4911-af55-a715c99ddb77/480-1.mp4" /]

    …einbinden.

    Wie du was schnell findest und einbindest:
    https://goldsteinde.wordpress.com/2018/07/13/finden-und-einbinden/

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    1. WordPress ist auch schlau, die URLs zwar in den Kommentaren umzuwandeln, aber nicht mit Playern anzuzeigen. Jedenfalls braucht man die URLs nur in den Editor eines Blog-Posts kopieren. Näheres im Post.

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      1. Ich habe ihn gelesen. Leider sagen mir die Begriffe außer URL und Browser einfach nichts. Ja , solche Leute gibt’s leider auch noch. Ich werde aber trotzdem so lange durchprobieren, bis das klappt.

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      2. Ähäm, bezieht sich 1. und 3. Satz auf das Einbinden und 2. auf den Richter?

        Wenn irgendwelche Worte unbekannt sind, lass es mich im Kommentarbereich wissen, damit ich das verständlicher formulieren kann.

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    1. Reader ist das Ding, mit dem du die Blogs siehst, denen du folgst. Über RSS musst du nur wissen, dass du mit dem Reader nicht nur WordPress-Blogs lesen kannst sondern fast alle sich regelmäßig updatenden Webseiten, wie Zeitungen oder halt die Mediatheken. Editor…uff…das „Schreibprogramm“, in das du halt deine Texte tippst.
      Ich hab Einbinden mit Einbetten mal ersetzt. Und etwas umformuliert. Die alte URL funktioniert noch, hier die neue.
      https://goldsteinde.wordpress.com/2018/07/13/finden-und-einbetten/

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      1. Vielen Dank für die Antwort! ich hatte aber ein so netten feuchten Biergartenabend, dass ich das heute wohl nicht mehr ausprobieren kann. Schöne Nacht!

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